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Oberhavel Die S-Bahn wird 90 Jahre alt
Lokales Oberhavel Die S-Bahn wird 90 Jahre alt
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18:02 11.08.2014
Einen Mangel an Fahrgästen gibt es auf dem S-Bahnhof Oranienburg nicht Quelle: Enrico Kugler
Oberhavel

Der Geburtstag der betagten Bahn ist Anlass für ihre Nutzer, zurückzublicken und ihre Wünsche an das insgesamt doch sehr beliebte Nahverkehrsmittel zu formulieren.

Früher nach Potsdam, heute nach Oranienburg – Schlosschefin Berit Gloede fährt täglich S-Bahn. Die möchte sie keinesfalls missen, denn trotz der nicht gerade geringen Ticketpreise sei das tägliche Pendeln zur Arbeit billiger als die Fahrt mit dem Auto, so die Pankowerin. Sauberer wünscht sie sich manchmal vor allem die Bahnsteige. In Städten wie London oder Mailand sehe das wesentlich besser aus. Abhilfe könne schaffen, dass auch hier Bahnsteige nur mit Ticket erreichbar sind. Täglich staunt Berit Gloede „wie international die Gästeschar nach Oranienburg ist“. Zumeist Touristen auf dem Weg zur Gedenkstätte. Nicht nur deshalb fände sie einen Zehn-Minuten-Takt besser.

Berit Gloede. Quelle: Enrico Kugler

Eine Stunde und 15 Minuten, erinnert sich Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, brauchte er zu DDR-Zeiten jeden Tag zur Arbeit mit der S-Bahn bis zum Alex. Lange her. Da gab es schon am Morgen fröhliche Skatrunden, jeder steuerte seinen Stammplatz an und mancher hatte schon die erste Molle im „Stralsunder Hof“ intus. „Die Züge erkannte man in der Schönhauser mit geschlossenen Augen am Geruch.“ Salicylsäure, die im Pharmawerk hergestellt wurde. Nach dem Nachwende-Lückenschluss verkürzte sich die Reise zur Friedrichstraße auf 45 Minuten. Mehr als künftig einen Zehn-Minuten-Takt wünscht sich Laesicke „dass der Regionalexpress im Halbstundentakt fährt“. In 25 Minuten am Potsdamer Platz – gerade am Wochenende ideal. Er freut sich, dass voraussichtlich 2015 die Bahn einem neuen Zug den Namen „Oranienburg“ geben will. „Noch besser wäre es zur 800-Jahr-Feier.“

Hans-Joachim Laesicke. Quelle: Archiv

Dreimal im Monat muss sie zum Doktor nach Tegel. „Da ist es gut, dass wir die S-Bahn wieder haben“, sagt Ilse Schulz (75) aus Hennigsdorf. Allzu leicht sind ihre Fahrten allerdings nicht, seit einigen Jahren ist sie auf den E-Rollstuhl angewiesen. „Zwischen Bahnsteig und S-Bahn gibt es meist einen Höhenunterschied, da habe ich ein Problem beim Reinfahren“, sagt die Rentnerin. Mehr Personal oder eine Rampe wären notwendig, sagt Ilse Schulz. Auch Klimaanlagen in den Waggons fände sie nur zeitgemäß. „So schwitzt man ja wie in der Sauna.

Ilse Schulz. Quelle: Enrico Kugler

Der Veltener Stadtverordnete Steffen Barthels (SPD) muss immer erst nach Hennigsdorf fahren, um in die S-Bahn nach Berlin zu steigen. Seit der Wende kämpfen die Ofenstädter dafür, wieder ans S-Bahn-Netz angeschlossen zu werden. Bis 1983 fuhren hier elektrische S-Bahn-Züge. Doch bislang lehnt die Landesregierung einen Wiederanschluss ab. „Vielleicht klappt es in zehn bis 15 Jahren“, hofft Barthels als regelmäßiger Fahrgast. Bei der Bahnhofssanierung soll in Velten schon ein Gleis für die S-Bahn verlegt werden. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Barthels.

Steffen Barthels. Quelle: Privat

Vielfahrer und Nahverkehrsexperte Marian Przybilla aus Bergfelde berichtet von den Umwegen, auf denen er abends den heimischen Bahnhof erreichen muss – die S8 fährt ab 21 Uhr nur im Stundentakt. Die Bahn solle häufiger, zuverlässiger und bis zum Flughafen Schönefeld fahren – mit funktionierenden Türen, sauberen Sitzen und heilen Fenstern, wünscht sich Przybilla – und außerdem eine Landesregierung, „die zu schätzen weiß, dass es S-Bahnen gibt in Brandenburg“.

Marian Przybilla. Quelle: Privat

Elektrifiziert

Am 8. August 1924 fuhr die erste elektrifizierte S-Bahn von Stettiner Bahnhof (heute Nordbahnhof) nach Bernau.
Die Strecke Gesundbrunnen – Birkenwerder folgte am 5. Juni 1925, die Strecke Birkenwerder – Oranienburg am 4. Oktober 1925. Erkner und Potsdam folgten wenige Jahre später (1928).

Die S-Bahn steuert seit dem Jahr 1927 Hennigsdorf an. Quelle: Archiv

Die Trasse der heutigen S8 entstand nach dem Mauerbau zur Umfahrung Westberlins zwischen Bornholmer Straße und Hohen Neuendorf.
Die Trennung vom Netz des Regional-, Fern- und Güterverkehrs charak terisiert bis heute eine Stärke der S-Bahn, die als Alleinstellungsmerkmal über seitliche Stromschienen per Gleichspannung versorgt wird.
Ab heute, 22 Uhr, wird wegen Munitionssucharbeiten der S-Bahnverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder bis zum 31. August, 18 Uhr, eingestellt. Auch die S8 fährt wegen Gleisarbeiten ab heute bis 1. September, 1.30 Uhr, nicht. Ersatzweise werden auf beiden Strecken Busse eingesetzt.

Von Heike Bergt, Klaus D. Grote und Marco Paetzel

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