Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Die Freiwillige Feuerwehr blickt auf 2017 zurück
Lokales Oberhavel Die Freiwillige Feuerwehr blickt auf 2017 zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:57 14.03.2018
Seit 60 Jahren ist Wolfgang Hentschel (l.) in der Leegebrucher Wehr aktiv. Martin Rother gratuliert. Quelle: Robert Roeske
Leegebruch

Die mehr als 55 Medaillen des Landkreises für den Einsatz beim Starkregenereignis im vergangenen Sommer hat Wehrführer Sebastian Hentschel seinen Kameraden schon längst überreicht. Nicht erst bei der Jahreshauptversammlung, die am Sonnabend stattgefunden hat. „Es ist eine schöne Auszeichnung und es ist ein gutes Gefühl, dass unser Einsatz gesehen wird.“ Doch wenn der 33-Jährige, der erst seit einem Jahr im Amt ist, ehrlich ist, hätte er sich einen ähnlichen Anstecker für die Uniformjacken gewünscht, die es auch für die Einsätze beim Elbe- und Oderhochwasser gegeben hat.

Der amtierende Bürgermeister Martin Rother überreichte dem Wehrführer sein Aufnahmegesuch.

Wichtiger jedoch als jegliche Auszeichnung ist Sebastian Hentschel die Quintessenz der tagelangen Einsätze beim Jahrhundertregen. „Das Jahr hat uns geprägt und zusammengeschweißt. Ich kann auf euch zählen“, dankte er seiner Mannschaft, zu der derzeit 40 (2017: 36) Aktive gehören. Ähnlich sah es auch der amtierende Bürgermeister der Gemeinde Martin Rother in seinem sehr emotionalen Grußwort. „Die Gruppe ist das Entscheidende. Hoffentlich müssen wir so etwas nie wieder erleben. Aber die Gemeinschaft müsst ihr euch bewahren.“ Sprach’s und überreichte dem Wehrführer sein Aufnahmegesuch für die Freiwillige Feuerwehr Leegebruch. „Ich bin bestimmt kein guter Feuerwehrmann, aber vielleicht gibt es jemanden, der die Stiefel putzen muss“, schmunzelte Rother die Emotionen weg, nachdem er zuvor noch einmal deutlich gemacht hatte, dass die Schuld für die Überschwemmungen nicht bei der Gemeinde zu suchen sei. „Wir hatten keine Chance. Nicht weil wir versagt haben, sondern weil andere versagt haben.“

Wehrführer Sebastian Hentschel blickte auf 2017 zurück. Quelle: Robert Roeske

208 Einsätze absolvierten die Leegebrucher Kameraden im vergangenen Jahr. Im Jahr zuvor hatten sie nur 31 Mal ausrücken müssen. Allein das Drehleiterfahrzeug war zu Sturmeinsätzen 60 Mal im Einsatz. Insgesamt gab es 199 Alarmierungen wegen technischer Hilfeleistungen, davon 99 wegen des Starkregens. Trotzdem dürfte die tatsächliche Zahl noch deutlich höher liegen. „Denn es sind nur die Einsätze dokumentiert, die über die Leitstelle kamen“, so Hentschel in seinem Bericht. Hinzu kamen 13 Alarmierungen für Türnotöffnungen, die Beseitigung von sieben Ölspuren und drei Verkehrsunfälle.

Nach der Versammlung wurde noch ein wenig zusammengesessen Quelle: Robert Roeske

„Wir waren im vergangenen Jahr, wenn man alle Kameraden zusammenrechnet, 2245,4 Stunden im Einsatz. Das sind 428,6 Tage. Das ist mehr als ein Jahr“, fasste Hentschel zusammen. „Mein erstes Jahr als Wehrführer war anstrengend und eine Herausforderung, aber keinesfalls schlecht oder deprimierend. Besonders von den älteren Kameraden wurde ich sofort respektiert. Das Jahr stärkt einen für die Zukunft.“ Dabei waren nur neun Brände zu löschen: Drei Kleinbrände im Ort, zwei Großbrände in Velten und vier Fehlalarme. Hinzu kommen zu den Einsatzstunden für die Kameraden, die ein Durchschnittsalter von nur 34 Jahren haben, noch einmal fast 2500 Aus- und Fortbildungsstunden zusätzlich zu den Einsatzzeiten sowie 320 Stunden für Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene. Außerdem absolvierten zukünftige Feuerwehrkräfte 560 Stunden in ihre Grundausbildung. Darunter auch zwei Frauen.

Jahreshauptversammlung in Leegebruch Quelle: Robert Roeske

Denn die Frauenquote erhöhte sich in der Leegebrucher Wehr um stolze 300 Prozent. Bis 2017 gab es keine Feuerwehrfrau in der Gemeinde. Hentschel freute sich über die Neuzugänge, die auch ein „positiver Nebeneffekt“ der Hilfseinsätze beim Starkregen seien. Neun Kameraden wurden befördert. Die Jugendfeuerwehr blieb nahezu stabil bei 17 Mitgliedern, die Alters- und Ehrenabteilung wuchs auf 14 Kameraden. 2019 soll zudem die Ersatzbeschaffung für ein Tanklöschfahrzeug, ein TLF 4000 für 450 000 Euro, auf den Hof rollen.

Von Ulrike Gawande

Ob Prinzessinnenkutsche oder Piratenschiff – mit Luft gefüllt wurden die phantasievollen Hüpfburgen zu einem Spielespaß für kleine und große Kinder am Wochenende in Kremmen. Eine ideale Schlechtwettervariante für Familien.

14.03.2018

Ein Jahr machte er den Job kommissarisch – nun bekam Gordon Harnack seine Ernennungsurkunde als Chef der Stützpunktfeuerwehr Fürstenberg offiziell überreicht. 151 Mal wurde die Wehr 2017 zu Einsätzen gerufen.

14.03.2018
Oberhavel Guten Tag! - Auf nach Menz

Wanderfreunde aufgepasst! Am 18. März steigt die 5. MAZ-Frühlingswanderung. Treffpunkt und Start ist um 10.30 Uhr am Friedensplatz in Menz in der Gemeinde Stechlin. Das wird wieder ein Spaß – ist sich Redaktionsleiter Sebastian Morgner sicher.

11.03.2018