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Oberhavel Die Polizei bekommt Verstärkung
Lokales Oberhavel Die Polizei bekommt Verstärkung
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22:14 04.10.2016
Nun sind sie Polizeianwärter. Der Präsident der Fachhochschule, Rainer Grieger, brachte sie beim Händeschütteln alle zum Lächeln. Quelle: : Enrico Kugler
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Oranienburg

Wenn in der Fachhochschule der Polizei die neuen Anwärter begrüßt werden, ähneln sich die Bilder. In der Mehrzweckhalle reiht sich eine Stuhlreihe an die andere. Längst bevor die Festveranstaltung beginnt, suchen die Neulinge ihre Plätze. Die meisten sehen etwas nervös aus, kneten an ihren Händen, zupfen an ihrem Jackett herum oder bekommen eine ausgesprochen gesunde Gesichtsfarbe. Auch am Dienstag sind viele der Anwärter aufgeregt, ihr Studium beziehungsweise die Ausbildung zum gehobenen und mittleren Polizeivollzugsdienst beginnt. Diese Herbsteinstellung 2016 ist etwas Besonderes.

Mit 206 Anwärtern ist der Jahrgang der stärkste, der seit 20 Jahren ernannt wurde. Und mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren wohl auch der jüngste. Und: Die Marke der 5000. Einstellung in den Polizeivollzugsdienst des Landes Brandenburg seit 1991 ist nunmehr überschritten. Christoph Alexander Bothe heißt der 5000. Anwärter, dem Rainer Grieger als Präsident der Fachhochschule die Hand drückte.

Christoph Alexander Bothe hält als 5000. Anwärter seine Ernennungsurkunde in der Hand. Quelle: Enrico Kugler

Dass Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter zu dem Festakt erscheint, ist nicht so ungewöhnlich. Aber dass er als Verlierer kommt, dann schon. Er hatte mit Rainer Grieger um eine gute Flasche Rotwein gewettet, dass 2016 keine 350 Polizeianwärter in Oranienburg anfangen. Im Frühjahr waren es 144. „So sieht ein Verlierer aus“, stellte sich der Innenminister vor. Trat ans Mikrofon und hielt eine flammende Rede, bei der ihm die Anwärter an den Lippen klebten.

Ja, der Innenminister Karl-Heinz Schröter musste sich geschlagen geben und ist um eine gute Flasche Rotwein ärmer. Quelle: Enrico Kugler

„Diese Aufnahmeprüfungen macht man nicht mit links und hohem Fieber.“ Junge Menschen aus zwölf Bundesländern seien hier, „das macht das Lernen interessant.“ Der Beruf des Polizisten sei ein stückweit Berufung. Wie sehr sich die Bevölkerung mehr Sicherheit wünsche, zeige ein Umfrage der MAZ. Demnach möchten 88 Prozent der Brandenburger mehr Polizeipräsenz. „Sie haben einen Beruf mit Zukunft gewählt“, sagte der Innenminister. Künftig solle es 8200 Dienststellen in Brandenburg geben. „Vielleicht ist auch das noch nicht das letzte Wort.“ Es gebe keinen anderen Beruf, der so im Focus der Öffentlichkeit stehe, meinte der Innenminister.

Unter an den Anwärtern sind auch Sportasse

206 Polizeianwärter nahmen in der Fachhochschule der Polizei ihr Studium und die Ausbildung zum gehobenen und mittleren Dienst auf.

Zudem wurden acht Anwärter der neuen Sportfördergruppe begrüßt: die Sportschützinnen Josefin Eder und Franziska Kurzer, die Fußballerinnen Anna Gasper und Bianca Schmidt, der Radsportler Christian Koch, die Ringer Ilja Matuhin und Karan Mosebach sowie der Leichtathlet Max Pietza.

Bereits seit einem Jahr Mitglied der Sportfördergruppe ist Tabea Kemme. Die Fußballerin von Turbine Potsdam holte mit der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille.

Zurzeit hat die Fachhochschule in Oranienburg rund 880 Schüler.

„Sie brauchen Verantwortungsbewusstsein und Fingerspitzengefühl, all das werden Sie hier lernen.“ Die Fachhochschule Oranienburg genieße einen guten Ruf in Deutschland. „Sie sollen ihn weitertragen.“ Der Beruf des Polizisten sei ein erstrebenswertes Ziel. „Denn Sie haben mit Menschen zu tun“, betonte Schröter. „Verlieren Sie dieses Ziel nicht aus den Augen“, sagte er. „Zu ihnen kommen die Problem nicht über virtuelle Oberflächen, sondern auf zwei Beinen.“ Der Innenminister wünschte sich, alle Anwärter in drei Jahren zur Verabschiedung wieder zu sehen. Auch den wohl jüngsten in diesem Jahrgang, Henning Uwe Dost, der gerade 18 geworden ist.

Henning Uwe Dost ist gerade 18 geworden und schon ein Anwärter für den gehobenen Dienst der Polizei. Quelle: Enrico Kugler

Freudestrahlend stand er auf der Bühne. „Ja, ich freue mich“, sagte der junge Mann aus Eisenhüttenstadt mit der Ernennungsurkunde in der Hand. Er sei ein hyperaktiver Mensch und suche die Abwechslung. „Jetzt habe ich die Richtung gefunden, strahlte er. Paula Sack, die als Studierende die neuen begrüßte, konnte sagen: „Hier wird es nie langweilig.“

Und noch eine Besonderheit hatte diese Herbsternennung. Rainer Grieger bat eine Polizeischülerin auf die Bühne, die ein bisschen Goldstaub nach Oranienburg gebracht hatte: Die Fußballerin Tabea Kemme, die zur Sportfördergruppe der Hochschule gehört und mit der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille holte. Diese musste sie erst aus der Uniformtasche kramen, um sie all ihren Kollegen zu zeigen.

Eine Olympia-Siegerin an seiner Seite ist selbst für Rainer Grieger etwas Außergewöhnliches. Quelle: Enrico Kugler

Von Andrea Kathert

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