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Die Heidekrautbahn kommt zum Zug

Glienicke Die Heidekrautbahn kommt zum Zug

Die Gemeinde Glienicke unterstützt die Reaktivierung der Stammstrecke von Schönwalde über Mühlenbeck und Schildow nach Berlin-Gesundbrunnen.

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Die vorhandene Strecke wird seit 2005 von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) in Eigenregie betrieben.

Quelle: Helge Treichel

Glienicke. Als die Gemeinde Glienicke vor vier Wochen Mitglied in der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) „Region Heidekrautbahn“ wurde, stand das Ziel fest: die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke von Schönwalde über Mühlenbeck und Schildow nach Berlin-Gesundbrunnen.

Für den Glienicker Anselm Fitzkow ist nicht ganz nachvollziehbar, warum nicht gleich das ganze Paket auf die Agenda kommt. „Warum nur Schönwalde und nicht Liebenwalde?“, fragt er am Sorgentelefon. „Und warum nicht auch noch der Abzweig nach Schmachtenhagen?“ Seine beiden Enkelinnen seien in Schmachtenhagen zu Hause – und der Schulwechsel stehe an. Die gesamte Bahnstrecke böte deutlich mehr Möglichkeiten. „Warum wird nicht mehr Druck gemacht?“, so der Glienicker.

Die Glienicker Blickrichtung liege in der Natur der Sache, erläuterte Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP): Viele Einwohner würden nach Berlin zur Arbeit pendeln. „Das ist auch der Punkt, weswegen wir uns für eine Reaktivierung der Stammstrecke und eine schnellere Anbindung nach Gesundbrunnen einsetzen“, sagt der Bürgermeister: „Die Glienicker wollen schnellstmöglich nach Berlin.“ Ein Halt in Gesundbrunnen sei dafür optimal, weil von dort aus der Übergang zur Ringbahn und zu anderen Strecken möglich sei.

Und diese Strecke habe gute Chancen: „Wir sind bereits in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden“, sagt Oberlack. Jetzt sei das Land Brandenburg am Zug, die alte Stammstrecke der Heidekrautbahn auch zu bestellen und die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. Sogar von Berliner Seite sei bereit Interesse für dieses Vorhaben bekundet worden, verspreche man sich doch davon eine weitere Alternative zur U-Bahnlinie U8 und zur S-Bahnlinie S1. Dennoch bezeichnet der Verwaltungschef dieses Vorhaben als „gewaltigen Ritt“. Ein langer Atem sei nötig, wie die bisherige Geschichte beweist. Der Gemeindeverbund der KAG ist bereits im Jahr 1999 gegründet worden. Mit Glienicke haben sich nunmehr 22 Anliegerorte aus sieben Städten und Gemeinden zur Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Region Heidekrautbahn“ zusammengeschlossen, um gemeinsame Ziele für die Entwicklung der Region zu verfolgen.

Die Stammstrecke der Heidekrautbahn war mit der deutschen Teilung stillgelegt worden. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 lag der zwischen den Berliner Bezirken Pankow und Reinickendorf befindliche Streckenteil im Grenzstreifen auf Ost-Berliner Gebiet. Der Streckenabschnitt im Bereich Wilhelmsruh wurde abgebaut, der unmittelbar im Grenzgebiet gelegene Bahnhof der Heidekrautbahn in Wilhelmsruh abgerissen.

Die übrigen Gleise für den 13,9 Kilometer langen Abschnitt sind noch vorhanden, müssten aber ertüchtigt werden. Außerdem fehlt die Eingliederung der alten Stammstrecke in das Gleisnetz der Nordbahn. Eine Baugenehmigung, die Heidekrautbahn über Schönwalde bis Wilhelmsruh zu führen, liegt noch bis 2021 vor.

Bis nach Liebenwalde blickt Bürgermeister Oberlack allerdings nicht: „Ich sage ehrlich: Das ist außerhalb unseres Einzugsbereiches.“ Für Glienicke sei es wichtig, den Bahnhof in Schildow zu reaktivieren. Automatisch würde auch Mühlenbeck bedient werden. Die Strecke nach Liebenwalde sei aktuell nicht im Gespräch. Der Personen- und Güterverkehr zwischen Wensickendorf und Liebenwalde war vor genau 20 Jahren eingestellt worden – am 1. Dezember 1997.

Von Helge Treichel

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