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Die baufreudigen Rentner

Sachsenhausen Die baufreudigen Rentner

Den Rentnern von Sachsenhausen scheint es nicht langweilig zu werden. Jedenfalls nicht denen, die auf diesem Foto zu sehen sind. In diesen Tagen haben die sieben Männer alle Hände voll damit zu tun, die Marktbuden wieder auf Vordermann zu bringen, die sie den Oranienburgern zu ihrem 800-jährigen Jubiläum geschenkt hatten.

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Die baufreudigen Rentner aus Sachsenhausen, die sich gerne zu gemeinsamen Aktionen treffen, sind (v.l.): Ortsvorsteher Jürgen Wruck, Heinz Schulz, Heinz Arendholz, Wilfried Tönnies, Peter Paschen, Peter Grimmla und Norbert Anders.

Quelle: Andrea Kathert

Sachsenhausen. Es ist eine lustige Runde, die sich da hinterm Dreiseithof im Schlosspark versammelt hat. Die Männer kommen alle aus dem Ortsteil Sachsenhausen. Sie werkeln an den zehn Marktbuden, die sie gezimmert haben, als Geschenk des Ortsteils Sachsenhausen an das 800 Jahre alte Oranienburg.

Das war eine nette Geste der rüstigen Häuslebauer. Doch nun sind die Holzhütten arg lädiert. Die Transporte mit dem Radlader hin und her und der abschüssige Schlossplatz haben für schiefe Türen und abgebrochene Schrauben gesorgt. „Das Problem ist, dass die Leute nicht sorgsam damit umgehen“, sagt Peter Paschen. Als Tischlermeister weiß er, wovon er spricht.

Peter Paschen ist Tischlermeister, aber jetzt agiler Ruheständler

Peter Paschen ist Tischlermeister, aber jetzt agiler Ruheständler.

Quelle: Kathert

Die gute Laune bei der Arbeit lassen sich die Sachsenhausener trotzdem nicht verhageln. Daran hat sich auch bei der jetzigen Aktion nichts geändert. Denn was die Männer zu Akkubohrer, Hammer und Nagel greifen lässt, ist nicht nur Lust am Herumwerkeln, sondern die gemeinsame Aktion. Denn eines wird in Sachsenhausen groß geschrieben: der Zusammenhalt. Die baufreudigen Herren sind alle im gediegenen Rentenalter. Und das hat in Sachsenhausen, wie man sieht, mit altem Eisen offenbar nichts zu tun. Die Männer sprechen in den höchsten Tönen von ihrem Ortsteil. „Ich finde es schön bei uns“, sagt der 70-jährige Peter Paschen, der in Sachsenhausen geboren ist. Was seine Truppe so alles auf die Beine stellt, findet er klasse. Genauso wie die Gegend und die Gewässer in seinem Dorf. Wenn er sich etwas wünschen würde, dann wäre es Tempo 30 im Aderluch.

Peter Grimmla findet, die Arbeit zusammen macht mehr Spaß, als zu Hause alleine

Peter Grimmla findet, die Arbeit zusammen macht mehr Spaß, als zu Hause alleine.

Quelle: Kathert

Auch Peter Grimmla ist schon ewig dabei und findet es prima, so seine Freizeit zu verbringen. „Man hat ja als Rentner zu Hause immer genug zu tun“, meint der 71-Jährige. „Aber hier, das ist schon was anderes, wenn man mit seinen alten Fußballkumpels was macht.“ Seit Ende der 1950er-Jahre wohnt Grimmla in Sachsenhausen. „Ach, es ist wirklich schön bei uns, ich wohne im Park“, sagt Grimmla. Die Einheimischen wissen, dort stand vor dem Krieg das Jagdschloss.

Heinz Arendholz ist einer, der immer gute Laune verbreitet

Heinz Arendholz ist einer, der immer gute Laune verbreitet.

Quelle: Kathert

„Eigentlich kennen wir uns alle aus der Schule“, sagt Heinz Arendholz. Ja, so ist das eben auf dem Dorf. Arendholz stammt eigentlich aus Nassenheide. Aber seit 33 Jahren wohnt er in Sachsenhausen und findet es dort „einwandfrei“. „Unser Ortsvorsteher tut alles, was er kann, und damit sind wir zufrieden.“ Sicherlich könnte man im Ortsteil noch viel mehr machen, „wenn wir die Bomben nicht hätten“, weiß der 73-Jährige, der mal Ofensetzer gelernt hat.

Norbert Anders ist 75 Jahre jung und hat viel Spaß mit seiner Truppe

Norbert Anders ist 75 Jahre jung und hat viel Spaß mit seiner Truppe.

Quelle: Kathert

Auch Norbert Anders kommt aus der Handwerkerrichtung, er war Maschinenschlosser. „Wir sind wirklich eine gute Truppe“, sagt er mit dem Brustton der Überzeugung. „Und sogar unsere Frauen sind meistens mit dabei, wenn wir Veranstaltungen haben.“ Seit 1940 lebt der 75-Jährige in Sachsenhausen. „Mit gefällt es hier so gut, ich will gar nicht weg.“

Wilfried Tönnies hält nicht so viel um den Rummel, den die MAZ da grade mit ihm veranstalten will

Wilfried Tönnies hält nicht so viel um den Rummel, den die MAZ da grade mit ihm veranstalten will. Er möchte einfach ein bisschen helfen.

Quelle: Kathert

Der 71-Jährige Wilfried Tönnies gehört auch zu den Urgesteinen. „Ja, wir sind schon alles Mumien hier“, lacht er. Danach schaut es nicht aus, wenn man sieht, wie Tönnies den Pinsel schwingt. Auch er fühlt sich wohl in seinem Heimatdorf, schon wegen des vielen Wassers und dem Angeln.

Die Sachsenhausener Rentner brauchen keinen Seniorenclub. Sie haben ja auch keinen. Sie finden auch so genug Ideen, wie sie ihre Freizeit gestalten können. Wanderungen, Fahrradausflüge, Lesungen, Preisskat und, und, und. Ach ja, und natürlich sehen sie sich zu jedem Fest im Dorf. Und dann wären da noch die ganzen Traditionsvereine, in denen die Senioren genauso aktiv sind. Die Quartettfreunde, der Angelverein, der Fußballverein. Dann die Feuerwehr, die Kirchengemeinde und so weiter. Das hört sich nach vollen Terminkalendern an. Aber die nächsten Tage haben die Männer mit den Holzhäusern zu tun.

Von Andrea Kathert

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