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Die Ölwanne aufgerissen

Desolate Anliegerstraßen Die Ölwanne aufgerissen

Erst vor ein paar Wochen hatte seine Frau derart mit dem Pkw aufgesetzt, dass die Ölwanne aufriss. Der Schaden: 15 000 Euro. Den Zustand vieler Anliegerstraßen in Zühlsdorf möchte Jürgen Kastl nicht auf sich beruhen lassen.

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Jürgen Kastl in der Steinpfuhlstraße. Neidisch blickt er zur Nachbargemeinde Wandlitz.

Quelle: Helge Treichel

Zühlsdorf. Die desolaten Straßenverhältnisse in Zühlsdorf kritisierte Jürgen Kastl in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Erst im Juni sei seine Frau in der Kiefernstraße mit dem Auto derart aufgesetzt, dass die Ölwanne beschädigt wurde. Die Diagnose in der Werkstatt: Totalschaden des Motors. „Wir haben uns jetzt einen Geländewagen gekauft“, sagt der 73-Jährige, der seit 1974 ein Wochenendgrundstück in der Gemeinde hat und seit 1995 dort wohnt.

Den Zustand der meisten Sandstraßen beschreibt er als „katastrophal“. Im Sommer sei die Staubbelastung enorm, bei länger anhaltenden Niederschlägen oder bei Frost hätten Radfahrer und Fußgänger große Schwierigkeiten. Der Straßenausbau in dem Ortsteil der Gemeinde Mühlenbecker Land sei in den vergangenen 25 Jahren kaum vorangekommen. Seine Hoffnung sei es deshalb, dass im Zusammenhang mit der Abwassererschließung auch der Straßenausbau vorankommt. Ein Blick in die Prioritätenliste zeige aber, dass die von ihm bewohnte Steinpfuhlstraße, wo die Kanäle gerade in die Erde gebracht worden sind, in Sachen Fahrbahn noch lange nicht an der Reihe ist. „Dieser Zustand ist einfach unwürdig“, sagt der Zühlsdorfer, der selbst Diplom-Ingenieur für Straßenbau ist.

Die aktuelle Prioritätenliste für die Reihenfolge des Straßenausbaus umfasse zwölf Straßen, sagte Gemeindevorsteher Harald Grimm (SPD). Derzeit befinde man sich am Punkt neun. „Danach wird es eine neue Liste geben“, kündigte Grimm an.

Tatsächlich liege der Schwerpunkt der Ausbautätigkeit derzeit in Schildow, sagte Bau-Fachbereichsleiter Hanns-Werner Labitzky. „Ab 2017 springen wir nach Zühlsdorf“, kündigte er an. Laut der aktuellen Prioritätenliste sind die Ottostraße (von Friedrichstraße bis Neue Bahnhofstraße) sowie die Fuchsgasse und Friedrichstraße (jeweils von Puttlitzstraße bis Ottostraße) an der Reihe. Wie weiter vorgegangen wird, müsse neu beraten werden. Ziel sei es aber die verkehrswichtigen Straßen der vier Ortsteile schwerpunktmäßig auszubauen, so Labitzky. Mit dem Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA) liefen Gespräche, wie im Zuge der geplanten weiteren Abwassererschließung Synergien genutzt werden könnten.

Auf die Möglichkeit des privat organisierten Straßenausbaus verwies Ortsvorsteherin Ursel Liekweg (SPD). Für Jürgen Kastl ist das ein „Offenbarungseid“ der Schwäche. Außerdem habe er schon vor Jahren in der Nachbarschaft herumgefragt: Privater Straßenbau „funktioniert deshalb nicht, weil die Leute das Geld nicht haben“, so sein Fazit. Beim Nachbarn Wandlitz gehe es deutlich schneller voran.

Die Prioritätenliste

Die Prioritätenliste für den Ausbau von Straßen des Mühlenbecker Landes wurde von der Gemeindevertretung am 4. Juli 2007 beschlossen. Alle noch nicht realisierten Projekte müssen noch beschlossen werden.

2011 bis 2016 stehen ausschließlich Schildower Projekte im Ausbauprogramm. 2009 und 2010 war Mühlenbeck an der Reihe. Nur 2007 taucht Zühlsdorf bereits in der Liste auf.

Von Helge Treichel

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