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Oberhavel „Die SS hat sich hier besonders ausgetobt“
Lokales Oberhavel „Die SS hat sich hier besonders ausgetobt“
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16:54 24.04.2017
Viele brachten Kränze zum Gedenkort Klinkerwerk. Quelle: Marco Winkler
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Oranienburg

Es war ein Todeslager. Selbst bei den eh schon geschundenen KZ-Häftlingen war das „Arbeitskommando Klinker“ gefürchtet, gab es hier fast täglich Todesfälle – von der qualvollen Arbeit oder sadistisch quälendem Wachpersonal verursacht. Derer, die hier teilweise systematisch ermordet wurden, wurde am Montag am ehemaligen KZ-Außenlager Klinkerwerk an der Lehnitzschleuse in Oranienburg gedacht.

Sichtbar für Schiffe, die den Oder-Havel-Kanal passierten und sichtbar für die Oranienburger: 2000 Häftlinge wurden täglich unter den Augen der Bevölkerung über die Kanalbrücke in die Großziegelei getrieben. Auf dem Rückweg mussten sie Karren schleppen mit den Ermordeten des Tages. Später wurden hier Handgranaten sowie Flugzeugteile für die Heinkel-Werke produziert.

Stiftungsdirektor Günter Morsch. Quelle: Marco Winkler

„Die SS hat sich hier besonders ausgetobt“, so Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. „Im Sommer 1942 wurden so die homosexuellen Häftlinge systematisch ermordet.“ Es wurden fast alle damaligen Rosa-Winkel-Häftlinge in einer gezielten Mordaktion der SS getötet.

Der Gedenkort sei jetzt ein gutes Beispiel für eine gelungene Erinnerungskultur, so Günter Morsch. Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke sprach vom „gefürchtetsten Teil“ des ehemaligen KZ. „Da nicht selten die Leichen der Opfer dieses Todeslagers an Ort und Stelle verblieben oder in Form von Menschenasche in das Hafenbecken gekippt wurden, stehen wir hier zugleich auf einem Friedhof.“

Vermächtnis ehemaliger Häftlinge

Über Jahrzehnte sei es ein vergessener Ort gewesen. Es sei gerade in der heutigen Zeit enorm wichtig, dass er „nun wieder im öffentlichen Bewusstsein seine Verankerung findet.“ Er zitierte aus einem „Vermächtnis“, das ehemalige Häftlinge 2006 an nachkommende Generationen richteten:

„Wir beauftragen unsere Vertreter und Nachfolger, in unserem Namen, allen Erscheinungen von Faschismus, Militarismus, Rassismus und Antisemitismus, jedweder Unterdrückung und Ausgrenzung von sozialen Gruppen oder Einzelpersonen auf Grund ihrer Weltanschauung, ihres Glaubens oder ihrer Herkunft entschlossen entgegenzutreten.“

Gedenkort Klinkerwerk. Quelle: Marco Winkler

Für Laesicke sei es eine „tiefe Überzeugung“, diesen Auftrag ernst zu nehmen und „täglich mit Leben“ zu füllen. Das erwarte er auch von dem künftigen Stadtoberhaupt. Als positive Beispiele zählte er auf, dass sich Lehranstalten als „Schule gegen Rassismus“ etablieren und die Aktion „Oranienburg zeigt Herz“. „Die beste Vermeidungsstrategie gegen Fremdenfeindlichkeit, Fanatismus, Nationalismus, Antisemitismus und die Ausgrenzung von Andersdenkenden ist die Vorsorge“, so Laesicke.

Von Marco Winkler

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