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Die Mieten ziehen in Hennigsdorf deutlich an

Wohnen Die Mieten ziehen in Hennigsdorf deutlich an

Hennigsdorf ist als Zuzugsort gefragt, freie Wohnungen gibt es kaum noch. Der neue Mietspiegel zeigt, dass sich das auf die Kaltmieten auswirkt: Sie sind im Vergleich zum letzten Mietspiegel deutlich gestiegen. Gefragt sind dabei längst nicht mehr nur Altbau-Wohnungen. Der Trend geht neuerdings auch zu Neubauten.

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Die Mieten in Hennigsdorf steigen im Schnitt um vier Prozent im Vergleich zum letzten Mietspiegel von vor zwei Jahren.

Quelle: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Sein Image als graue Industriestadt ist Hennigsdorf schon lange los. „Heute ist die Stadt ein gefragter Wohnstandort, der nah an Berlin liegt“, erklärt Experte Michael Clar, Geschäftsführer des Hamburger Institutes F+B. Das schlägt sich auch in den Mieten nieder, die Nachfrage nach Wohnungen ist in der Stadt größer als das Angebot. Der Leerstand in den rund 11000 Wohnungen tendiert gegen Null, so Clar. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Mietervereinigung und Wohnungsunternehmen stellte er gestern im Rathaus den neuen Mietspiegel vor.

Dazu wurden rund 1120 Hennigsdorfer Mietverhältnisse ausgewertet, die innerhalb der letzten vier Jahre neu vereinbart oder verändert wurden. Ergebnis: Die Mieten sind im Verglich zum letzten Mietspiegel von vor zwei Jahren teilweise deutlich gestiegen. Im Schnitt kostete die Kaltmiete etwa vier Prozent mehr. Für den Quadratmeter zahlen Mieter in der Stadt demnach zwischen fünf Euro in bestehenden Wohnungen und neun Euro im Neubau. Besonders kleine Single-Wohnungen bis 40 Quadratmeter sind gefragt, hier liegen die Mieten pro Quadratmeter je nach Alter des Hauses zwischen 5,34 und 7,50 Euro. Besonders begehrt sind auch große Familien-Wohnungen ab 80 Quadratmeter, hier zahlen die befragten Mieter zwischen 5,20 und 8,25 Euro. Ein weiterer Trend: Neubauwohnungen werden deutlich teurer, sie kosten aktuell im Schnitt zwischen sieben und neun Euro kalt für den Quadratmeter.

Dass die Mieten aber nicht ins Unermessliche steigen sollen, verhindern zwei Rechtsverordnungen der Landesregierung. Wegen des großen Bedarfs an Bleiben gilt Hennigsdorf nämlich als „angespannter Wohnungsmarkt“. In der Praxis bedeutet das, dass die Nettokaltmieten in bestehenden Mietverträgen innerhalb von drei Jahren nur um 15 statt bisher 20 Prozent erhöht werden dürfen. Zudem darf bei Neuvermietungen die neue Miete nur zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liefen. Bislang konnten Mieter und Vermieter hier frei eine Nettokaltmiete aushandeln. Für die Neuvermietungs-Regelung gibt es allerdings Ausnahmen bei höherer Vormiete, modernisierten Wohnungen oder Neubauten. „Für den Großteil der Mieter dürfte diese Mietpreisbremse aber gelten“, sagt Michael Clar.

Die Trennung zwischen Nieder Neuendorf, in dem die Mieten seit der Wende generell höher lagen, und dem Rest der Stadt lasse sich zudem nicht mehr aufrecht erhalten, erklärt F+B-MannMichael Clar. Deshalb werden sie erstmals im Mietspiegel nicht mehr getrennt voneinander behandelt. Ein Grund sei, dass zuletzt in Hennigsdorf viele Neubauten entstanden sind, die das Mietniveau deutlich anheben. „Wir werden untersuchen, ob das weiter anhält oder ob die Preisentwicklung wieder auseinanderläuft“, so Clar.

Tatsächlich wird und wurde im Hennigsdorfer Stadtgebiet zuletzt gebaut, und zwar meistens hochpreisiger. 2014 stellte die Hennigsdorfer Wohnungsgenossenschaft (WGH) 32 Luxuswohnungen in der Schönwalder Straße fertig, bei denen der Quadratmeterpreis um die neun Euro liegt. Auch die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) baut höherpreisig: Als Erweiterung für den wegen seiner Farbe so genannten „Himbeerblock“, zwischen Forst- und Feldstraße, sollen bis Herbst 2017 20 Wohnungen entstehen, deren Kaltmiete zwischen acht und neun Euro liegen könnte. Günstigere Neubauten seien nur mit Fördermitteln zu machen, erklärte Edith Wiesner, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste. „Wir beschäftigen uns mit dieser Möglichkeit.“ Bauflächen in der Stadt seien aber nur noch begrenzt vorhanden.

Von Marco Paetzel

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