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Die Grüne Jugend startet durch

Neue Gruppe in Oberhavel gegründet Die Grüne Jugend startet durch

Sophia Schley (22) und Marty Kressin (21) gehören zu den Gründern der Grünen Jugend in Oberhavel. „Ich wollte etwas verändern. Nicht nur kritisieren, sondern handeln“, so begründet der Theologiestudent der HU Berlin seine Entscheidung, sich aktiv politisch zu betätigen. „Engagieren und mitgestalten“, fügt Sophia hinzu.

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Sophia Schley und Marty Kressin sind die Mitbegründer der Jungen Grünen in Oberhavel.

Quelle: FOTO: ENRICO KUGLER

Oberhavel. Welche Zukunft hat das Bündnis 90/Die Grünen bei der Jugend in Oberhavel? Die sieht vielleicht gar nicht so schlecht aus, denn neuerdings gibt es hierzulande die Grüne Jugend. Sophia Schley (22) und Marty Kressin (21) könnten damit für eine neue Generation der Partei stehen.

Die Studenten engagieren sich seit Juni für den Kreisverband der Grünen: „Ich wollte etwas verändern. Nicht nur kritisieren, sondern handeln“, so begründet der Theologiestudent der HU Berlin seine Entscheidung, sich aktiv politisch zu betätigen. „Engagieren und mitgestalten“, fügt Sophia hinzu.

Die Entscheidung für die Grünen sei für Marty aber nicht von Anfang an gefallen. Zunächst beteiligte er sich in der SPD-Jugendorganisation, den Juso. Marty wollte jedoch mehr mitgestalten. Seine Oma war es, die ihn fragte, „warum ich mich eigentlich nicht aktiv engagiere.“

„Die Junge Grüne ist wortwörtlich noch eine sehr junge Gruppe. Dadurch kann ich mich aktiv einbringen und Strukturen von Anfang an mit aufbauen“, sagt er.

Die Gruppe startete im September unter Beteiligung von fünf Jugendlichen aus Oberhavel. Das ist noch nicht viel, aber: „Wir rechnen damit, dass es mehr werden, aber OHV ist halt traditionell rotes Terrain und wir noch ganz neu“, so Marty. „Wir kennen uns alle untereinander. Diskussionen finden von Gesicht zu Gesicht statt. Das erleichtert eine effektive Zusammenarbeit, was brisante Themen angeht.“

Ein Beispiel ist das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Da geht es unter anderem darum, dass Konzerne künftig Staaten verklagen können, wenn deren Umwelt- oder Sozialgesetze den prognostizierten Gewinn verringern. Die Grünen auf Bundesebene sehen in TTIP eine Gefahr, die demokratischen Werte zu untergraben. Die Kritik ist auch in Oberhavel angekommen, doch nicht immer sind dabei alle einer Meinung. „Wir denken, dass mit TTIP dem Bürger Entscheidungen aus der Hand genommen werden“, so Sophia. Wenn es andere Ansichten auf Parteiebene gibt, würden „diese gehört und diskutiert. Dabei kann es auch schon mal laut werden“, so Marty mit einem Lächeln. Am Ende sei aber genau diese Art der Auseinandersetzung die Voraussetzung, um zu Entscheidungen zu kommen. An einer solchen Harmonie fehlt es jedoch im Zusammenhang mit anderen Parteien.

Der Umweltschutz ist ein Schwerpunkt. Der Braunkohleabbau wurde von der SPD vehement verteidigt. Ein neuer Plan sah einen neuen Braunkohletagebau in der Lausitz vor, der den bisherigen Abbau übertreffen sollte. „Mit solch einer Position kann ich gar nichts anfangen,“ sagt Sophia. Die Wut steht ihr ins Gesicht geschrieben, denn „mit erneuerbare Energie können neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Für mich ist aber der Schutz natürlicher Ressourcen nicht weniger wichtig.“ Zwar sind die Braunkohle-Pläne seit kurzem vom Tisch, aber die Wut hält bei Sophia an: „Manchmal ist es schon ernüchternd zu sehen, dass wir dem politischen Machtgerangel zwischen den Parteien so ausgeliefert sind.“

Jetzt konzentrieren sich Sophia und Marty aber erst mal auf die Gruppe in Oberhavel. Den Anfang bildete ein erstes Mitgliedertreffen in Leegebruch. „Wie erhalten von der Spitze des Kreis- und Landesverbandes eine massive Unterstützung“, sagt Marty. „ Das macht uns das aktive Engagement nicht nur leichter, sondern motiviert zugleich für weitere Projekte.“ Junge Mitglieder würden gefördert, ernstgenommen und in eine aktive Diskussionspolitik einbezogen, wie Sophie zufügt. „Wir haben einfach den Vorschlag bei unseren Vorsitzenden gemacht und sind dabei auf ein offene Ohren gestoßen. Zwar zählt unsere Gruppe erst fünf Mitglieder, aber das ist erst der Anfang“, sagt Marty über den Neustart der Gruppe. Gerade weil die Jungen Grünen aber noch eine ganz junge Gemeinschaft seien, bräuchte sie die Unterstützung anderer Jugendlicher.

Sophia und Marty zeigen, wie sie sich als junge Grüne selbst engagieren und ihre Ideen einbringen können. Dabei stehen sie jedoch ganz am Anfang. Die Jungen Grünen bieten die Plattform, aber erst deren Mitglieder können darauf auch ein Haus bauen.

Von Katja Hellmys

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