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Oberhavel Die Pinnower Schleuse wird gebraucht
Lokales Oberhavel Die Pinnower Schleuse wird gebraucht
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02:16 31.10.2015
Hilmar Keilhau (l.) vom WSA und Schleusenwärter Dirk Betge zeigen die Pinnower Schleuse. Quelle: Andrea Kathert
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Oranienburg/Pinnow

Die Hoffnungen der Oranienburger, mit dem Neubau der Schleuse Frieden­thal einen Umweg in die Ruppiner Gewässer von zwei Stunden zu sparen, sind vor kurzem genährt worden. Allerdings müssen sich alle Beteiligten im selben Atemzug die Frage stellen: Was wird dann aus der Pinnower Schleuse? Sie ist bisher die direkte Verbindung vom Oder-Havel-Kanal über den Oranienburger Kanal in die Ruppiner Gewässer. Zuständig für sie und den Oranienburger Kanal ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde, sprich der Bund. Und mit ihm wird verhandelt (siehe Infokasten).

Vor längerer Zeit war die Rede davon, die Pinnower Schleuse könne vielleicht stillgelegt werden, sie sei ohnehin sehr sanierungsbedürftig. Dann müsste Oranienburg nicht so tief in die Tasche greifen. Doch das wird nicht gehen. Bei einem Besuch auf der Schleuse Pinnow führt Schleusenwärter Dirk Betge gern sein Schmuckstück vor. Seit 20 Jahren ist er Schichtleiter in Pinnow und kennt jedes Teil der Anlage. 1892 ist sie erbaut und mehrmals umgebaut worden. Jetzt hat die Schleuse mit 9,90 Metern Breite und einer Nutzlänge von 41,50 Metern Finowmaß.

Die Pinnower Schleuse ist in einem guten Zustand. Nur die Bedienelemente sind nicht ganz auf dem neuesten Niveau. Quelle: Andrea Kathert

Zu tun hat Dirk Betge das ganze Jahr über. Etwa 3000 Boote passieren jährlich die Schleuse. „Weit über 90 Prozent davon sind Sportboote“, sagt er. Die kommen unter anderem direkt aus Tegel. Aber auch Fahrgastschiffe, Fahrzeuge des Schifffahrtsamtes und Bauschiffe befördert Betge auf der Bundeswasserstraße etwa 2,70 Meter hoch oder runter. Zehn bis 15 Minuten dauert ein Schleusengang. Der Schichtleiter achtet sehr darauf, dass alles in Schuss bleibt. „An dem Zustand wird permanent drangeblieben“, versichert auch Hilmar Keilhau, der Außenbezirksleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Oranienburg und damit Betges Chef. Im vergangenen Winter ist die Schleuse erst trockengelegt worden. Nur zur Vorsorge. „Der Massivbau war absolut in Ordnung, da gab es keine Probleme“, sagt der Schleusenwärter. Die Schütztafeln wurden instandgesetzt, die Dichtungen erneuert. Die Schleuse funktioniert bestens. „Nur die Bedienelemente sind relativ alt, die entsprechen nicht mehr dem Standard von heute“, meint Keilhau. Doch einen größeren Investitionsbedarf sieht er nicht.

Für die Unterhaltung des Oranienburger Kanals ist auch das WSA zuständig. Regelmäßig werden Wartungsarbeiten durchgeführt, Bäume beschnitten, die Uferbefestigung ausgebessert. Der Kanal sieht tipptopp aus.

Der Oranienburger Kanal ist gut in Schuss. Hinter dem Schlosspark ist mit der Landesgartenschau 2009 eine großzügige Anlegestelle errichtet worden. Quelle: Andrea Kathert

Die Pinnower Schleuse und den Oranienburger Kanal stilllegen, „das geht nicht“, sagt Manfred Ulack. Er ist Stadtverordneter von Oranienburg, schon lange Mitglied in der Wasseragenda und ehemaliger Schiffer. Alle Schiffe, die zum Beispiel über die Ruppiner Gewässer bis zum Gudelacksee wollen, müssen über den Oranienburger Kanal. Nur dort können Boote mit Finowmaß fahren. Und außerdem wird die Pinnower Schleuse für die Wasserregulierung gebraucht. Sonst gibt es zu wenig Wasser, wie schon in diesem Sommer. „Und deshalb darf auch die Friedenthaler Schleuse nur eine kleine Bauart haben“, sagt Ulack, etwa 15 bis 20 Meter lang, also nur etwas für Sportboote. Und noch etwas wird finanziell zu Buche schlagen. Die anderthalb Kilometer Havel zwischen Schlosshafen und Frieden­thaler Schleuse müssen ausgebaggert werden, sind im Moment nicht schiffbar. „Da haben wir jetzt eine Wassertiefe von 70 Zentimetern“, sagt Ulack. Der kurze Weg für die Sportboote könnte für die Stadt also insgesamt ein teures Vergnügen werden.

Von Andrea Kathert

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