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Die Freude am Schaffen

Glienicke Die Freude am Schaffen

Mechtild Donath ist Künstlerin aus Glienicke. Früher verdiente sie als Psychotherapeutin für Suchtkranke ihr Geld. Am Wochenende beteiligt sich sie mit ihren Bildern und ihren Skulpturen aus Speckstein und Granit an den Tagen der Offenen Ateliers, zu denen in Glienicke sogar Kunstkutschen zu Rundfahrten einladen.

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Besonders in den Wintermonaten widmet sich Mechtild Donath der Steinbildhauerei. Das rechte Kunstwerk trägt den Titel „Geist“.

Quelle: Fotos: ulrike Gawande

Glienicke. Mechtild Donath liebt klare Strukturen und fröhliche Farben. Sowohl im normalen Leben, als auch als Künstlerin. Seit rund 15 Jahren widmet sich die Glienickerin der Kunst, sowohl auf malerischer, als auch auf bildhauerischer Ebene.

„Bei einer Kur gehörte die Kunst zum Programm und ich merkte, wie mich die kreative Beschäftigung entspannte“, erzählt die gebürtige Dresdenerin, die es 1981 nach Glienicke verschlagen hat. Bis vor fünf Jahren leitete die Psychotherapeutin eine Therapieeinrichtung für Suchtkranke in Berlin. Während der Berufstätigkeit blieb für die heute 65-Jährige wenig Zeit für künstlerische Experimente. Schließlich galt es parallel zum Beruf, auch noch die vier Kinder auf einen guten Weg zu bringen. Heute hat die sechsfache Großmutter mehr Zeit, sich kreativ zu betätigen. Auch ihr Mann Manfred hat mittlerweile Blut geleckt. „Bevor ich Kinder hatte, habe ich viel getöpfert“, erinnert sich Mechtild Donath an alte Zeiten. Später habe sie gebastelt und genäht. „Die Kreativität und die Freude am Schaffen war also schon immer da, schließlich musste man sich etwas ausdenken, wenn man zu DDR-Zeiten etwas Hübsches haben wollte.“

Seit rund zwölf Jahren ist die Kunst jedoch zu einem Schwerpunkt in Mechtild Donaths Leben geworden. Im Winter wird eher gemalt – seit drei Jahren hauptsächlich in Öl – und im Sommer widmet sie sich der Bearbeitung von Steinen. Begonnen hat die Glienickerin mit Specksteinen. Ähnlich wie ihre Patienten, die sich in der Ergotherapie auch an dem weichen Mineral probieren konnten. „Das hat Spaß gemacht.“ Es folgten ein Marmorlehrgang bei einem Berliner Bildhauer, dann ein Kurs zum maschinellen Bearbeiten von Steinen. Schließlich ein Granitkurs im Campo dell Altissimo in Italien. „Ich habe viel gelernt. Peter Rosenzweig und Raphael Beil waren gute Dozenten.“ Noch heute halte sie zu ihnen Kontakt, auch um sich immer wieder Rat einzuholen.

Beim Schaffen von Skulpturen lässt sich Donath von der Natur inspirieren. Oft sei sie selbst überrascht, was aus den Steinen entstehe. „Ich gucke mir den Stein an, überlege: Ist da irgendetwas?“, beschreibt die Glienickerin den Schaffensprozess. „Manchmal habe ich auch eine Idee, wie bei der Skulptur des Geistes, in der ich die Begriffe konvex, konkav, eine Nase und einen Mund unterbringen wollte.“ Vier bis fünf Wochen benötigt sie für ein Kunstwerk. Nicht immer bekommen die Werke Namen. Manchmal aber schon, wie die zwei Köpfe, die übereinander angeordnet in verschiedene Richtungen blicken: „Dialektik“. Oder die zwei roten, weich geformten Figuren aus Travertin, einem Kalkstein aus Italien, die sich fast schutzsuchend aneinanderschmiegen. „In Liebe entflammt“, ist hier der gewählte Titel.

Wo Mechtild Donath in der Bildhauerei ihren Stil gefunden zu haben scheint, ist sie in der Malerei noch auf der Suche nach einer eigenen Handschrift: Mal sind die Bilder im Stil des Kubismus, wie die Berliner Oberbaumbrücke, dann wieder surrealistisch wie die fußballspielende Schnecke. Ein Auftragswerk für den Enkel.

Farbenfroh sind sie jedoch alle, auch die von ihr geliebten Stillleben. In Volkshochschulkursen bildet sich die Künstlerin weiter, probiert neue Techniken aus und bringt von Reisen Bildideen mit nach Hause. Am Sonnabend stellt sie ihre Werke beim offenen Atelier aus und bietet Specksteinbearbeitung an.

Von Ulrike Gawande

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