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Oberhavel Die eigene Wohnung angesteckt
Lokales Oberhavel Die eigene Wohnung angesteckt
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00:47 12.03.2018
Die 27-Jährige soll die eigene Wohnung angezündet haben. Quelle: Stähle
Hohen Neuendorf

Sie stand neben sich: Das war der Eindruck eines Polizeibeamten von Katharina Z., als er am 17. Juni 2017 zu einem Einsatz in die Klarastraße in Hohen Neuendorf gerufen wurde. Dort brannte es in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Eine Bewohnerin wurde mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, die anderen Mitbewohner wurden evakuiert. Schnell geriet Katharina Z., die dort mit ihrem damaligen Freund lebte, in Verdacht, das Feuer gelegt zu haben.

Seit gestern muss sich die 27-Jährige wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll sie zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig gewesen sein. Sie selbst wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, gab nur einen Abriss ihres bisherigen Lebens.

Der Lebenslauf erzählt von häufigen Umzügen. Elfmal hat die gebürtige Neubrandenburgerin allein die Schule gewechselt. Als sie drei Jahre alt war, trennte sich die Mutter von ihrem Mann, Katharinas Vater. „Sie ist erst einmal mit mir alleine rum gezogen“, sagte die zierliche junge Frau.

Als sie neun Jahre alt war, lernte ihre Mutter einen neuen Mann kennen, den sie verließ, als die Tochter 16 Jahre alt war. Wegen „der familiären Verhältnisse“ schaffte Katharina Z. das Gymnasium nicht, brach später eine Ausbildung zur Altenpflegerin ab. Ihre ersten Drogenerfahrungen machte sie mit 14 Jahren, hörte damit auf, als sie mit 19 Jahren schwanger wurde. Ihr heute siebenjähriger Sohn wächst bei ihrem Stiefvater auf.

Als ihr Kind anderthalb Jahre alt war, begann Katharina Z. erneut, Drogen zu nehmen: neben Marihuana zusätzlich chemische Drogen wie Crystal Meth und Amphetamin – und das täglich. 2015 ließ sie sich wegen Depressionen und Entzug ins Hennigsdorfer Krankenhaus einweisen.

Auch ihr Ex-Freund hatte drei Wochen vor der Tat versucht, sie ins Krankenhaus zu bringen. Er kannte die junge Frau drei Jahre. „Am Anfang war ihr Verhalten normal. Nach und nach ist sie in Depression verfallen bis hin zum Wahnsinn“, sagte der 34-Jährige. Sie habe Sachen gesehen, die nicht da waren, sich verfolgt gefühlt. Er rief in seiner Not einen Krankenwagen. „Sie haben sie noch am gleichen Abend entlassen – und genau drei Wochen später hat es gebrannt.“ Er selbst war in dieser Nacht nicht zu Hause. Dass etwas mit der Freundin nicht stimmt, wurde ihm etwa vier Monate zuvor bewusst. Nach einem Besuch bei ihrer Mutter erlebte er sie völlig verwandelt – mit Wahnvorstellungen. Als die Polizei zum Brandort kam, war Katharina Z. nach Aussagen einer Beamtin verwirrt, schrie herum, sagte, ihr Lebensgefährte liege noch unter der brennenden Couch. „Den Freund haben wir nicht gefunden. Sie hat angegeben, die Couch sei nass gewesen und es habe plötzlich angefangen zu knistern“, sagte der damalige Einsatzbeamte.

Da Katharina Z. Ruß an den Händen hatte, kam der Verdacht auf, dass sie selbst das Feuer gelegt hat. Aufgrund ihres Zustandes kam die junge Frau in ein psychiatrisches Krankenhaus. Ob sie dort bleibt, muss jetzt das Gericht entscheiden. Am kommenden Verhandlungstag soll der psychiatrische Gutachter gehört werden.

Von Dagmar Simons

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