Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Die Leute wollen im Dorf bleiben
Lokales Oberhavel Die Leute wollen im Dorf bleiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:32 19.10.2016
Die Wohnblöcke im Birkenwäldchen in Germendorf. Quelle: Kugler
Anzeige
Germendorf/Sachsenhausen

In Germendorf lässt es sich gut leben, da stimmt die Infrastruktur. Kita, Schule, Jugendclub, Turnhalle, Discounter, Friseure, eine Ärztin, mehrere Gaststätten und viele Dienstleister und Firmen. Was will man mehr in einem Ortsteil, der 1854 Seelen zählt?

Na ja, man möchte vielleicht weiter dort leben oder hinziehen. Aber das ist ein Riesenproblem. „Es ist doch ganz wichtig, dass wir diese Infrastruktur auch ausfüllen“, findet Ortsvorsteher Olaf Bendin. Aber dafür bräuchte man Bauland. Um jungen Leuten eine Chance zu geben, oder um für Senioren etwas zu bauen, damit sie im hohen Alter ihren Heimatort nicht verlassen müssen. „Ich habe der Stadt viele Flächen gezeigt“, sagt Olaf Bendin.

Doch die Entwicklung der Kernstadt scheint Vorrang zu haben. „Aber wenn unsere Kinder wegziehen und nur noch Leute aus Berlin hier raus kommen, was dann?“ Ja, dann ist Germendorf nicht mehr das Dorf, was es mal war. „Ich bekomme wöchentlich Anrufe von jungen Leuten, die fragen, hast du nicht ein Baugrundstück für uns.“ Bendin muss das immer wieder verneinen. Dabei hat der Ortsvorsteher einige Beispiele parat. Die zweite Reihe der Hohenbrucher Straße sei als Bauerwartungsland ausgewiesen. „Aber wenn jemand dort bauen will, hängen die Forderungen so hoch.“ Da vergeht den Grundstückseigentümern und den Interessenten die Lust, sich mit dem ganzen Behördenkrempel auseinander zu setzen.

Und dann gibt es immer noch das Birkenwäldchen, wo zwei Wohnblöcke stehen, die jetzt die Woba verwaltet „Man könnte doch zwei, drei Blöcke dazu bauen“, ist Bendins Idee. Sozialer Wohnungsbau mit Zweiraumwohnungen und Parterre für ältere Mieter. „Dann würden die alten Germendorfer vielleicht auch ihre Häuser und Höfe an junge Leute abgeben.“ Als er selbst als Bürgermeister noch entscheiden konnte, wer im Birkenwäldchen einzieht, waren es Germendorfer, die diese Wohnungen bekommen haben, zu günstigen Mieten. „Seit Jahren beschäftigen wir uns damit im Ortsbeirat.“ Aber ohne Erfolg, die Kernstadt hätte eben Vorrang, ärgert sich Bendin.

Sein Amtskollege Jürgen Wruck aus Sachsenhausen hat es da etwas einfacher. Sein großer Wunsch für den Ortsteil ist es ebenso, Wohnraum für ältere Bürger zu schaffen. Einige Sachsenhausener würden durchaus ihre Häuser verkaufen, aber den Ortsteil wollen sie nicht verlassen. „Bis jetzt sind die gebrechlichen Leute gezwungen, nach Oranienburg zu ziehen“, sagt Jürgen Wruck. „Und dort zerbrechen die meisten.“

In der Siewertstraße in Sachsenhausen tun sich neue Möglichkeiten auf. Quelle: Kathert

Doch in Sachsenhausen gibt es einen Lichtblick. Ein Geschäftsmann aus dem Ort hat in der Friedrich-Siewert-Straße drei Häuser gebaut, die vielleicht noch in diesem Jahr fertig werden. Im Erdgeschoss liegen barrierefreie Wohnungen. In denen darüber werden Treppenlifter eingebaut. Das würde sich für ältere Sachsenhausener anbieten. „Manch einer findet die Häuser vielleicht nicht so hübsch“, hat der Ortsvorsteher schon läuten hören. „Aber ich finde die Möglichkeit, dass ältere Sachsenhausener dann vielleicht in ihrem Dorf bleiben können, sehr schön.“

Von Andrea Kathert

In Meppen wurde die Kremmener Opernsängerin Birgit Bauer-Rossaint mit ihrem Schäferhund Bendix Weltmeisterin im Obedience. Täglich hat sie dafür auf dem Hundesportplatz in Velten trainiert. Morgens vor Probenbeginn und abends vor den Vorstellungen in der Deutschen Oper Berlin.

20.10.2016

Das verschollene Kunstwerk des Oranienburger Bildhauers Wilhelm Groß ist dank eines Hinweises aus Argentinien in Berlin-Hermsdorf wiederentdeckt worden. Am Sonnabend wird es von den privaten Eigentümern an die Eden-Genossenschaft übergeben für deren ständige Ausstellung. Groß lebte und schuf ab 1919 in der Siedlung Eden.

20.10.2016

Der jährliche Kreisverbandstag der Volkssolidarität Oberhavel fand am Mittwoch im Künstlerhof Roofensee in Menz statt. Mit Auszeichnungen wurden 23 ehrenamtlich für den Verband tätige Mitglieder geehrt. Das Motto „Miteinander _ Füreinander“ sei auch im 71 Gründungsjahr der Volkssolidarität so aktuell wie eh und je, hieß es.

19.10.2016
Anzeige