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Die Woba im Baufieber

Pläne der Oranienburger Wohnungsbaugesellschaft Die Woba im Baufieber

Noch nie hat die Woba so viel investiert wie in diesem Jahr. Für 17,5 Millionen Euro will sie in der Stadt neu bauen und sanieren. Mit Blick auf die soziale Komponente entsteht zum Beispiel an der Gartenstraße 4 ein Neubau mit 23 Wohneinheiten für Flüchtlinge und Sozialschwache. Außerdem gehören der Woba nun die beiden Häuser in der Berliner Straße 6 bis 10.

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Die Berliner Straße 6 bis 10. Zu DDR-Zeiten war dort das Geschäft für „Jugendmode“ zu finden.

Quelle: ENRICO KUGLER

Oranienburg. 2016 wird für die Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg (Woba) ein spannendes und anstrengendes Jahr. Mit Investitionen von 17,5 Millionen Euro soll der bisher größte Brocken gestemmt werden.

Und die Gesellschaft beschreitet Neuland. In der Gartenstraße 4 soll ein Neubau mit 23 Wohnungseinheiten für Flüchtlinge und Sozialschwache entstehen. „Das alte Haus war schwammbefallen und musste angerissen werden“, erzählt Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski. „Das Haus soll für Leute mit Wohnberechtigungsschein sein und muss deshalb stark subventioniert werden.“ Entweder vom Land oder der Stadt. Es soll eine Art Mischkultur entstehen. „Wir müssen der sozialen Komponente gerecht werden“, meint der Geschäftsführer.

Die Woba möchte gern einen gewissen Typenbau entwickeln, der flexibel im Umbau ist. Aus Ein-Raum-Wohnungen sollen sich ohne großen Aufwand Drei-Raum-Wohnungen gestalten lassen. Die Bauweise wird nachhaltig sein.

Das Projekt wurde bereits zur Förderung eingereicht. „Wir haben gegenüber dem Infrastrukturministerium deutlich gemacht, wir brauchen so etwas“ sagt Hans-Joachim Laesicke, der Aufsichtsratsvorsitzende der Woba. Von dem gezeigten Hausentwurf sei man im Ministerium begeistert gewesen.

Einen Viergeschosser mit Laubengang sehen die Pläne vor. Die Fenster zeigen zum Wasser hin, die Eingänge zur Nicolaikirche. Vielleicht wird die Fassade verklinkert, um nach der Energieverordnung und trotzdem nachhaltig zu bauen. Erstmals möchte die Woba einen Gemeinschaftsraum in dem Haus mit einrichten.

„Im Frühjahr wollen wir beginnen“, meint Laesicke. Das ist ein sehr sportliches Ziel, das wissen die beiden Männer. Doch der erste Vorentwurf liegt auf dem Tisch. Jetzt im Januar könnte die Planung erstellt werden, die im Februar oder März in den Bauausschuss geht. Baubeginn soll Mai oder Juni sein. „Und dann hängt viel von den Baufirmen ab“, sagt Jarzcewski, der in diesem Punkt schon viel erlebt hat. Ziel ist es jedenfalls, den Viergeschosser ab Januar 2017 zu vermieten. „Und sollten wir nicht zu Potte kommen, wird das Projekt nach hinten geschoben“, meint der Woba-Chef sehr entspannt. Bewährt sich die Sache, will die Gesellschaft den flexiblen Bautyp weiter entwickeln, mal mit, mal ohne Fahrstuhl, höher oder niedriger. „Auf jeden Fall bauen wir damit preiswerter“, ist sich Jarczewski sicher.

Am Havelufer neben dem Caravanstellplatz entstehen die Stadtvillen

Am Havelufer neben dem Caravanstellplatz entstehen die Stadtvillen. Bisher sind nur die Erdarbeiten gelaufen. In diesem Jahr wird der Rohbau hochgezogen. Im Hintergrund sind links die Rückseite der Havelpassage und geradeaus die Rückfronten der Mietshäuser an der Bernauer Straße zu erkennen.

Quelle: Enrico Kugler

In diesem Jahr gibt es aber noch weitaus mehr zu tun. Die Altstadthäuser am Bötzower Platz müssen fertig werden. Gegenüber vom Schloss wird mit dem Hochbau der Stadtvillen begonnen. Bis zum nächsten Winter sollen sie dicht und für den Ausbau fertig sein. „Für September 2017 visieren wir den Einzug an“, sagt Jarczewski. Das Projekt Stadtvillen, das sich über drei Jahre erstreckt, kostet die Woba 12,5 Millionen Euro.

In der Kanalstraße 58 bis 62 wird demnächst auch die Sanierung des Wohnblocks beginnen. Und laufende Instandhaltungen dürfen in diesem Jahr auch nicht vergessen werden. So kommen schnell mal 17,5 Millionen Euro zusammen.

Dies ist der hintere Teil der Grundstücksbebauung an der Berliner Straße 6 bis 10

Dies ist der hintere Teil der Grundstücksbebauung an der Berliner Straße 6 bis 10. Die Backsteinhäuser und Nebengelasse sind in einem schlechten Zustand.

Quelle: ENRICO KUGLER

Und es gibt noch andere Neuigkeiten bei der Woba. Ende vorigen Jahres hat die Stadt die beiden Häuser und Nebengelasse in der Berliner Straße 6 bis 10 von einer Fondsgesellschaft erworben. Nun gehören sie der Woba. „Ab 2017 werden wir die beiden Häuser an der Straße sanieren“, sagt Jarczewski. Die Backsteinbauten dahinter sind allerdings sehr marode. Ihnen droht der Abriss. Bernd Jarczewski möchte dann ein Konzept erarbeiten, wie die Fläche zwischen Berliner Straße, Nehringstraße bis zur Havelpromenade neu gestaltet werden kann. Vielleicht errichtet die Woba auch am dortigen Havelufer weitere Stadtvillen.

Und auch in der Weißen Stadt wird die Woba mitmischen, ihr gehören viele Grundstücke. 500 Wohnungen sollen eigentlich in der Weißen Stadt entstehen. „Aber da gehen wir nicht blauäugig ran“, sagt Jarczewski. „Da werden wir erst mal prüfen, ob der Bedarf wirklich so groß ist.“ Eine Marktstudie für ganz Oranienburg mit Schwerpunkt Weiße Stadt soll erarbeitet werden. Die Fragen der Infrastruktur und der Finanzierbarkeit in kurzer Zeit sind mit zu klären. Bis zum Herbst sollen klare Aussagen dazu vorliegen. Ein Baubeginn an der Walther-Bothe-Straße könnte 2018/2019 in Frage kommen.

Einige Zahlen zur Woba

In diesem Jahr wird die Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg (Woba) 17,5 Millionen Euro investieren.

Fertiggestellt werden die Altstadthäuser am Bötzower Platz.

Saniert wird der Wohnblock an der Kanalstraße 58 bis 62.

Weitergebaut werden die Stadtvillen an der Havel gegenüber vom Schloss.

Neugebaut wird ein Haus an der Gartenstraße 4.

2017 steht die Sanierung der beiden Häuser an der Berliner Straße 6 bis 10 an.

2018/2019 könnte die Woba in der Weißen Stadt bauen.

Zum Bestand der Woba zählen zurzeit 3602 Wohnungen, 71 Gewerbeeinheiten, 1030 Stellplätze, Garagen und Pachten sowie 170 fremd verwaltete Einheiten.

Die Grundmieten betragen durchschnittlich 4,85 Euro pro Quadratmeter, bei 61 Prozent der Wohnungen liegt die Grundmiete unter 5 €/m², bei 81 Prozent der Wohnungen unter 5,50 €/m². Die Nebenkosten betragen durchschnittlich 2,47 €/m², das sind 34 Prozent der Gesamtmiete.

Von Andrea Kathert

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