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Oberhavel Die Fahrräder sind schon da
Lokales Oberhavel Die Fahrräder sind schon da
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13:04 20.03.2014
Karin Nungeßer und Andreas Probosch richten in ihrer Scheune die Fahrräder für Asylbewerber her. Quelle: Uwe Halling
Gransee

16 Zweiräder stehen bei Karin Nungeßer und Andreas Probosch in der Scheune, am Wochenende kommt eine weitere Lieferung mit Spenden aus dem gesamten Landkreis an. 45 Räder sind insgesamt zugesagt. Viel zu reparieren gibt es an den meisten nicht – hier einen Platten, da eine lockere Schraube. „Die Räder sind in einem guten Zustand“, sagt Andreas Probosch von der Willkommens-Initiative, für die er sich engagiert, weil er selbst ein Kind von Flüchtlingen ist. „Ich weiß, wie bitter das ist.“

Die Mobilität der Asylbewerber innerhalb der Stadt, aber auch darüber hinaus ist ein wichtiger Baustein des Konzeptes, an dem die im Januar gegründete Initiative arbeitet. Inzwischen haben sich die Mitstreiter zu Arbeitsgruppen zusammengefunden. Die beschäftigen sich unter anderem mit Fragen der Sicherheit, der Wohnunterkünfte, Patenschaften, rechtlichen oder auch finanziellen Aspekten. Darüber hinaus suchen die Akteure aus dem Norden den Erfahrungsaustausch mit Initiativen im Südkreis.

Bei einem Treffen am Dienstag im Heimatmuseum gab Simone Tetzlaff von der Beratungsstelle in Hennigsdorf wichtige Einblicke in ihre tägliche Arbeit mit Flüchtlingen. „Zu mir kommen Menschen mit ihrer Post, mit ihren Problemen und mit ihren Fragen“, sagte sie. Die Beratung durch die Sozialarbeiter in den Gemeinschaftsunterkünften reiche vielfach nicht aus. Die Granseer täten deshalb gut daran, sagte Tetzlaff, sich für eine unabhängige Beratungsstelle einzusetzen. Die werde es neben Anwälten und Dolmetschern brauchen, um den Flüchtlingen zu ihrem Recht zu verhelfen. Es seien zum Teil haarsträubende Geschichten, die sie in den Gesprächen mit den Asylbewerbern höre, so Tetzlaff. Es sei viel Verzweiflung dabei, die in manchen Fällen durch Willkür der Behörden verursacht werde. Das Angebot in Hennigsdorf finanziert sich durch Projektmittel der EU, Spenden und zu 20 Prozent durch eine Zuwendung des Kirchenkreises Oberes Havelland. Ob die Kirche eine weitere Stelle unterstützen würde, ist ungewiss. Pfarrer Mathias Wolf aus Menz, zugleich Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenkreises, befürchtet zudem, dass sich die Beratungsstellen womöglich die begrenzten Fördermittel gegenseitig abgraben. Dass Gransee eine solche Anlaufstelle bräuchte, sei aber unbestritten. Gerade, weil die Wege hier länger sind.

Die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, Gransee mit zu übernehmen, musste Simone Tetzlaff am Dienstag verneinen. Dafür fehle ihr schlichtweg die Zeit. „Ich fände es aber gut, eine Zusammenarbeit aufzubauen“, sagte sie. Die Integration gerade der Kinder in Kitas und Schulen sei laut Tetzlaff elementar. „Kinder lernen die Sprache so schnell, und über die Kinder lernen auch die Eltern was“, betonte sie. Sowohl die Schulen als auch die Kindertagesstätten in Gransee bereiten sich inzwischen auf die Aufnahme von Flüchtlingskindern vor. Der Sprachunterricht für Erwachsene, der im Südkreis in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule angeboten würde, reiche allein nicht, sagte Tobias Becker vom Flüchtlingsrat Brandenburg. Private Initiativen hätten sich in anderen Kommunen bewährt. Auch die Granseer Initiative hat inzwischen eine Sprachgruppe gegründet. Um sich vor möglicherweise rechtsextremen Übergriffen zu schützen, sei eine offene Begegnung und ein Miteinander vonFlüchtlingen und Einwohnern das beste Gegenmittel, sagte Becker. Mitstreiter der Willkommens-Initiative wollen die Facebook-Seite „Nein zum Heim in Gransee“ und auch die NPD im Auge behalten. Zudem soll eine E-Mail- beziehungsweise SMS-Kette aufgebaut werden, sodass im Falle eines Übergriffs schnell Hilfe da ist.Wie die Asylbewerber Teil des öffentlichen Lebens in Gransee werden, hängt entscheidend davon ab, wie die Menschen ihnen hier begegnen. „Am besten mit ganz viel Offenheit“, sagte Becker.

Unterstützer

Mit konkreten Hilfsangeboten möchte sich dieWillkommens-Initiative auf die Ankunft der Asylbewerber in Gransee vorbereiten.

Inzwischen wurden verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, die sich mit Rechtsfragen, Sicherheit, Fördermitteln, Sprachunterricht oder auch der Wohnungsunterbringung beschäftigen. Interessierte können sich dort jeweils einbringen.

Die Initiative ist im Internet unter www.willkommen-gransee.de beziehungsweise per E-Mail unter info@willkommen- gransee.de zu erreichen.

Von Cindy Lüderitz

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