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00:18 26.05.2017
Christin-Denise Heisters vor der Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule in Hohen Neuendorf. Gestern Abend ist sie in Potsdam ausgezeichnet worden. Quelle: Marion Bergsdorf
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Hohen Neuendorf

Die Tür zum Gebäude der Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule in Hohen Neuendorf ist geschlossen, zwei Mädchen sind gleich behilflich, klingeln, worauf das Sekretariat öffnet. Die rote Klinkerschule ist eine zweizügige Oberschule, die wegen der begrenzten Räumlichkeiten nur Klassenstärken mit maximal 23 Schülern hat. Ausnahme: Vor drei Jahren musste wegen des erhöhten Bedarfs eine dritte 7. Klasse eröffnet werden. Doch die Besetzung einer zusätzlichen Lehrerstelle ließ auf sich warten. Dann erkrankte der Klassenlehrer der 7c und verstarb sogar. Die Schüler verloren ihre Bezugsperson, die Klasse geriet außer Kontrolle. Auch das Lehrerteam geriet ins Schlingern, denn es war einfach kein Ersatz für den Klassenleiter da.

In diese Situation kam Christin-Denise Heisters als Berufseinsteigerin an die Schule _ wurde Klassenleiterin der 7c. „Eine Herausforderung“ sagt Heisters (38) nur. Doch sie muss ja wohl etwas Besonderes geleistet haben, sonst hätte sie am Dienstagabend nicht den Brandenburgischen Lehrerinnenpreis aus den Händen von Ministerpräsident Dietmar Woidke erhalten.

Die Schüler brachten den Stein ins Rollen, schlugen sie für eine Auszeichnung vor und begründeten ihren Antrag ausführlich. Die Unterrichtsmethoden von Frau Heisters seien „vielfältig und lernmotivierend“, Presseschauen durch Schüler, hitzige Diskussionen und gründliche Analysen im Fach Deutsch machten den Unterricht interessant. Weiter schreiben die Schüler: „Sie setzt sich stets für die Belange ihrer Schüler ein, antwortet auf Fragen auch spät abends und in den Ferien.“ Denise Heisters schmunzelt: Ja die Schüler hätten sie schnell auf Facebook entdeckt. Auf Fragen haben sie eben schnell geantwortet. Doch terrorisieren lasse sie sich nicht, sie sei ansprechbar und konsequent. „Für die Kinder da sein, nicht alles auf die Goldwaage legen, auch mal lachen, so sei sie eben“, meint Denise Heisters. Damit erreichte sie, dass ruhiges und effektives Lernen wieder möglich wurde in ihrer Klasse. Schulleiterin Katharina Schlumm freut sich sehr, dass mal eine Oberschullehrerin den Landespreis erhalten hat. Denn an einer Oberschule, wo bei Schulaufnahme nicht nach Leistung ausgesiebt werde und die Lehrer auch weniger verdienten als an einem Gymnasium, werde mehr soziale Arbeit geleistet. „Diese Kinder merken sehr genau, ob jemand für sie da ist.“

Die 7c von vor drei Jahren ist heute die 10c. Alle Kinder haben es bis zur 10. Klasse geschafft, einige sogar mit gymnasialer Empfehlung. Christin-Denise Heisters, die von der Ausbildung her am Gymnasium unterrichten könnte, möchte an der Rosenthal-Oberschule bleiben. Auch ihr stand als Klassenleiterin immer eine Kollegin zur Seite. Sie fühle sich wohl an der kleinen Schule. Im Lehrerkollegium seien „alle füreinander da“. Die Berlinerin bewarb sich in Brandenburg statt für große Schulen in Berlin, wo „Lehrer oft allein auf sich gestellt“ seien.

Von Marion Bergsdorf

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