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Die Grundschulen reichen nicht

Oranienburg Die Grundschulen reichen nicht

Dass viele jungen Familien nach Oranienburg ziehen, ist sehr erfreulich. Die Stadt gerät aber andererseits unter Druck. Es fehlen in den nächsten Jahren Hunderte von Schul- und Kitaplätzen. Es wird viel Geld fließen müssen, damit neue Kitas und Schulen gebaut werden können. Und viel Zeit bleibt nicht, schon im nächsten Jahr müssen Ergebnisse her.

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Eigentlich war ihr Ende schon so gut wie besiegelt: die alte Comeniusschule Im Schlosspark sollte abgerissen werden. Nun könnte sie ein wertvolle Zwischenlösung werden.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienbug. Das Thema, das die Mitglieder im Bauausschuss am Dienstagabend am meisten beschäftigte, war ohne Zweifel die künftige Schul- und Kitalandschaft in der Stadt. Der große Zuzug besonders an jungen Familien bringt die Stadt in enormen Zugzwang. Die Zeit drängt. Allein in den nächsten acht Jahren müssen bis zu 474 Kitaplätze neu entstehen (MAZ berichtete). In den Schulen fehlen bis 2022 voraussichtlich bis zu 508 Plätze. Während die Stadt bei den Kitas noch auf freie Träger und Erweiterungsmöglichkeiten setzen kann, ist sie in der Schullandschaft auf sich alleine gestellt.

Das umfangreiche Konzept für Neubauten, Sanierung und Zwischenlösungen halten einige Abgeordnete für noch nicht ganz ausgefeilt. Das Abstimmungsergebnis spiegelte es wieder: Sechs Abgeordnete stimmten dafür, fünf enthielten sich. „Die Verwaltung hat ein Konzept geliefert, jetzt müssen Sie sagen, ob es so gehen soll“, sagte Baustadtrat Frank Oltersdorf. „Jede Verzögerung fällt uns aber auf die Füße“ gab er zu bedenken. „Wir brauchen Planungsvorlauf.“ Mindestens fünf Jahre. Vor allem die Fraktion der Grünen sah das Konzept trotzdem kritisch.

„Wir haben alle geahnt, dass Kitas und Schulen nicht reichen“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Heiner Klemp. Es habe keine ordentliche Planung gegeben. „Das fällt uns nun auf die Füße.“ Nun werde in den nächsten zehn Jahren alles mögliche aus dem Boden gestampft. Im Schulbereich beginnen die Vorschläge mit dem fünfzügigen Ausbau der Havelschule. „Das möchten wir nicht“, sprach Klemp für die Grünen im Parlament. Klemps Vorschlag: Statt die Havelschule als bereits größte Einrichtung der Stadt noch zu erweitern, sollte die alte Comeniusschule ab 2018 wieder genutzt werden und mittelfristig ein weiterer Neubau entstehen. Obwohl dem Grünen-Abgeordneten völlig schleierhaft ist, dass es nach Aussagen der Verwaltung nun plötzlich möglich sei, die alte Comeniusschule im Schlosspark nach einer Zwischenlösung als Übergangskita wieder als zweizügige Grundschule mit Hort zu ertüchtigen. „Das ging doch bisher nie“, wunderte sich Klemp. Stattdessen wurde für 17 Millionen Euro die neue Comeniusschule gebaut.

An diesem Punkt hakte der Baustadtrat sofort ein. Er würde weiterhin diese Schule sofort abreißen. „Aber im Moment ist das bauwirtschaftlicher Unsinn.“ Die Rohbaumasse könne wieder hergerichtet werden. Die Schülerzahlen würden sich auch wieder ändern. „Dann können wir diese Schule als erste vom Netz nehmen und müssen keinen Neubau schließen.“

Mehr Schulen braucht die Stadt

Für die Schaffung zusätzlicher Grundschul- und Hortkapazitäten hat die Amtsleiterin für Bildung und Soziales ein Konzept ausgearbeitet, das mittelfristig bis 2022 Maßnahmen in der Kernstadt, in Lehnitz und Friedrichsthal vorsieht.

An der Havelschule soll bis zum 1. August 2018 ein Trakt mit fünf Klassenräumen mit je 60 Quadratmetern sowie zwei Teilungsräume mit je 40 Quadratmetern angebaut werden.

Für die Grundschule Friedrichsthal wird ein Neubau (maximal anderthalb-zügig) am Sportplatz mit Fertigstellung bis 2021 vorgeschlagen.

Für die Grundschule Lehnitz ist ein Erweiterungsbau mit Hort (anderthalb-zügig) favorisiert worden. Die Inbetriebnahme könnte zum 1. August 2020 erfolgen.

Die Lösung für die Friedrichsthaler Grundschule, die allgemeine Zustimmung fand, lautet: ein Neubau mit Hort auf dem Sportplatzgelände. Damit kann auch Schulleiterin Antje Ernst leben. „Ich habe nur Bedenken, dass die Zwischenlösung mit einem Container bis dahin ausreicht“, bis der Neubau 2021 eröffnet wird. Sobald die Stadtverordneten ihren Segen geben, kann das B-Planverfahren auf den Weg gebracht werden und parallel dazu die Hochbauplanung beginnen.

Für die Grundschule in Lehnitz könnte ein Anbau die Lösung sein, um ab 2020 anderthalbzügig zu fahren. „Wir sehen in Lehnitz keine Notwendigkeit für eine Zweizügigkeit“, sagte Oltersdorf. Vorsichtshalber laufen aber Verhandlungen mit der Stadt Hohen Neuendorf zu einem Gemarkungsaustausch, um vorsichtshalber Baurecht für einen Neubau zu schaffen. „Wir müssen fünf Jahre vorausschauen und an die Folgebelastungen denken“, meinte Oltersdorf. Und er gab zu bedenken: „Noch haben wir städtische Flächen, aber vielleicht müssen wir bald solche schaffen.“

Von Andrea Kathert

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