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Oberhavel Die größte Lok Deutschlands
Lokales Oberhavel Die größte Lok Deutschlands
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00:18 31.12.2017
Auch Kohlenstaublokomotiven, die für diese Zeit hochmodern waren, entwickelte die AEG. Quelle: Archiv: Peter Richter
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Hennigsdorf

Es war Freitag, der 9. Dezember 1927, als der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG), Dr.-Ing. Julius Heinrich Dorpmüller, mit dem Direktor der DRG, Dr.-Ing. Anger, und den zuständigen Reichsbahndirektoren Fuchs, Wechmann und Baumann die Lokomotivfabrik der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) in Hennigsdorf besuchte, um deren neueste Erzeugnisse auf dem Gebiet der Elektro-Vollbahnlokomotiven und Dampflokomotiven zu besichtigen.

Nach der Begrüßung durch den AEG-Direktor Dr.-Ing. Felix Deutsch wurden von ihnen die soeben für die DRG fertiggestellte Elektro-Güterzuglokomotive der Baureihe E 95 sowie eine der vorwiegend für Rangierbetrieb bestimmten leichten Güterzuglokomotiven und die neuesten für die DRG gelieferten Hochspannungs-Isolatoren besichtigt.

Großes Interesse fand bei ihnen die E 95. Sie war mit 20,9 Metern die längste und mit 138,5 Tonnen Gewicht die größte und schwerste Lokomotive, die je in Deutschland gebaut wurde. Die AEG lieferte in den Jahren 1927/1928 sechs Lokomotiven dieser Baureihe an die DRG, drei komplett, für die drei anderen den mechanischen, Siemens den elektrischen Teil. Sie sollten 2200-Tonnen-Güterzüge auf der steilen schlesischen Gebirgsstrecke mit 45 Kilometer pro Stunde befördern. Das riesige und teuerste Kraftpaket in der Geschichte der deutschen Reichsbahn mit Einzelantrieb auf sechs Achsen wurde den Anforderungen voll gerecht.

Den Abschluss des Besuches bildete eine Fahrt mit einer der Kohlenstaublokomotiven der AEG, die als neueste Entwicklungsstufe auf dem Dampflokomotivgebiet in den nächsten Tagen in Dienst gestellt wurde. Die AEG hatte 1926 von der DRG den Auftrag zum Bau zweier Versuchslokomotiven mit Kohlenstaubfeuerung erhalten. Mit ihnen wurden in der zweiten Hälfte des Jahres 1927 Werksversuchsfahrten im Vorspann mit Güterzügen von Berlin-Pankow über Löwenberg nach Fürstenberg durchgeführt, an denen nicht selten ausländische Eisenbahnfachleute teilnahmen.

Von Peter Richter

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