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Oberhavel Die nähenden Schwestern
Lokales Oberhavel Die nähenden Schwestern
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00:18 07.01.2018
Ruth Müller (r.) und Renate Steinkritzer aus Bärenklau nähen fast alles: Vom Brotkorb über Decken bis hin zu Kosmetiktäschchen. Quelle: Foto: Ulrike Gawande
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Bärenklau

Die Tasche mit den Noten ist ein echter Hingucker, mit der Ruth Müller jede Woche zur Chorprobe bei den „Vehlefanzer Amseln“ erscheint. Denn sie sieht nicht nur gut aus und ist stabil, so dass neben Notenmappe und Stift auch eine Trinkflasche Platz darin findet, sondern sie ist vor allem selbstkreiert und selbstgenäht. Eine Idee, die bei den Chormitgliedern so großen Anklang gefunden hat, dass die Bärenklauerin mittlerweile schon mehrere Exemplare nähen musste.

Vor 22 Jahren zog Ruth Müller mit ihrem Mann Hartmut nach Oberhavel, baute in Bärenklau ein Haus, in dem anfangs auch die Schwiegermutter, später die Kinder und seit 2004 Schwester Renate Steinkritzer (65) wohnt. Früher übten die Schwestern als Krankenschwestern den selben Beruf aus, heute teilen sie ihr Hobby: Denn vor einem Jahr haben Müller und Steinkritzer das Nähen für sich entdeckt. „Immer wenn wir Kissen oder Decken eingekauft haben, habe ich gedacht, dass könnte man doch auch selber machen“, erinnert sich die 68-jährige Ruth Müller. Gesagt, getan. Bei den Kreativtagen im MAFZ-Erlebnispark in Paaren informierten sie sich. Belegten dann einen Nähkurs in Spandau, vom Ehemann gab es die Nähmaschine und los ging es. „Früher hatte ich damit nichts am Hut, konnte noch nicht einmal einen Knopf annähen“, verrät lachend Ruth Müller.

Doch das Nähen mache ihr nun viel Spaß. Erst wurde Tischwäsche genäht, dann Kissenbezüge und Taschen, die auch an Freunde und Bekannte verschenkt wurden. Die waren so begeistert von dem Genähten, dass die Schwestern beschlossen, ihre Waren auch auf Märkten anzubieten. Schon die Premiere beim Mühlenfest in Vehlefanz, für das Müller auch die Schürzen der Damen vom Heimatverein genäht hat, war ein voller Erfolg. In der Weihnachtszeit ging es weiter.„Vor Weihnachten haben wir viel genäht, fast jeden Tag.“ Auf den Weihnachtsmärkten in Leegebruch und bei Bäcker Plentz kam das Genähte gut an. Besonders beliebt: Brotkörbe, Tischsets, Decken, Dekotannenbäume und Teelichthalter.

Doch für die ehemaligen Krankenschwestern ist das Nähen pures Hobby. Mit dem eingenommenen Geld wird neuer Stoff gekauft. „Dabei achten wir sehr auf Qualität“, so Ruth Müller. Inzwischen wurde das Büro ihres Mannes Hartmut zur Nähstube umfunktioniert und unterm Dach ein kleines Lager eingerichtet. „Ich gucke Wintersport während die Damen nähen“, lacht der 67-Jährige, der als Chauffeur beim Stoffeinkauf stets zur Stelle ist. „Was vor einem Jahr eine läppische Idee war, ist zu einem Funken geworden“, begeistert er sich für das Hobby von Frau und Schwägerin und lobt den Arbeitsaufwand der Damen, die immer neue Ideen mit ihren Nähmaschinen umsetzen.

Wie die putzigen Hühner, die als Türstopper dienen oder Wärmekissen, die für einen entspannten Nacken sorgen sollen. „Das Nähen ist für uns Entspannung, aber auch Freude, etwas Neues zu schaffen, das man rumzeigen und für das man Bestätigung bekommen kann“, bringt es Ruth Müller auf den Punkt.

Von Ulrike Gawande

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