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Oberhavel Die Golanhöhen sind die Oase der Stadt
Lokales Oberhavel Die Golanhöhen sind die Oase der Stadt
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00:16 21.02.2017
Blick von oben: Die Kleingarten-Anlage in Velten. Noch ist wenig los. Doch der Frühling kommt. Quelle: Ingo Pahl
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Velten

Eine vernachlässigte alte Obstplantage mit Kirschbäumen und viel Wildwuchs befand sich noch vor knapp 40 Jahren auf den Hügeln an der Westrandsiedlung in Velten. Ausgerechnet dieses Gebiet hatten sich die Lokomotivbau Elek­trotechnischen Werke (LEW) Hennigsdorf als Kleingartenanlage für ihre Beschäftigten auserkoren. „1979 wurde der Verein gegründet und 1980 ging es richtig los“, erinnert sich Dieter Kuhlbars, der Vorsitzende der Gartensparte 92. „Wir haben das meiste von Hand gerodet, einige haben da schon nach ein paar Tagen das Handtuch geworfen“, so der 65-jährige Hennigsdorfer. Nahezu zeitgleich begannen auch die Stahlwerker die benachbarte Sparte an der Bötzower Straße zu erschließen.

1982 wurde das Gelände der Sparte parzelliert und ein Jahr später entstanden die ersten Lauben. Die Lokomotivbauer sorgten auch für die Infrastruktur: Wege, Strom- und Wasserleitungen. So konnte das kleine Paradies auf den Veltener „Golanhöhen“ entstehen, wie sie wegen der zeitweisen Nutzung als Militärübungsgelände im Volksmund heißen. 59 Parzellen hat die einstige LEW-Gartensparte heute. 15 davon werden noch von den Gründern bewirtschaftet.

Der Veltener Günter Petermann wohnt an der Bötzower Straße. Quelle: Heiko Hohenhaus

„Wir achten darauf, dass auf etwa einem Drittel der Fläche Obst und Gemüse angebaut wird. Damit sichern wir den kostengünstigen Status als Kleingarten-Anlage“, so Kuhlbars. Mittelpunkt in seinem Garten ist ein stattlicher Kirschbaum. Daneben ernten er und seine Frau unter anderem Quitten, Birne, Tomaten, Gurken, Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren. Vor zwei Jahren pflanzten sie auch einen Aprikosenbaum, der voriges Jahr bereits geblüht hat.

Ihre Pacht haben die Kleingärtner der Sparte 92 bis vor zwei Jahren an die Stadt Velten gezahlt. Mittlerweile hat eine Erbengemeinschaft aus Italien Ansprüche angemeldet. „Wir wussten, dass die Obstplantage einst einem Italiener gehört hat“, erzählt Kuhlbars. Mit der Erbengemeinschaft habe man sich nun weitgehend geeinigt und auch die Stadt Velten habe erklärt, dass das Gelände städtebaulich seinen Status als Kleingartengebiet behält, erklärt der Vereinsvorsitzende. „Unsere Prämisse ist, die Gartensparte am Leben zu erhalten und auch für die Allgemeinheit zugänglich zu machen“, betont er.

Zwischen den Kleingärtnern und den Anwohnern habe es von Anfang an ein gutes Verhältnis gegeben, sagt der Veltener Günter Petermann, der an der Bötzower Straße vis-à-vis zu den Stahlwerker-Gärten wohnt. Als es in den 1980er-Jahren losging, habe er öfter mit Wasser, Strom und auch Handwerkszeug ausgeholfen. Einen großen Vorteil gab es auch für die Alteingesessenen: Nachdem die Gärten entstanden waren, verlegten die Russen ihre Einflugschneise zur Hubschrauber-Garnison. „Da hatten wir dann mehr Ruhe“, so Petermann, der bis heute ein gutes Verhältnis zu seinen Kleingarten-Nachbarn auf der anderen Straßenseite pflegt.

Dieter Kuhlbars ist Vorsitzender der Gartensparte 92. Quelle: Heiko Hohenhaus

Nachwuchssorgen haben die Gärtner nicht, berichtet Dieter Kuhlbars. Wenn ein Garten frei wird, gebe es in der Regel mehrere Bewerber. Die besten Karten haben dann junge Familien mit Kindern, die Altersstruktur ist inzwischen gemischt. „Wir haben Mitglieder, die sind Ende 20, und auch ein Ehepaar, das 87 und 85 ist, da war ich jetzt bei der Eisernen Hochzeit“, berichtet der Vorsitzende. Die Gartensparte 92 will den 40. Geburtstag in zwei Jahren groß feiern. Das Vereinsheim wird inzwischen ausgebaut. Ein schönes Festgelände steht zur Verfügung.

Dieter Kuhlbars und Günter Petermann freuen sich schon auf den Frühling, wenn wieder richtig Leben in die Gärten kommt. Mit dem Baumschnitt im Februar wird die Saison eröffnet. Ende März schaltet der Verein die zentrale Wasserversorgung wieder ein. An den Wochenenden zieht der ehemalige aktive Fußballer und Fan Kuhlbars dann wieder die Hansa-Rostock-Flagge hoch, während seine Nachbarn die Hertha- und die Bayern-Fahne hissen.

Von Heiko Hohenhaus

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