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Oberhavel Die Feuerwehr – das ist sein Leben
Lokales Oberhavel Die Feuerwehr – das ist sein Leben
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19:03 20.04.2016
Bernd Wüstenberg leitet das einzige Feuerwehrmuseum im Landkreis Oberhavel. Es steht in der Berliner Straße 50 in Liebenwalde. Quelle: Andrea Kathert
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Liebenwalde

Eigentlich war klar, dass Bernd Wüstenberg einmal bei der Feuerwehr landen würde. „Wir haben direkt gegenüber vom alten Gerätehaus gewohnt“, erzählt er. Sobald die Sirene ertönte, flitzte er als Junge zum Fenster und schaute zu, wie die Feuerwehrautos aus dem Backsteinbau losbrausten. Als er die Schule besuchte, wurde Wüstenberg sofort Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Brandschutz. Und natürlich wollte er Feuerwehrmann werden. „Meinem Vater habe ich ganz schön in den Ohren gelegen“, erzählt Wüstenberg. Der musste ständig zwei Häuser weiter zu Wilhelm, dem Feuerwehrchef, gehen und fragen: „Wann nehmt ihr denn endlich meinen Jungen in die Wehr auf, der nervt mich.“ Am 11. September 1972, nur einen Tag nach seinem 16. Geburtstag, wurde Bernd Wüstenberg Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Liebenwalde. Es kamen die Jahre der Ausbildung. „Der K 30 Garant, das war mein erstes Ausbildungsauto, auf dem habe ich mein Handwerk gelernt.“ Damit fuhren die jungen Feuerwehranwärter zum Kanal an der Thürenbrücke und übten jeden Handschlag. An der dortigen Anlagestelle mussten die Feuerwehrleute oft die Glutnester auf den Lastkähnen löschen, die Kohlen in die Ziegelei nach Mildenberg transportierten. „Die Kähne hatten noch Holzböden“, erzählt der 69-Jährige. Nein, an seinen ersten Einsatz erinnert er sich nicht mehr.

Historische Aufnahmen zeigen den Brand im VEB Bauelementewerke im Jahr 1981. Quelle: Feuerwehrmuseum

Aber was ihm im Gedächtnis geblieben ist, war der große Brand 1981 am Kiez, als beim VEB Bauelementewerk eine Produktionshalle in Flammen stand. Die Sauerkrautplatten,­ ­die dort produziert wurden, brannten wie Zunder. „Tja, die Halle hat ein Liebenwalder angesteckt, der dort arbeitete.“ Auch den großen Waldbrand Ende der 1970er-Jahre wird Wüstenberg nicht vergessen. „Drei Wochen lang waren wir dort im Einsatz.“

Seine Ausbildung in der Wehr machte Wüstenberg im Schnelltempo. 1968 den Führerschein, dann die Maschinistenausbildung, den Gruppenführerlehrgang und schließlich im Ausbildungskommando Nauen die Qualifizierung für die Wehrleitung. 1976 wurde Wüstenberg Leiter der Liebenwalder Feuerwehr. Es war eine starke Truppe, nur aus dem heutigen Stadtgebiet. Die jetzigen Ortsteile gehörten noch nicht zu Liebenwalde. „In den 70er- und 80er-Jahren waren wir um die 50 Mann, zeitweise über 60 Kameraden.“ Seit 1969 hatte Wüstenberg als Betreuer für Polytechnik gearbeitet. Er war gelernter ­Traktorenschlosser, hatte später seinen Meister und seinen Ingenieur gemacht. Als Feuerwehrchef wurde er Angestellter in der Stadtverwaltung, bis zur Wende. Dann ging er nach Berlin und wechselte in die Berufsfeuerwehr. „Allerdings konnte ich dann nicht mehr Wehrleiter in Liebenwalde sein“, erzählt Wüstenberg. Doch vier Jahre später kam ein weitaus größerer Schock. „Da hatte sich mein Feuerwehrleben erledigt.“ Sein Rücken spielte nicht mehr mit. „1998 war mein aktiver Dienst vorbei, ich wurde berentet.“ Ein harter Schlag für jemanden, der mit Leib und Seele Feuerwehrmann war. „Als ich meinen Pieper und die Einsatzkleidung abgegeben habe, ist für mich eine Welt zusammengebrochen.“ Er habe die Sirenen nicht mehr hören können. Bernd Wüstenberg zog sich zurück. Für lange Zeit. Erst 2011 sollte er wieder sein Herz an die Feuerwehr hängen. Bürgermeister Jörn Lehmann und Stadtbrandmeister Uwe Deichmann kamen auf ihn zu. Sie wollten ein Feuerwehrmuseum eröffnen und suchten einen Chef. Bernd Wüstenberg war der richtige Mann dafür.

Eine ganze Flotte an Feuerwehrautos stehen im Museum. Hier sind Fahrzeuge aus DDR-Zeiten zu sehen. Quelle: Kathert

Am 18. August 2012, zum 130-jährigen Jubiläum der Feuerwehr, wurde das Museum eröffnet. „Es war brechend voll, man konnte nicht treten.“ Jetzt stehen der K 30, ein S 4000, ein LO, drei W 50, ein Wartburg, ein Mottorad und ein B 1000 im Museum. „Wenn wir mit der ganzen Flotte bei Festen auftauchen, da wird einem richtig anders.“

Von Andrea Kathert

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