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Die Zufriedenheit ist groß, aber ...

Birkenwerder Die Zufriedenheit ist groß, aber ...

Die Mehrheit der älteren Einwohner von Birkenwerder ist „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit den örtlichen Gegebenheiten. Das ergibt eine Bürgerbefragung im Auftrag der Gemeindeverwaltung. Aber die Senioren wünschen sich vor allem ein Angebot für Altersgerechtes Wohnen im Ort.

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Referent Jannis von Lüde.

Quelle: Helge Treichel

Birkenwerder. Die Mehrheit der älteren Einwohner von Birkenwerder ist „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit den örtlichen Gegebenheiten. Rekordergebnisse erzielt das Nachbarschaftsverhältnis. Das ergibt eine Bürgerbefragung der Hamburger F+B Forschung und Beratung GmbH im Auftrag der Gemeindeverwaltung. Die Ergebnisse stellte der wissenschaftliche Mitarbeiter Jannis von Lüde am Mittwochabend öffentlich vor. Rund 30 Gäste waren zur Präsentation im Rathaus erschienen – und stellten Fragen dazu.

Alle 1746 Einwohner im Alter ab 65 Jahren hatten zwischen Mai und Juni dieses Jahres Fragebögen erhalten, 662 davon wurden ausgefüllt zurückgesandt. Über die phänomenale Rücklaufquote von 37,9 Prozent schwärmte der Referent geradezu. Die Antworten seien auch deshalb repräsentativ, weil die Altersstruktur der Antwortenden mit der Realität übereinstimmt.

Rund 30 Gäste verfolgten die Auswertung der Befragung im Rathaussaal

Rund 30 Gäste verfolgten die Auswertung der Befragung im Rathaussaal.

Quelle: Helge Treichel

Laut der Zielgruppenanalyse sind 21 Prozent der Birkenwerderaner älter als 65 Jahre und bereits im Ruhestand. Ein Drittel der Einwohner sind im Alter von 45 bis 65 Jahren, wodurch der Seniorenanteil in den nächsten 15 Jahren zunehmen wird. Ein Ein-Personen-Haushalt hat im Schnitt 55 Quadratmeter, wobei die Spanne von 25 bis 148 Quadratmeter reicht. Zwei-Personen-Haushalte umfassen durchschnittlich 101 Quadratmeter, bei einer Spanne von 40 bis 340  Quadratmetern. Die durchschnittliche Seniorenwohnung im Ort hat gut 97 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf drei Zimmer. Lediglich knapp 28 Prozent der Befragten leben in einer Mietwohnung. Die Häuser und Wohnungen sind fast zur Hälfte älter als 50 Jahre.

Die örtlichen Einrichtungen und Angebote werden als ausreichend empfunden. Ausnahme: Fast die Hälfte der Befragten vermisst ein Bekleidungsgeschäft in der Wohnumgebung, sogar 53 Prozent eine Bushaltestelle. 43,4 Prozent vermissen ein Bürgerhaus oder einen Seniorentreff – aber 36,5 Prozent auch nicht. Und für 20,2 Prozent ist es nicht wichtig, sagt Jannis von Lüde. Zudem sei ein nennenswerter Bedarf für einen Drogeriemarkt (138 Stimmen) und ein hochwertiges Lebensmittelgeschäft (73 Stimmen) erkennbar.

Das Fazit der Studie

Wohnortnahe Versorgungsinfrastruktur erhalten und ergänzen.

Angebote des ÖPNV eventuell erweitern oder flexibilisieren (Busshuttle).

Wohnversorgung der Senioren durch Nachbesserungen im Bestand unterstützen.

Angebote für Betreutes Wohnen langfristig deutlich erhöhen, um erzwungene Abwanderung zu vermeiden.

Kulturelle Angebote und Freizeitangebote seniorengerecht gestalten.

Laut Studie ziehen 36,6 Prozent der befragten Senioren den Umzug in eine betreute Seniorenwohnanlage in Betracht, 118 von ihnen (16 Prozent) haben dafür sogar konkrete Pläne. Alten- und Pflegeheime kommen für sie weniger in Betracht, der Umzug zu Kindern noch seltener. Fast alle möchten allerdings auch zukünftig in Birkenwerder leben, nur 4,8 Prozent würden ihr Alter gern anderswo verbringen. Für Seniorenwohnungen in Birkenwerder werden Vorstellungen geäußert: Zwei-Zimmer-Wohnung von 30 bis 60 Quadratmetern, Miethöhe 500 bis maximal 600 Euro. Hinzu kommen barrierefreie Ausstattungsmerkmale. Die Mehrheit der Befragten (48,5 %) favorisiert einen Standort am Alten Krugsteig/Hauptstraße. Die Gustav-Freytag-Straße neben dem Rathaus halten 36,3 Prozent für einen guten Standort. Abgeschlagen: An der roten Brücke/Erich-Mühsam-Straße (12,6 %).

„Wir sehen die Knackpunkte klar beim Wohnraumbedarf, haben jetzt Anhaltspunkte für Standorte und Zuschnitt“, sagt Bürgermeister Stphan Zimniok (B.i.F.) mit Blick auf die Schlussfolgerungen aus der Befragung. Auf dieser Basis könne die Gemeinde „mit potenziellen Partnern beziehungsweise Interessenten in Verhandlungen einsteigen“. Zudem würden die Ergebnisse den Teilnehmern des Ideenwettbewerbs für die Ortsmitte zur Verfügung gestellt. Dass nicht alle Erkenntnisse neu sind, sei ihm klar, so Zimniok. Aber die Tiefe der Befragung habe einige sehr interessante Fakten gebracht, die für die Umsetzung wichtig seien. Zimniok: „Wir werden jetzt gemeinsam mit der Politik den weiteren Verlauf besprechen und ich denke, dass wir gemeinsam einen Weg für die Umsetzung finden werden.“

Von Helge Treichel

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