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Oberhavel Die Trabi-Verrückten
Lokales Oberhavel Die Trabi-Verrückten
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00:19 20.03.2018
Echte Trabi-Fans: Heiko Bernhardt, Marcel Gaber und Endrik Valentin (v.  r.) sind begeisterte Schrauber. Quelle: Andrea Kathert
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Hammer

In Hammer scheinen die Männer besonders Trabi-verrückt zu sein. Nicht nur, dass der kleine Ortsteil einen eigenen Feuerwehr-Trabi hat. Auf dem Grundstück von Heiko Bernhardt in der Eberswalder Straße hängt sogar ein halber Trabi an der Scheunenwand. Das muss man erst mal bringen.

Hier steht die Trabi-Hälfte noch auf dem Hof. Quelle: Privat

Ganz einfach war die ganze Aktion nicht. „Wir haben irgendwo mal ein Foto mit einem halben Trabi gesehen“, erzählt Heino Bernhardt. „Und dann hat mein Sohn Patrick gesagt: Papa, so was brauchen wir auch.“ Gesagt, getan.

Ein alter Trabi war schnell gefunden, die Männer haben schon ein bisschen Übung darin, die alten Rennpappen aufzumöbeln. Nachdem der Feuerwehr-Trabi, ein Geschenk an die Partnergemeinde in der Eifel, 2009 fertig war, konnten sie nicht mehr aufhören. „Seitdem sind wir im Trabi-Fieber.“

Das sieht nach Trabi-Fieber aus. Quelle: Andrea Kathert

Dem Trabant Baujahr 1985 de luxe gaben sie noch die Zusatzbezeichnung „S“ – für Sport. „Im Kofferraum hatten wir ein paar alte Adidas-Turnschuhe gefunden.“ Und dann ging’s an die Arbeit. Patrick als gelernter Metallbauer hatte ein Händchen dafür. Mit der Flex wurde der Boden zertrennt. Mit einem elektrischen Fuchsschwanz rückten die Männer der Plastikkarosse zu leibe.

Trabant Aktion Hammer Quelle: privat

An die Karosse schweißten sie lange Gewindestangen, die sie durch die Wand der Scheune schieben wollten. Eine Schablone musste her, damit nicht das gesamte Mauerwerk zerlöchert wird.

Mit einem Kran und vereinten Kräften wurde der halbe Trabi in die Höhe gehievt. „Naja, die Schablone passte nicht ganz genau“, lacht Heiko Bernhardt. Es gab dann doch ein paar Bohrungen mehr.

Etliche Kumpels aus dem Dorf wie Jan und Jörn Zimmermann oder Holger Meyer packten mit an. Die halbe Pappe war schließlich fest verankert und wurde gebührend begossen.

Als im August 2016 die Feuerwehrkollegen aus der Eifel zum Jubiläum kamen, fielen ihnen fast die Augen raus. So was hatten sie noch nicht gesehen. „Wo ist denn das Vorderteil?“, wollten sie gleich wissen.

Ein halber Trabi für die Eifel

Und weil die Männer der beiden Wehren eine lange Freundschaft verbindet, überlegte Heiko Bernhardt nicht lange und schenkte den Kameraden die andere Hälfte. „Die haben sich tierisch gefreut.“ Die Feuerwehr in der Eifel ist zwar nun aufgelöst, doch der halbe Trabi soll einen Ehrenplatz im Dorf bekommen, vielleicht neben dem ehemaligen Feuerwehrdepot.

Und so sieht das neueste Projekt aus. Auf die Ladefläche passen genau zwei Bierkästen. Quelle: Andrea Kathert

Patrick kann seit einem Jahr leider nicht mehr mitschrauben. Er lebt nicht mehr. Der Sohn von Heiko Bernhardt hatte vor Jahren einen Unfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Aber für seinen Vater und die Kumpels ist der halbe Trabi noch mehr Ansporn, um weiter zu schrauben. „Uns lässt eben der Osten nicht los“, lacht Heiko Bernhardt.

Von Andrea Kathert

Der 30-jährige David Weber ist seit frühester Jugend leidenschaftlicher Angler. Sein Lieblingsreviere sind der Lehnitzsee, der Oranienburger Kanal und seit einiger Zeit auch der Beetzer See. Seit etwa eineinhalb Jahren wirft er seine Angel zudem auf Gewässern in Schleswig-Holstein aus.

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