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Oberhavel Die Schwalbenfrau
Lokales Oberhavel Die Schwalbenfrau
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10:03 06.08.2016
Yvonne Schuldes mit der Nisthilfe für das Wohnhaus in Alt-Borgsdorf. Die Einfluglöcher sind später übrigens nach unten gerichtet. Quelle: Robert Roeske
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Borgsdorf

Wo der Nistkasten für Mauersegler angebracht werden soll? „Möglichst hoch“, ruft Yvonne Schuldes den beiden unschlüssigen Männern im Blaumann zu. Die 38-Jährige ist die Schwalbenbeauftragte des Nabu-Regionalverbandes Oranienburg und beaufsichtigt an diesem späten Freitagnachmittag den Anbau der Nisthilfe an einem Privathaus. Das steht in der Lindenstraße 3 in Alt-Borgsdorf, stammt aus dem Jahr 1898 und bekommt gerade ein neues Dach in der originalen Schiefer-Ausführung. Eine günstige Gelegenheit also, um den grauen Kasten an der Giebelspitze festzuschrauben.

David Hennings misst di e erforderlichen Abstand für die Bohrlöcher. Quelle: Robert Roeske

Die Nisthilfe haben Nabu und Privateigentümer gemeinsam bezahlt, sagt Yvonne Schuldes. Sie musste David Hennings und Klaus Zöllner nicht lange bitten. Die beiden bewohnen mit ihren Familien das Mehrgenerationenhaus in der Lindenstraße – und sind seit vielen Jahren sehr naturverbunden. Sie beobachten genau, welche Vogelarten wo auf ihrem Grundstück brüten, zum Beispiel Rotschwänze und ein Bachstelzenpaar. Nun wollen sie auch Mauerseglern ein Domizil für die Bruthilfe bieten. „An der vorderen Fassade haben schon immer Mehlschwalben genistet“, begründet David Hennings sein Interesse. Der 36-Jährige ist ein Bekannter der Schwalbenbeauftragten und möchte einfach etwas für den Tierschutz tun.

Der ist auch für Yvonne Schuldes, die seit 2008 in Birkenwerder wohnt, eine absolute Herzensangelegenheit. „Schwalben fand ich schon immer schön“, sagt sie. Ihr Interesse reicht bis in die Kindheit zurück, als die Mauersegler am Elternhaus kreischend durch die Luft jagten. Damals hatte sie die Vögel noch für Schwalben gehalten und den Irrtum erst durch einen Zufall bemerkt. Die inzwischen dreifache Mutter begann, sich näher mit den geheimnisvollen und sehr versteckt nistenden Tieren zu befassen, die sogar in der Luft schlafen. Ihr wurde klar, dass diese Kulturfolger es zunehmend schwer haben für Nachwuchs zu sorgen: Durch Haussanierungen verschwinden viele Schlupflöcher, Schwalbennester würden häufig auch abgeschlagen. Um sich mit Experten auszutauschen, kam sie zum Nabu und stellt fest: Sie selbst ist die einzige Expertin. Vor zwei Jahren übernahm sie ehrenamtlich Verantwortung als Schwalbenbeauftragte. Sie freut sich nicht nur über Hinweise auf Nistplätze von Mauerseglern, sondern auch über Freiwillige mit Platz für Nisthilfen. Kontakt: über den Nabu oder unter yp.schuldes@gmail.com.

Der Anbau auf der obersten Etage des Gerüstes kann beginnen. David Hennings und Klaus Zöllner nehmen ihn eigenhändig vor. Quelle: Robert Roske

Von Helge Treichel

Seit 2004 kämpft eine Bürgerinitiative in Alt-Borgsdorf und Pinnow um eine Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 20. Der erstrittene Gerichtsbeschluss sieht eine unterschiedliche Regelung für Pkw und Lkw vor und war nach BI-Meinung missverständlich ausgeschildert – bis vor einer Woche.

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