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Oberhavel Die Edener haben Pläne
Lokales Oberhavel Die Edener haben Pläne
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19:55 02.08.2016
Sie überlegen wie das denkmalgeschützte Mostereigelände zu retten ist (v. l.): Vorstandsvorsitzender Bernd Reischel, Geschäftsführerin Gabriele Haake und Rainer Gödde. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Die Edener wollen ihren B-Plan ändern. Der stammt aus dem Jahre 2003 und ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Das betrifft in erster Linie bauliche Vorschriften, die von vielen Edener bereits nicht mehr eingehalten wurden. Anbauten oder ein zweiter Pkw-Stellplatz sind auf etlichen Grundstücken zu sehen. Den B-Plan in diese Richtungen nachzubessern, ist sicherlich nicht das Problem.

Das Gelände der alten Mosterei steht unter Denkmalschutz. Quelle: Robert Roeske

Angedachte Veränderungen im Kernbereich der Siedlung hatten allerdings in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zu kontroversen Diskussionen geführt, besonders was eine mögliche Bebauung der Edener Festwiese betrifft. „Gehen wir in diese Richtung, wird Eden normales Siedlungsgebiet. Mit der Überplanung ist es völlig vorbei mit dem, was Eden einmal ausgemacht hat“, warnte Ralph Bujok (Die Linke). Dirk Blettermann (SPD) sah das anders: „Die Edener wollen es doch so, wollen offener und moderner werden. Die Planungshoheit bleibt doch letztlich bei uns.“ Auch Heiner Klemp (Grüne) gab seine Meinung ab: „Die Festwiese zu überplanen, das hat mich doch überrascht. Eden will es so, aber wir müssen es nicht zulassen.“ Bürgermeister Laesicke versuchte, etwas Brisanz aus der Debatte zu nehmen: „Es geht heute nur um die Einleitung eines Planverfahrens. Damit bekommen wir eine Diskussionsgrundlage. Es geht auch darum, dass Eden die angeschlagene Genossenschaft ins 21. Jahrhundert retten will, sonst ist der Traum von Eden ausgeträumt.“

Das Abstimmungsergebnis war denkbar knapp: 13 mal Ja, 12 dagegen, drei Enthaltungen.

Das Presshaus ist eines der wenigen Gebäude, das bereits saniert wurde. Quelle: Robert Roeske

Im Vorstand der Eden Genossenschaft kann man die Bedenken nicht teilen. „Wir haben gar nicht daran gedacht, die Wiese zu bebauen“, sagt Bernd Reischel, der Vorstandsvorsitzende. So konkret seien die Planungen noch gar nicht. Das Hauptziel beschreibt Reischel etwas anders, es geht um Generationswohnen. „Edener, die ihre Gärten nicht mehr bewirtschaften können, könnten dann trotzdem hier bleiben.“ Zum Beispiel, wenn in der alten Mosterei Wohnungen entstünden. Sechs in der sogenannten D-Halle, eine in dem Anbau daneben. „Das sind erste Ideen“, sagt Gabriele Haake, die seit Juni als Geschäftsführerin in der Genossenschaft arbeitet. Aber wegen des Denkmalschutzes, der auf dem gesamten Mostereigelände, dem Genossenschaftshaus und der Schule liegt, dürfte ein Umbau sehr teuer werden. „Wir wollen das gesamte Erscheinungsbild im Zentrum erhalten und nur um etwas Neues ergänzen“, sagt Reischel. Die Fläche hinter der D-Halle und ein weiteres freies Grundstück könnten für Neubauten interessant werden, nur so ist vielleicht ein Investor anzulocken. Denn die Genossenschaft selbst, könnte das Vorhaben niemals stemmen. Doch genau dafür wäre eine Umwandlung des Siedlungskerns in ein allgemeines Wohngebiet nötig.

Die Füllerei wird jetzt als Werkstatt genutzt. Der Fachwerkbau ist sanierungsbedürftig. Quelle: Robert Roeske

Auch im jetzigen Verwaltungshaus wären Wohnungen denkbar. „Oder der Schulcampus erweitert sich hier“, sagt Reischel. Die Schule möchte eine Gymnasialstufe einführen. Die Verwaltung fände in der oberen Etage der alten Mosterei einen neuen Platz. Der dortige Anbau würde sich als Besprechungsraum eignen. Auch das Presshaus könnte weiter belebt werden. Es bietet Platz für 80 Leute, wird vermietet und eignet sich bestens für Feierlichkeiten.

Bei einem Rundgang über das Mostereigelände wird klar, dass sich die Edener etwas einfallen lassen müssen. Die Bausubstanz der D-Halle wird nicht besser. Die alte Werkstatt, ursprünglich die Füllerei, ist ein Fachwerkbau, der bröckelt. Und der Schornstein auf dem Gelände hat nur noch eine Gnadenfrist bis 2017. Dann muss etwas passieren, bevor er einstürzt. Der Großteil der Bauten ist stark sanierungsbedürftig. Mit einem veränderten B-Plan wären Voraussetzungen geschaffen, um etwas verändern zu können.

Aber es geht nicht nur um den Kernbereich. Auch die Maßgaben für die Wohngrundstücke sind nicht mehr zeitgemäß. „50 Prozent der Edener Werte sind verloren gegangen“, meint Reischel. Darüber gibt es in Eden eine Generationsdiskussion. „Wenn Sie ein Riesengrundstück haben,wie bekommen Sie das heutzutage mit der Arbeit und dem Alltag unter einen Hut“, gibt Gabriele Haake zu bedenken. Auch in Sachen Gebäudegrößen und Nebenanlagen sind deshalb Anpassungen angedacht. Doch seinen Kleinsiedlungscharakter soll Eden nicht verlieren.

Die Genossenschaft und ihre Pläne

Die Eden Obstbau-Siedlung e. G. mit Sitz in Oranienburg wurde 1893 als gemeinnützige, vegetarische Obstbausiedlung gegründet.

Heute besitzt und verwaltet die Genossenschaft 120 Hektar Land. Es wurden circa 500 Erbbaurechte und Pachtverträge abgeschlossen. Die Genossenschaft zählt derzeit 409 Mitglieder.

Im Kern der Siedlung stehen das gesamte Mostereigelände, das Genossenschaftshaus und die Schule unter Denkmalschutz. Im Siedlungsgebiet gibt es außerdem zehn denkmalgeschützte Häuser.

Die Festsetzungen des B-Planes Nr. 31 sollen aus Sicht der Genossenschaft städtebaulich nachgebessert werden. Auf 70 Prozent der Grundstücke werden sie nicht mehr eingehalten.

Die zulässige Grundfläche für Hauptgebäude soll von 120 auf 150 m² erhöht werden. Die Fläche für Nebenanlagen soll von 50 auf 100 m² erhöht werden, davon 50 m² für Stellplatzzufahrten.

Der zentrale Bereich soll ein allgemeines Wohngebiet werden.

Weitere Informationen sowie Satzung und Siedlungsordnung sind unter www.eden-eg.de zu finden.

Von Andrea Kathert

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