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Die einzige Frau an der Spitze

Falkenthal Die einzige Frau an der Spitze

Frauen in der Feuerwehr gibt es nicht in der Masse, aber in vielen Löschzügen kommt das immer wieder mal vor. Dass aber eine Frau an der Spitze ihrer Wehr steht, ist eine nicht alltägliche Tatsache.

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Isabell Langner zeigt, wo sie zu Hause ist und für die Feuerwehr unterwegs ist.

Quelle: FOTO: Stefan Blumberg

Falkenthal. Wie der Vater, so die Tochter. Und der Bruder auch. „Beide waren schon in der Feuerwehr, als ich auch angefangen habe“, sagt Isabell Langner. Damals war sie elf Jahre alt, als sie zu den Brandschützern stieß. Sowohl ihr Vater als auch ihr Bruder waren Vorbilder für sie. „Und mir hat das bei der Feuerwehr von Anfang an Spaß gemacht.“ Heute, 18 Jahre später, ist sie die Feuerwehrchefin von Falkenthal. Konkret: Löschgruppenführerin. „Das war natürlich nie mein Ziel, aber es ergab sich so.“ Schritt für Schritt kletterte die heute 29-Jährige auf der Leiter höher: Ausbildung in der Jugendabteilung, Mitmachen in der Einsatzabteilung („Man will ja das Erlernte anwenden.“), Ausbildungen, Qualifizierungen. Truppführer, Gruppenführer und Zugführer – so ging es hintereinander weg. Und die Einsätze gab und gibt es ja auch noch: Brandbekämpfung, Unfälle, umgestürzte Bäume. Isabell Langner immer mittendrin. „Da wird kein Unterschied gemacht, ob eine Frau oder ein Mann am Einsatzort ganz vorn stehen. Jeder macht alles.“ Als Truppführer ist steht man in vorderster Front, als Gruppenführer leitet man den Einsatz.

Die Nachfolgerin des Vaters

Als Isabell Langners Vater Andreas ankündigte, dass er die Aufgabe des Wehrführers nach 15 Jahren abgeben und Platz für einen Neuen machen wollte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Die anderen drei Gruppenführer verzichteten. Isabell Langner stellte sich zur Wahl. „Sie boten mir an, zu helfen, wenn Hilfe nötig ist“, so die 29-Jährige, die seit dem Sommer des vergangenen Jahres den Hut auf hat für die Falkenthaler Feuerwehr und damit die einzige Frau in dieser Funktion im Löwenberger Land ist. In Falkenthal hat sie in Alina Günther und   Bärbel Döhr aber noch Verstärkung vom weiblichen Geschlecht.

Den Männern sagen, wo es langgeht

Komisch sei es für sie nicht, dass sie als Frau den Feuerwehrmännern sagen muss, wo es langgeht. Und die Männer hätten damit auch kein Problem. „Es läuft gut. Es sind 17 Kameraden gemeldet, acht bis elf von ihnen erscheinen regelmäßig zum Dienst. Der fällt einmal in der Woche an. Da wird die Technik überprüft, werden Hydranten kontrolliert oder die Kameraden ausgebildet. Das sind im Durchschnitt zwei Stunden in der Woche. Gut, dass es nicht viel mehr sind, denn Isabell Langner bekam im Februar einen Sohn. Max nimmt viel Zeit in Anspruch. Das hindert die junge Mutti aber nicht daran, ihn mit in die Wache zu bringen. Und die Brandmeisterin ist ja auch noch anderweitig unterwegs. Die langjährige Fußballerin des FC Falkenthaler Füchse stieg jetzt wieder bei den Füchsen ein. „Ich trainiere wieder mit und kann helfen, wenn Not am Mann ist“, sagt Isabell Langner.  „Das Team funktioniert sehr gut, das will ich nicht durcheinanderbringen.“ Und dann kommt  auch  noch ihr Engagement beim  Karneval, wo sie seit Jahren eine Nachwuchsgruppe leitete.

Trotz des Aufwandes hat Isabell Langner Spaß an dem, was sie macht. Obwohl es bei den Feuerwehreinsätzen mitunter unschöne Bilder zu sehen gibt, weiß sie, wofür sie das tut: „Man will in den Momenten doch helfen.“

Von Stefan Blumberg

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