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Die Fliegerschule – ein Haus mit Geschichte

Leegebruch Die Fliegerschule – ein Haus mit Geschichte

Zehn Jahre Arbeit und unzählige Stunden in verschiedenen Archiven hat Norbert Rohde in sein neuestes Werk, ein 140 Seiten starkes Buch über die ehemalige Flieger-Technische Vorschule Oranienburg, das mit zahlreichen historischen Aufnahmen und Zeitzeugenaussagen aufwarten kann, investiert. Am 1. Dezember soll es anlässlich des Leegebrucher Weihnachtsmarktes erscheinen.

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Norbert Rohde mit seinem neuesten Werk über die Flieger-Technische Vorschule aus der Reihe „Historische Militärobjekte der Region Oberhavel “.

Quelle: Foto: UG

Leegebruch. Manchmal müsse man alles liegenlassen und seine Pläne ändern, verrät Norbert Rohde, Mitglied des Leegebrucher Geschichtsvereins. Denn eigentlich habe er geplant, seine Buchreihe „Historische Militärobjekte der Region Oberhavel“ mit Band zwei und drei über die Zulieferbetriebe der Heinkelwerke fortzusetzen. Doch dann entschied sich der Hobbyhistoriker, der Geschichte der ehemaligen Flieger-Technischen Vorschule den Vorzug zu geben. „Ich wollte aktuell sein“, so der 65-Jährige, der bis zum Eintritt in den Ruhestand 2015 für den Landkreis Oberhavel gearbeitet hat. Denn gerade sei das Gebäude der Fliegerschule, das am Kreisverkehr zwischen Leegebruch und Bärenklau liegt, quasi in aller Munde. Wird es doch seit vergangenem November als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber genutzt. Nachdem das Haus rund 15 Jahre leergestanden hatte. Wenn nicht jetzt, wann dann, könne man Bürger für die Geschichte dieses Hauses interessieren, glaubt Rohde. „Nutzungen aus unterschiedlichen politischen Perioden haben diesen Standort geprägt. Die Zeitzeugnisse zu dokumentieren, von der Entstehung bis zur Gegenwart, soll Aufgabe der Publikation sein.“ Zehn Jahre Arbeit und unzählige Stunden in verschiedenen Archiven hat Rohde in das 140 Seiten starke Buch, das mit zahlreichen historischen Aufnahmen und Zeitzeugenaussagen aufwarten kann, investiert. Am 1. Dezember soll es anlässlich des Leegebrucher Weihnachtsmarktes erscheinen.

„Wenn die Gebäude sprechen könnten, so hätten sie mit Sicherheit viel zu erzählen“, ist sich Rohde sicher, „und würden das eine oder andere Geheimnis der Region lüften.“ Doch möchte der gebürtige Falkenseer mit dem Buch auch dazu beitragen, Mythen, Gerüchte und Legenden, die den Gebäudekomplex umranken, zu entzaubern. Und stattdessen die realen geschichtlichen Zusammenhänge an Hand der Nutzung der Immobilie darlegen und dokumentieren. Ohne zu werten oder zu bewerten.

Unweit der Oranienburger Heinkel-Flugzeugwerke war der mehrteilige Zweckbau als Flieger-Technische Vorschule 1938 fertiggestellt worden. Mit dem Ziel als elitäre Militärschule junge Männer in 3,5 Jahren zu Flugzeugtechnikern auszubilden. 16 bis 18 Jahre alt waren die 303 Schüler, die ihre Ausbildung in den Jahren bis Kriegsende hier absolvierten. Dann zog der Geheimdienst des NKWD für kurze Zeit in das Gebäude ein, bevor es vor Gründung der DDR als Jugend-und Kulturschule genutzt wurde.

1949 wurde es von der FDJ übernommen, die bis zur Wende 1989 in dem Gebäudekomplex am Waldrand FDJ-Sekretäre schulte und den Brigaden der Freundschaft Fremdsprachenunterricht erteilte. „Die Schule trug oft den Beinamen Rote Schule“, so Rohde. Doch man müsse die Geschichte differenzierter betrachten: So seien zum Beispiel 1988 von 13 Sprachlehrern, acht kein Parteimitglied gewesen.

Nach der Wende erfolgte eine Interimsnutzung als Tourimusschule, die trotz viel Engagement 1992 nach nur zwei Ausbildungsjahrgängen scheiterte. „Das Gebäude war in einem schlechten Zustand. Bevor die Tische kamen, waren die Stühle weg.“ Der Kreis übernahm, man baute um, brachte Asylbewerber, später Aussiedler am Kreisverkehr unter. Seit 1999 stand das Gebäude leer, bis wieder Asylbewerber einzogen. Nun entsteht ein Anbau, mit Wohnungen. „Das Areal ist interessant, hat als Wohnstandort Potenzial“, glaubt Rohde. So werde nun auch ein weiteres Kapitel der Geschichte aufgeschlagen.

Von Ulrike Gawande

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