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Die Suche nach 14-jährigem Jamil

Oranienburg Die Suche nach 14-jährigem Jamil

Seit Mittwoch ist der Neuntklässler aus Oranienburg verschwunden. Gesehen wurde er seitdem in Oranienburg, Leegebruch und Berlin. Für die Eltern des 14-Jährigen eine Ausnahmesituation. Wir haben mit der Familie gesprochen. Update: Jamil Böhr wurde gefunden.

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Mit diesem aktuellen Bild wurde nach dem 14-jährigen Jamil Böhr aus Oranienburg gesucht.

Quelle: dpa-Zentralbild

Oranienburg. UPDATE: Riesenerleichterung am späten Sonnabendabend (11. November): Der Vermisste wurde gefunden. Aufgegriffen von der Bundespolizei in Berlin brachten die Beamten ihn zunächst in eine Kindernoteinrichtung in Berlin. Den ausführlichen Bericht lesen Sie unter diesem Link: www.maz-online.de/Lokales/Oberhavel/Jamil-wieder-da.

Was bis dahin geschah

Die Aufregung ist nach wie vor groß: Seit Mittwoch wird der 14-jährige Jamil Böhr aus Oranienburg vermisst. Der Neuntklässler des Louise-Henriette-Gymnasiums in Oranienburg kehrte nach der Schule nicht heim (MAZ berichtete). Eine Klassenkameradin sah den Jungen am Nachmittag noch am Oranienburger Bahnhof. Anschließend verliert sich seine Spur, wenngleich der 14-Jährige seitdem nach Meldungen von Schulkameraden und Bürgern mehrfach in Oranienburg, Leegebruch und auch Berlin gesehen worden sein soll. So meldeten sich am Sonnabend, dem dritten Tag nach dem Verschwinden, Bürger bei den Eltern, die aufgrund des inzwischen weit verbreiteten Suchaufrufs Jamil Böhr in einem Berliner Einkaufszentrum („Mall of Berlin“) erkannt hatten.

Suchaufruf fast 2000 Mal geteilt

Am Donnerstag über die sozialen Netzwerke verbreitete Suchaufrufe hatten sich in Windeseile verbreitet und wurden inzwischen fast 2000 Mal geteilt. „Daraufhin haben uns in den vergangenen Tagen zahlreiche Hinweise von Leuten erreicht, die Jamil seit seinem Verschwinden an verschiedenen Stellen in Oranienburg, aber auch in Leegebruch gesehen haben“, berichtet Sindy Deschner. Ihre Tochter Eileen, Klassenkameradin des Gesuchten, hatte den 14-Jährigen Mittwochnachmittag nach der Schule als Letzte am Bahnhof gesehen, ehe er verschwand. In Absprache mit der Familie des Jungen hat Sindy Deschner den Suchaufruf über Facebook in die Wege geleitet. „Wir sind überwältigt von der Riesen-Hilfsbereitschaft der Leute, die den Aufruf teilen und nach Jamil schauen. Wir hoffen, dass er so schnell wie möglich gefunden wird.“

Ausnahmesituation für die Eltern

Für die Eltern von Jamil ist das Ganze eine absolute Ausnahmesituation: „Das alles ist sehr schwer für uns zu fassen. Es gab überhaupt keine Ansatzpunkte, dass so etwas passieren könnte“, berichtet Vater Jens Lemke. Einen Auslöser oder Grund für das Verschwinden gebe es nicht. Zwar gebe es zu Hause mal Uneinigkeit über das unaufgeräumte Zimmer, aber so etwas sei bei weitem kein Grund, davonzulaufen. Jens Lemke appelliert daher an den 14-Jährigen: „Egal ob er Mist gebaut hat oder nicht, das ist alles kein Thema. Er soll einfach nur nach Hause kommen. Ihm reißt hier keiner den Kopf ab, egal, was sein Problem ist, wir bekommen alles gelöst. Wir wollen einfach nur, dass er wieder nach Hause kommt“. Gedanken mache er sich schon, wo Jamil vor allem die Nächte verbringe: „Er wird ja bei 2° nicht auf einer Parkbank übernachten.“ Möglicherweise fände er Unterschlupf bei Freunden. Das wiederum müsse doch auffallen, insbesondere den Eltern. Neben der Angst um ihr Kind herrscht bei der Familie von Jamil daher vor allem große Ratlosigkeit. Aber auch Hoffnung, mit Hilfe der Bevölkerung Hinweise auf seinen aktuellen Aufenthaltsort zu bekommen.

Der Verdacht, dass Jamil Böhr bei seiner Freundin Unterschlupf gefunden habe, erwies sich am Freitagabend als Fehlalarm. Das Mädchen und dessen Familie versicherten glaubhaft, dass sich Jamil nicht bei ihnen aufhalte. Eltern und Klassenkameraden des Jungen sind daher weiter auf der Suche.

Polizei vermutet bislang keine Straftat

Bei der Polizei ist der 14-Jährige seit Mittwoch bundesweit zur Fahndung ausgeschrieben, wie Polizeisprecherin Dörte Röhrs mitteilt: „Wir überprüfen zudem gegenwärtig seine sozialen Kontakte, fahren Adressen ab, an denen er sich aufhalten könnte und schauen auch nach Hinweisen in den sozialen Netzwerken. Bislang besteht nicht der Eindruck, dass es sich bei dem Verschwinden um eine Straftat handeln könne“. Im Boot sei auch die Bundespolizei, die insbesondere an Bahnhöfen im Einsatz ist. Überdies seien die Polizeidienststellen der Region noch einmal besonders über den vermissten Jungen informiert worden.

Bekleidet ist Jamil Böhr, der etwa 1,48 Meter groß ist, vermutlich mit schwarzer Jacke, schwarzer Hose und schwarzen Schuhen. Zudem könnte er ein Basecap tragen. Die Familie bittet bei Sichtungen um Kontaktaufnahme unter der 0176/873 74 923 (Jens Lemke) oder 0160/34 12 500 (Sindy Deschner).

Von Nadine Bieneck

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