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Oberhavel Die Nordbahn GmbH stellt sich vor
Lokales Oberhavel Die Nordbahn GmbH stellt sich vor
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09:53 09.07.2016
Landrat Ludger Weskamp (2. v. l.) lässt sich die Arbeitsbereiche erklären. Quelle: Helge Treichel
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Schönfließ

Auf einmal ist alles anders. Ein Unfall, ein Schlaganfall oder eine neurologische Erkrankung verändern in einem Moment all das, was bis dahin normal war. Das betrifft nicht zuletzt den Broterwerb. Auf dem Weg in das neue Leben mit einer erworbenen Hirnschädigung will auch die Nordbahn GmbH in Schönfließ ein Partner sein. „Neustart“ heißt das in der Werkstatt für behindete Menschen vor zwei Jahren aufgelegte Projekt im Bereich Arbeit und berufliche Bildung. Zehn Teilnehmer gibt es derzeit. Am Ende der beruflichen Rehabilitation werden sie in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis begleitet oder wechseln in die Arbeitsbereiche der Nordbahn.

421 Mitarbeiter mit Handicaps

Diese und andere Angebote der Nordbahn GmbH stellten die Mitarbeiter am Freitag beim „Tag der offenen Tür“ den Gästen vor, unter ihnen Landrat Ludger Weskamp (SPD). Ihm gehe es darum, „ein Gefühl für die Lebenswirklichkeit behinderter Menschen zu entwickeln“, begründet Weskamp seine Anwesenheit. Ein weiteres Thema sei für ihn in diesem Jahr das Bundesteilhabegesetz. Die Änderungen seien „eine große Herausforderung für den Landkreis“. In Schönfließ wolle er erfahren, was dieses Gesetz für die Werkstatt und deren insgesamt 421 Mitarbeiter mit Handicaps bedeutet.

Nordbahn-Geschäftsführer Micha Schaub begleitete den Landrat durch verschiedene Abteilungen, in denen die Arbeit wie gewohnt von Montag bis Freitag weiterging. Neben der Arbeit gehöre aber auch Weiterbildung, Sport und Entspannung zum Leben. „Darum machen wir auch solche begleitenden Ange bote“, sagt Schaub. Aber er wollte Weskamp auch etwas anderes mit auf den Weg geben: „Mitgestaltung ist wichtig.“ Das treffe zum Beispiel für das Bundesteilhabegesetz zu, in dem Schaub Verbesserungswürdiges entdeckt hat. Einige Themen für Menschen mit Behinderungen seien gar nicht abgedeckt, stellt der Geschäftsführer fest. Und er nennt ein Beispiel für einen „Schnitzer“ im Gesetzestext. Dort sei zum Beispiel stets von einer Frauenbeauftragten die Rede. In einem modernen Gesetz müsse aber jemand mit „Gleichstellung“ beauftragt werden, und zwar in vielerlei Hinsicht und nicht allein auf das Geschlecht bezogen. Einen möglichen Ansatz für die Mitwirkung von Fachleuten sieht er deshalb in der landesspezifische Umsetzung des Teilhabegesetzes.

Zahl der Menschen mit Behinderung wächst

Werkstatt und Kreisverwaltung stünden zudem vor der gemeinsamen Herausforderung, dass die Zahl der Menschen mit geistiger Behinderung wachse, so der Landrat. Das liege unter anderem am gewachsenen medizinischen Stand bei der Säuglingsversorgung. „Das ist ein Grund, warum wir in Hennigsdorf eine neue Schule bauen“, sagte Weskamp. Zudem resultiere daraus ein Mehrbedarf an Einzelfallhelfern.

Ganz unterschiedliche Bereiche wurden besichtigt. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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