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Die ersten Worte sind schwer

Tour zur Arbeitsmarktinitiative Die ersten Worte sind schwer

Im Nachbarschaftstreff der Pur in Stolpe-Süd ist jeden Tag Schule. Schule für Flüchtlinge. Montag bis Donnerstag unterrichten Regine Jedwabski und Hanna Schulz Menschen, die kein Wort deutsch verstehen. Der Treff war die erste Station der Rundreise, zu der die ABS Hennigsdorf, die Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung, einlud.

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Der 21-jährige Khalil Mohamd aus Syrien lernt seit einem Monat von Regine Jedwabski deutsch. Die 74-Jährige macht das ehrenamtlich.

Quelle: Kathert

Oranienburg. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag - an jedem Vormittag sitzen im Nachbarschaftstreffpunkt in Stolpe-Süd Menschen an einem Tisch, die kaum ein Wort deutsch sprechen. Und neben ihnen versuchen Regine Jedwabski und Hanna Schulz, den Flüchtlingen mit Händen und Füßen die ersten Worte beizubringen. Der Treffpunkt im Hirschwechsel 4 war am Mittwoch die erste Station der Rundreise, zu der jedes Jahr die ABS Hennigsdorf, die Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung, einlädt, um über die Projekte der Arbeitsmarktinitiative Oberhavel-Süd zu berichten.

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Die Beschäftigungsgesellschaft ABS zeigte ihre neuesten Projekte in Hennigsdorf und Oranienburg

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In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf der Integration von Flüchtlingen und der Perspektive Job, bei der es um Langzeitarbeitslose geht. Kerstin Thiele, Geschäftsführerin der ABS, warb für mehr öffentlich geförderte Beschäftigung. Die deutsche Konjunktur sei im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern robust, jedoch habe sie die Langzeitarbeitslosen bis dato kaum mitgenommen. „Die Vermittlung in den Arbeitsmarkt findet woanders statt.“ Obwohl es immer mehr offene Stellen auch in Oberhavel gebe, habe das keinen Einfluss auf die Langzeitarbeitslosen. „Wollen wir nun eine Teilhabe“, fragte Kerstin Thiele in die große Runde. Dann gehören auch Langzeitarbeitslose dazu. Stilllegen oder etwas tun, das ist die Frage. Leute stilllegen koste jetzt schon viel Geld, und es werde immer mehr. Und auch die Kosten für die Grundsicherung im Alter würden in Zukunft enorm steigen. „Wir müssen volkswirtschaftlich mit diesem Irrsinn aufhören“, plädierte die ABS-Geschäftsführerin. Stattdessen müssten Langzeitarbeitslose marktnah beschäftigt werden.

Initiativen für den Arbeitsmarkt

Die Kommunen, die der Arbeitsmarktinitiative Oberhavel-Süd angehören, sind Birkenwerder, Glienicke, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf, Liebenwalde, Oberkämer und Oranienburg.

Sie finanzieren unter anderem Projekte mit wie Perspektive Job, die Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt verhelfen sollen.

Im Landkreis Oberhavel hat es von 2012 zu 2015 einen Anstieg an offenen Stellen von 72,3 Prozent gegeben (von 754 auf 1299 Stellen). Langzeitarbeitslose haben davon nicht profitiert.

Auch Ausländer, deren Anteil an der Bevölkerung in Zukunft ohnehin stark steigt, werden überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen sein. „Wir stehen noch vor der Bugwelle“, sagte Kerstin Thiele. „Bisher spiegeln die Flüchtlingszahlen noch nicht die Dramatik wider, vor der wir stehen.“

Einen ersten Wegweiser für Flüchtlinge hat die Pur in Form eines Flyers herausgebracht. Darin sind sämtliche Beratungsstellen in Oranienburg und Hennigsdorf aufgeführt, mit Adressen, Öffnungszeiten und Kontakten. Wer welche Stelle aufsuchen sollte, wird mit einem Kreuz markiert.

Von Andrea Kathert

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