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"Die Schneeflocke ist Pflicht"

Musikalische Lesung mit Veronika Fischer "Die Schneeflocke ist Pflicht"

Mit ihrer im Frühjahr erschienenen Autobiographie „Das Lügenlied vom Glück. Erinnerungen“ kommt die Sängerin Veronika Fischer am Freitag nach Oranienburg. Ab 19.30 Uhr steht sie zusammen mit Liedermacher Manfred Maurenbrecher auf der Bühne der Orangerie, einem langjährigen künstlerischen Weggefährten. Im MAZ-Gespräch erzählt sie, was die Zuschauer erwartet.

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Veronika Fischer ist bis Mitte November mit ihrer musikalischen Lesereise bundesweit unterwegs.

Quelle: Promo

Oranienburg. MAZ : Frau Fischer, kennen Sie Oranienburg schon? Haben Auftritte Sie schon in die Stadt vor den Toren Berlins geführt?
  Veronika Fischer : Ja, zuletzt war ich mit meinem Programm „Über die Liebe und andere Unzulänglichkeiten“ in Oranienburg. Das ist so zwei bis drei Jahre her. Ich habe sehr gute Erinnerungen an die Orangerie.
 
 Sie haben eine Biographie geschrieben. Im März ist Ihr Buch erschienen. Was hat Sie dazu bewogen?
  Fischer : Schon vor fünf Jahren hatte mich ein Verleger darauf angesprochen. Dann entstand erstmal eine Pause. Als ich das Projekt angegangen bin habe ich gemerkt, ich kann immer weniger Musikerkollegen fragen. Manche sind schon gestorben. Doch da ich kein Tagebuch geführt habe, bin ich auf diese Gespräche mit Weggefährten angewiesen. Im Buch stecken mehr als zwei Jahre akribische Recherchen. Erstmals habe ich darin meine Flucht 1981 in den Westen selbst und genauer erklärt.
 
 Sie stehen am Freitag mit Manfred Maurenbrecher auf der Bühne. Er ist für die Oranienburger ein guter, alter Bekannter. Woher kennen Sie sich? Welche Gemeinsamkeiten verbinden sie?
  Fischer : Ich kenne ihn seit den 1980er-Jahren. Damals war ich auf der Suche nach guten Textern. Beim WDR bin ich fündig geworden. Nach meiner Flucht in den Westen suchte ich nach neuen Wegen, um musikalisch umsetzen zu können, was ich wirklich gut finde. Manfred schrieb mir die Worte, die ich gern singen wollte. Was das Buch betrifft, kam ich auf Manfred, weil ich wusste, dass er mich versteht, weil er weiß, was ich sagen will, wenn es um Musik geht. Als Westberliner ist er die Person mit unvoreingenommenem Blick auf meine Arbeit.
 
 Nach 1981 lebten sie in Westberlin. Was ging von Ihren damaligen Wünschen als Künstlerin in Erfüllung, was nicht?
  Fischer : Ich hatte keine besondere Erwartungshaltung. Ich wusste aber, das Publikum mag mich. Mit einem großen Künstlervertrag standen mir viele Wege offen, ich konnte vieles gestalten. Bis zum Mauerfall habe ich sechs CDs herausgebracht, die CD „Sehnsucht nach Wärme“ habe ich 100 000-mal verkauft. In der DDR hatte ich meine Wurzeln, dort habe ich große Erfolge gefeiert, aber auch die politischen Einschränkungen erfahren. Die Grenze hielt uns künstlerisch auf. Im Westen kam das Diktat des Marktes. Damit musste ich lernen umzugehen.
 
 Sie sind jetzt auf der bundesweiten Lesereise mit Ihrem Buch. Gibt es auch neue Musiktitel?
  Fischer : Die Lesereise dauert bis 15. November und wird dann von meiner Wintertournee unter dem Titel „Es ist ein Schnee gefallen“ bis Ende Dezember unterbrochen. Buch und Lesereise haben mich mit Freude in Anspruch genommen. Von meiner aktuellen CD „Zeitreise“ von 2011 wird Neues auf der Tournee zu hören sein. Ebenso von meiner Winter-CD „Dünnes Eis“ und Klassiker.
 
 Wie viele Titel haben Sie insgesamt während ihrer langen Karriere als Sängerin und Musikerin aufgenommen?
  Fischer : 470 Lieder.
 
 Stammen dabei auch Lieder aus Ihrer Feder.
 Fischer: Ich hatte immer ganz tolle Komponisten an der Seite. Aber Titel wie „Die Blumenverkäuferin“, „Diese Nacht noch“ und „Als ich noch ein Kind war“ sind eigene Kompositionen.
 
 Gibt es Titel, die Sie heute lieber nicht mehr singen?
  Fischer : Natürlich. Lieder, die mich nicht überzeugt haben, wie „Junger Mann“. Oder „Der Hahnrei“, das war einfach blöd.
 
 Sie haben einen erwachsenen Sohn. Ist er in Ihre Fußstapfen getreten und macht Musik?
  Fischer : Das wollte ich ganz bewusst nicht. Die Bedingungen in der Musikbranche sind schwierig. Aber er wollte auch etwas anderes werden und hat heute eine Agentur im Medienbereich.
 
 Was erwartet die Oranienburger am Freitag in der Orangerie?
  Fischer : Eine Mischung. Manfred Maurenbrecher und ich, wir lesen im Wechsel. Zwischendurch er-klingt Musik, begleitet von einem Pianisten. Wir haben das dramaturgisch aufgebaut, berühren die wichtiges Themen des Buches und haben sie natürlich an die Musik der jeweiligen Zeit gekoppelt. Dabei sind alte und neue Titel zu hören. „Schneeflocke“ ist natürlich Pflicht („Dass ich eine Schneeflocke wär“)
 
 Kommen danach auch die Autogrammjäger zum Zuge?
  Fischer : Natürlich. Ich signiere mein Buch, habe CDs dabei. Da bleibt auch Zeit für Autogramme.

Interview: Heike Bergt

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