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Die Kreide auf der Ersatzbank

Oranienburg Die Kreide auf der Ersatzbank

Rund 510 000 Euro will die Stadt in den kommenden fünf Jahren investieren, um die Klassenzimmer technisch „hochzurüsten“, denn Kreide und Schwamm haben so gut wie ausgedient, Active Boards und digitale Schwarze Bretter sind heute an der Tagesordnung. Und die sind ganz schön teuer.

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Kerstin Reinhold mit Tilmann, Juri, Leni und Nine aus der 3a der Havelgrundschule an der digitalen Tafel.

Oranienburg. Kreidefinger, Schwamm und nasser Lappen sind out – heute wird auf Whiteboards in der Schule gearbeitet. Zumindest in den 5. und 6. Klassen und in den Fachkabinetten der Oranienburger Grundschulen. Die Kreide sitzt schon lange auf der Ersatzbank.

„Die Entwicklung ist rasant. Und nach fünf Jahren haben wir deshalb auch einen neuen Medienentwicklungsplan für die Schulen erarbeitet.“, so Amtsleiterin Anke Michelczak. Schulen und Pädagogen seien Ende 2016 dazu befragt worden. In kommunaler Trägerschaft befinden sich acht Grundschulen und die Jean-Clermont-Oberschule in Sachsenhausen. „Ziel ist es, alle nach einem definierten Standard einheitlich auszustatten“, so Anke Michelczak. Aber auch auf Besonderheiten einzugehen, „die Schulen sind technisch unterschiedlich ambitioniert“.

PC-Kabinette gibt es durchgängig in allen Schulen, aber in der Lehnitzer wegen des zusätzlichen Raumbedarfs nur einen Laptop-Wagen. Nur die Waldschule sowie die neue Comeniusgrundschule haben beides. „Die Comeniusschule ist unsere Leit- und Vorzeigeschule. Im Neubau ist natürlich alles so, wie es heute sein sollte“, so die Amtsleiterin.

Derzeit ist in den Schulen eine Schulmanagement-Software in der Erprobung. Vorteile: Die Lehrer können PCs sperren und zu bestimmten Arbeiten freigeben. Arbeitsblätter zu Hause für den Unterricht entwickeln und anschließend der Klasse und Kollegen zur Verfügung stellen. Vertretungspläne sind für die Schüler von zu Hause abrufbar und die Kommunikation mit dem Lehrer jederzeit möglich. „Comeniusschule und Clermontschule haben das schon. Mit dem Programm haben wir gute Erfahrungen gemacht.“ Die Waldschule teste ein Alternativprogramm, „aber es läuft darauf hinaus, das wir für alle die Schulmanagement-Software der beiden ersten anschaffen“, so Anke Michelczak. Voraussetzung ist ein schnelles Netz: 100 Mbit/s ist unser Ziel.“

Sehr gut angenommen werde das digitale Schwarze Brett, das die Havelgrundschule, die Clermont- und die Comeniusschule bereits ihr Eigen nennen. In den kommenden Jahren werden auch die anderen damit nachgerüstet, kündigt die Amtsleiterin an: 2017 die Waldschule, 2020 die erweiterte Lehnitzer Grundschule, 2021 die neue Friedrichthaler Schule und 2021 auch die Grundschule Sachsenhausen.

Was die Whiteboards betreffe, „so wollen wir den Schwerpunkt bei den höheren Klassen, den Klassestufen 5 und 6, setzen und die Fachkabinette sollen alle damit ausgestattet sein“. Vorreiter ist auch hier die neue Comeniusschule. „Und wo wir neu kaufen, ist es eine Kombination aus interaktiv und beschreibbar. Wichtig ist für uns: Alles aus einer Hand, kompatible Technik, für Schule und Verwaltung schnell und praktisch zu handhaben. Und die technische Anleitung für die Lehrer.“ Sonderwünsche gebe es aber auch, wie 3D-Drucker.

Nach der aktuellen Bestandsaufnahme will die Stadt nun ihre Mindeststandards neu definieren. Diese werden mit den Schulen noch mal abgestimmt, dann soll der neue Medienentwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre vorgestellt werden. Was der Spaß kostet? Waren vor Jahren zwei Whiteboards noch für 5000 Euro zu haben, kostet heute eins 7000. „Pro neuem Arbeitsplatz in einem PC-Kabinett rechnet man mit 1000 Euro an Investitionen“, so Anke Michelczak. Derzeit wartet Oranienburg, wie viele andere Kommune auch, noch ab. Zwar habe Bildungsministerin Wanka Fördermittel in Höhe von fünf Milliarden Euro bundesweit für die technische Hochrüstung der Schulen in Aussicht gestellt, das sind 140 000 Euro für jede Schule in Deutschland. Seitdem sei es aber sehr ruhig geworden. „Wir hatten aber die geplanten Ausschreibungen Ende 2016 erst einmal gestoppt“. Sollte es bis Ende 2017 nichts mit Fördergeldern werden „wollen wir dann bis 2021 unter anderem 27 neue Active Boards und drei schwarze Bretter kaufen“, so Anke Michelczak. Investitionen für rund 510.000 Euro sind geplant.

Bis 2021 ist geplant, nach dem neuen Medienentwicklungsplan für die kommunalen Schulen insgesamt 27 neue Whiteboards und drei digitale schwarze Bretter anzuschaffen.

Alle neuen Schulen, wie die in Friedrichsthal bekommen neue PC-Kabinette.

Die Schulmanagement Software soll 2017 in der Havelgrundschule, 2018 in den Grundschulen Germendorf, Schmachtenhagen und in der Waldschule eingeführt werden, 2019 in Sachenhausen, 2020 in Lehnitz und 2021 im geplanten Neubau der Grundschule Friedrichsthal. Die Einführung der Technik kostet pro Schule rund 30 000 Euro.

Von Heike Bergt

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