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Oberhavel Die Umzugskartons sind gepackt
Lokales Oberhavel Die Umzugskartons sind gepackt
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16:13 07.07.2017
Und in den Räumen der Oberschule ist schon die Küche fix und fertig. Die Frauen inspizieren, ob alles zu ihrer Zufriedenheit ist.
Liebenwalde

„Oh je, hier sieht’s aus“, sagt Marlies Düsterhaupt und schlägt die Arme über dem Kopf zusammen. Aber so sieht es nun mal aus, wenn man nach 22 Jahren eine Begegnungsstätte auflöst, die all die Jahre immer viele, viele Besucher hatte. Die Ortsgruppe der Liebenwalder Volkssolidarität muss das Haus an der Hammerallee 1 verlassen. „Heute packen wir die letzten Sachen“, sagt Marlies Düsterhaupt, die seit elf Jahren die Ortsgruppe und die Begegnungsstätte leitet

Hier packen die Frauen selbst an. Quelle: Andrea Kathert

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In der Küche ist ein ganzes Team fleißiger Helferinnen zugange. Das meiste ist schon leer geräumt. Der große Tisch muss noch auseinandergeschraubt werden. „Kein Problem, wir brauchen nur einen Inbusschlüssel“, sagt Bärbel Sacher, holt einen kleinen Werkzeugkoffer aus dem Auto und los geht’s. Überall stehen Kartons, Putzeimer und Sachen für den Container auf dem Hof. „Der ist schon fast voll“, sagt Marlies Düsterhaupt. Tatsächlich konnten sich die Frauen von vielen Dingen trennen. Aber nicht von allem. „Ach guckt mal, das sind unsere Faschingssachen“, ruft Heidi Büttner und zieht Hüte, Girlanden und Masken aus einem Karton. Und schon geht das Gekicher los. Die Frauen sind eine lustige Truppe, obwohl ihnen der Abschied aus der Hammerallee 1 nicht so leicht fällt. „Schön gefeiert haben wir hier“, sagt Christel Franssens.

Die letzten Aufräumaktionen in der Küche. Quelle: Andrea Kathert

In dem großen Gemeinschaftsraum stand immer die Kaffeetafel. Da war jeden Donnerstag was los. Schließlich zählt die Ortsgruppe 109 Mitglieder. Im hinteren Teil des Hauses liegen die Räume der Demenzgruppe. Sie stehen seit zwei Jahren leer. In Zehdenick wurde für die Demenzgruppe neu gebaut. Im Garten unter den großen Lindenbäumen ließ es sich auch gut sitzen und erzählen. „Es ist schon ein bisschen traurig, hier wegzugehen“, meint Marlies Düsterhaupt. „Hier hängen schöne Erinnerungen dran.“ Und die zentrale Lage war perfekt. Viele Mitglieder, vor allem auch aus den Ortsteilen, haben die Veranstaltungen gleich mit einem Einkauf im Supermarkt verbunden.

Doch das Haus war eben nicht zu halten. „Die Heiz- und Betriebskosten waren enorm“, weiß die 64-Jährige. Die Bausubstanz ist schlecht. Das Dach kaputt. Nicht mal ein Dachdecker wollte es noch flicken.

Das Gebäude in der Hammerallee 1, in dessen Obergeschoss auch noch zwei Wohnungen liegen, gehört dem Landesverband der Volkssolidarität Brandenburg. Der bietet es nun zum Verkauf an. Denn eine Grundsanierung des Gebäudes kann der Verband nicht bezahlen.

Von vielen Sachen konnten sich die Frauen trennen, aber von ihren Faschingssachen nicht. Quelle: Andrea Kathert

Aber Marlies Düsterhaupt und die anderen Frauen blicken frohen Mutes nach vorne. Denn es gibt schon neue Räume in der Oberschule. „Dort wird es auch schön“, sind sich die Frauen sicher.

Hier geht’s künftig zur Volkssolidarität. An den Treppenstufen und dem Geländer muss sicher noch was getan werden. Quelle: Andrea Kathert

Die Stadt hat der Ortsgruppe zwei Räume hergerichtet und vermietet. Am Montag wird umgezogen. Marlies Düsterhaupt und ihre Helferschar zeigen gerne ihr neues Domizil. „Na, dann los!“ Die Damen sitzen im Handumdrehen im Auto und düsen in flottem Tempo zum Parkplatz an der Weinberghalle. Am Haupteingang der nicht mehr genutzten Oberschule muss noch die Treppe repariert und„rollatorfähig“ hergerichtet werden.

Die Küche in den neuen Räumen in der Oberschule kann sich schon sehen lassen. Am Montag wird sie eingeräumt. Quelle: Andrea Kathert

Aber drinnen hat die Stadt alles renoviert: die Küche steht, der Gemeinschaftsraum hat neuen Fußboden, überall ist gemalert. „Jetzt komme ich an meinen alten Arbeitsplatz zurück“, lacht Brigitte Muenter. Sie war Sekretärin in der Oberschule. Und die neue Begegnungsstätte liegt im ehemaligen Büro des Schuldirektors und im Sekretariat. Die Ortsgruppe könnte nachmittags auch die kleine Turnhalle nutzen. Doch die Sportgruppe und ihre Physiotherapeutin können nur vormittags, sie haben sich ein anderes Domizil gesucht. Doch wer weiß, wenn sich alle erst mal eingelebt haben, gibt es vielleicht noch andere Lösungen.

Von Andrea Kathert

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