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Die Männer vom Wasserwerk

Liebenwalde Die Männer vom Wasserwerk

Frank Höckendorff und Stefan Steger sorgen dafür, dass die Liebenwalder jeden Tag bedenkenlos ihren Wasserhahn aufdrehen können. Bis 1973 gab es in Liebenwalde überhaupt keine zentrale Wasserversorgung. Damals holten sich die Leute ihr Trinkwasser aus rotweiß gestrichenen Kästen von der Straße.

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Stefan Steger dreht am Hahn. Mit seinem Kollegen Frank Höckendorff sorgt er täglich für gutes Trinkwasser in Liebenwalde.

Quelle: Fotos: Enrico Kugler

Liebenwalde. Frank Höckendorff ist schon ewig dabei, seit Mitte der 1990er-Jahre. Stefan Steger erst seit zwei Jahren. Die beiden Männer sorgen dafür, dass die Liebenwalder jeden Tag bedenkenlos ihren Wasserhahn aufdrehen können.

„Wir sind jeden Tag hier“, sagt Höckendorff. Immer ein paar Stunden. Denn die Anlage arbeitet so gut wie von selbst.

Bis 1973 gab es in Liebenwalde überhaupt keine zentrale Wasserversorgung. Damals holten sich die Leute ihr Trinkwasser aus rotweiß gestrichenen Kästen von der Straße. Dann entstand das Wasserwerk, am Ortsausgang Richtung Hammer, rechts ab die kleine Straße rein. Es ist ein unscheinbares Gebäude mit dem typischen DDR-Kratzputz. Doch was sich in dem Bauwerk und auf dem Gelände rundherum befindet, versorgt 4500 Liebenwalder mit Trinkwasser. Und dazu noch die Liebenwalder Ortsteile und Gemeinden im Nachbarkreis. „Im Schnitt liefern wir so 350 bis 400 Kubikmeter pro Tag“, sagt Höckendorff. Außer, wenn es richtig trocken ist. „Dann kommen schon mal 800 bis 1000 Kubikmeter zusammen.“ Gefördert wird das Wasser aus vier Tiefbrunnen. Jeder kann 40 Kubikmeter in der Stunde fördern. In zwei Filterkesseln mit einem Kiesbett darin wird es gereinigt. Eisen und Mangan werden herausgespült. Und zwar gründlich. Der Grenzwert für Eisen liegt bei 0,2 mg/l. „Wir haben hier unter 0,01 mg“, sagt Stefan Steger und zeigt auf die jüngsten Laborwerte. Viermal im Jahr wird das Wasser beprobt. Einmal kommt das Gesundheitsamt persönlich vorbei. Das Liebenwalder Trinkwasser hat einen mittleren Härtegrad. Das Herzstück der Anlage ist der Reinwasserbehälter. Der liegt unter einem riesigen Erdwall verborgen. Frank Höckendorff muss eine schwere Stahltür aufschließen. In dem Raum ist es spürbar kühl. Doch von dem Betonspeicher ist nicht viel zu sehen. „Der Reinwasserbehälter fasst 1000 Kubikmeter“, sagt Frank Höckendorff. Durch das einzige Sichtfenster ist die Größe des Behälters nur zu erahnen. Das Fenster bleibt verschlossen, natürlich darf nichts und niemand mit dem Reinwasser im Speicher in Berührung kommen.

Was den Wasserwerkern manchmal Sorgen macht, sind alte Hausbrunnen, die besonders auf den Dörfern immer noch betrieben werden. Oftmals um die Abwassergebühren zu sparen. Doch das Problem ist, dass dieses Brauchwasser auch mal bei Druckabfall in die zentralen Wasserleitungen zurückgedrückt werden und das Trinkwasser mit Keinem verseuchen könnte.

Auch wenn die beiden Männer täglich nur ein paar Stunden im Wasserwerk zugange sind, Däumchendrehen ist trotzdem nicht angesagt. Die Filterbehälter und sämtliche Technik müssen regelmäßig gewartet werden. Und außerhalb des Werkes gibt es noch genug zu tun. 2600 Wasserzähler im gesamten Gebiet des Zweckverbandes Liebenwalde müssen die Männer auswechseln.

Und für 120 Kilometer Wasserleitungen sind sie zuständig. „Früher hatten wir noch viel mehr Rohrbrüche“, sagt Höckendorff. Inzwischen sind viele Leitungen erneuert. Einmal im Jahr werden die Leitungen gespült, alle Schieberkreuze sind frei zu halten und viele Baufirmen brauchen die Hilfe der Wasserwerker. Aber so, wie die beiden von ihrer Arbeit erzählen, machen sie das alles gern.

Von Andrea Kathert

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