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Die Archäologen haben den ersten Zugriff

Bauvorhaben in Germendorf Die Archäologen haben den ersten Zugriff

In Germendorf sind die Archäologen vor dem Bau der neuen Feuerwache fündig geworden. Wertvolle Stücke aus dem 13. und 18. Jahrhundert zeugen von früheren Besiedelungen des Dorfangers. Die freigelegte Historie hat allerdings ihren Preis. Allein für die Ausgrabungen gehen nun 180 000 Euro drauf. Die Stadt hatte lediglich mit 10 000 Euro kalkuliert.

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Ein Fundament nach dem anderen legten die Archäologen frei. Hier stand einst ein Herrenhaus.

Quelle: Andrea Kathert

Germendorf. In Germendorf lernen wir Geschichte kennen“, sagte Baustadtrat Frank Oltersdorf im jüngsten Bauausschuss. Dass die Archäologen allerdings genau dort auf solch historisch wertvolle Zeitzeugnisse stoßen, wo eigentlich schon die Umrisse des neuen Feuerwehrdepots zu sehen sein sollte, das hätte niemand gedacht. „Das war nicht kalkulierbar“, meinte Oltersdorf.

Wie bei Bauprojekten üblich hatte die Stadt 10 000 Euro für die archäologischen Untersuchungen eingeplant. Doch Andrea Weishaupt und ihr Team legten seit Ende Juli ein Fundament nach dem anderen frei, fanden Glasmarken, Flaschenscherben, einen Zapfhahn, Skelette und zwei Brunnen. Alles wertvolle Sachen aus dem 13. und 18. Jahrhundert, die von den früheren Besiedlungen am Dorfanger zeugen.

Andrea Weishaupt (l) und ihre Kollegin fanden auch mehrere Tierskelette

Andrea Weishaupt (l.) und ihre Kollegin fanden auch mehrere Tierskelette.

Quelle: Andrea Kathert

Doch die Germendorfer Geschichte hat ihren Preis. 180 000 Euro kosten die Ausgrabungen. Weil die Archäologen tiefer in den Baugrund eingriffen, musste die Tragfähigkeit des Untergrundes erneut untersucht werden. Kostenpunkt 3000 Euro. Die Rohbaufirma, die eigentlich für den Neubau Gewehr bei Fuß stand, setzte zusätzlich Grabungstechnik ein und berechnete dafür 5300 Euro. Um nicht auch noch die Brunnen aufwändig freizulegen, soll der Bau an dieser Stelle anders gegründet werden. Dafür stehen noch keine Kosten fest. Allerdings für die zusätzliche Entsorgung von Bauschutt und Bodenaustausch: 50 000 Euro. Mehrkosten von 20 000 Euro sind auch für Heizung, Lüftung, Gebäudeautomation zu erwarten. Außerdem wurde auf dem Grundstück unverhofft eine Niederspannungsleitung gefunden, die verlegt werden muss.

Wegen des neun wöchigen Bauverzuges ist das neue Ziel, den Rohbau bis zum Winter dicht zu bekommen. Im nächsten Bauausschuss am 10. November sollen die genauen Mehrkosten und die Zeitverschiebung klar sein.

Von Andrea Kathert

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