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Oberhavel Die Doppelspitze sagt tschüss
Lokales Oberhavel Die Doppelspitze sagt tschüss
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00:46 29.04.2018
Bibliothekschefin Katharina Bölke (l.) und ihre Stellvertreterin Angelika Raback – ein Team über Jahrzehnte. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Ein modernes Haus im Herzen der Stadt. 4416 Leser und ein exzellenter Bestand, der in Brandenburg seinesgleichen sucht – Oranienburgs Stadtbibliothek. „Ein luxuriöser Arbeitsplatz“, findet Katharina Bölke (65), „ich war immer sehr gern hier“, so die Chefin. Und doch macht sie jetzt Schluss: Am 1. September ist ihr erster freier Tag, und schon am 1. Juli der für Angelika Raback (63). Die Doppelspitze geht in den Ruhestand, „und wir möchten auch einen Generationswechsel, der ist wichtig“, sind sie sich einig. Seit 1975 arbeiten sie zusammen, eine lange, aber gute Zeit, wie sie finden. Bewegt war sie auch.

Katharina Bölke hat in Leipzig studiert, ist Diplombibliothekarin. 1982, mit gerade mal 29, löste sie die legendäre Bibliothekschefin Hanna Spiegel ab. Den größten Kampf focht sie 1993 aus, als der Landrat „allen die Kündigung schickte“, die Kreisbibliothek loswerden wollte mit der Bemerkung, er habe auch keine Zeit zum Lesen. Das habe sie schon verletzt. Die Bibliothek wurde städtisch, „seitdem ging es bergauf“, sagt Bölke. Dass Menschen nicht lesen, ist für die 65-Jährige nicht nachvollziehbar. Die Bibliothek in Zehdenick war für sie als Kind einer Großfamilie mit acht Kindern ein Zufluchtsort, „hier war es ruhig. Und das Angebot an Weltliteratur war in der DDR groß“. Und heute? Jede Wand zu Hause eine Bibliothek, schon morgens um 5.30 Uhr liest sie und im Ruhestand freut sie vor allem Eines: lesen. Im Moment liest sie den neuen „Kaminer“. Ansonsten ist Goethe ihr Favorit, „der ist immer zeitgemäß“. Sie freut sich auf Opern-Besuche, ihre drei Enkel, die mit der Familie des Sohnes, der Polizist ist, in Köln zu Hause sind, und reisen will sie: „In Australien und Japan war ich noch nicht.“

Die Lehnitzerin Angelika Raback wollte eigentlich Lehrerin werden, doch so da vorn an der Tafel so im Mittelpunkt, das war ihr nichts. So machte sie ihren Facharbeiter und ein Fernstudium zur Diplombibliothekarin in Berlin. Für Haus und Garten habe sie viel zu wenig Zeit gehabt, der Vollzeitjob stand immer ganz oben. Aber es sollte so sein, blickt sie zurück. Mit ihrem Mann, der am Hans-Otto-Theater arbeitet, will sie Kultur genießen und lesen im Ruhestand, „was sonst“. Sie liebt Krimis, „die Nordischen, gruslig und blutig“, ruft die Chefin und lacht. Besonders gern erinnern sich die Frauen an die vielen und hochkarätigen Lesungen in Haus und Orangerie. Eine Art Ahnengalerie der Autoren, die nach Oranienburg kamen, hängt im Flur. Es gab sympathische und mit manchen wurden sie nicht warm. Gern erinnern sie sich an Charlotte von Mahlsdorf, Henryk M. Broder, Erwin Strittmatter, Michel Friedman, Max Moor oder Dieter Hildebrandt.

Mit potenziellen Nachfolgern an der Spitze gab es schon Gespräche, so Katharina Bölke. „Ich bin optimistisch, dass der Generationswechsel gut gelingt.“ Nur eines bedauert sie: Dass an der Fassade der tollen Bibliothek nicht dran steht, was drin ist.

Von Heike Bergt

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