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Die städtischen Schulen sind topp

Bildung in Oranienburg Die städtischen Schulen sind topp

2415 Schüler besuchen in Oranienburg städtische Schulen. in diesem Jahr waren 421 Abc-Schützen hinzugekommen. Und die Tendenz ist weiter steigend. Wie sich die Stadt wappnet und welche Rolle bisher die Beschulung von Asyl- und Flüchtlingskindern spielt, erzählt die Oranienburger Amtsleiterin für Bildung und Soziales in einem großen MAZ-Interview.

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Anke Michelczak kümmert sich um alle Belange in der Stadt, die mit Bildung und Sozialem zu tun haben.

Quelle: Andrea Kathert

Oranienburg. Anke Michelczak ist seit 1. Januar 2010 Amtsleiterin für Bildung und Soziales. Davor war sie fünf Jahre lang Sachgebietsleiterin für Kita, Schulen und Sport. Wie es um die Schullandschaft in Oranienburg aussieht, wie es um die Zukunft der Standorte bestellt ist und was die Kommune für ihre Schulkinder tut, erzählt die 46-Jährige im Interview mit der MAZ.

MAZ: Frau Michelczak, was zählt als Amtsleiterin für Bildung und Soziales alles zu Ihren Aufgaben?

Anke Michelczak: Eigentlich alles, was die Themen Kinder- und Kindertagesbetreuung, Schulen, Jugendarbeit, Senioren, Vereins- und Gemeinwesen, soziale Arbeit und die Bibliothek betrifft.

Das klingt nach einem großen Arbeitsfeld, ist das zu bewältigen?

Michelczak: Ja, wir sind breit aufgestellt. Aber die Arbeit macht viel Spaß, es wird nie langweilig. Hier werden nicht Aktenberge hin und her gewälzt. Wir stehen oft im Fokus der Öffentlichkeit. Mein großer Vorteil ist, dass ich nicht nur Verwaltungswirtin bin, sondern auch als Sonderpädagogin gearbeitet habe. Das kann ich jetzt sinnvoll verknüpfen. Und ich glaube, die Lehrer deshalb ein bisschen besser verstehen zu können.

Wie stellt sich die Schullandschaft in Oranienburg dar?

Michelczak: Die Stadt ist Träger von acht Grundschulen und der Jean-Clermont-Oberschule in Sachsenhausen. Wir versuchen, unsere Kinder so wohnortnah wie möglich zu beschulen. Deshalb gibt es außer in der Kernstadt auch in den Ortsteilen Grundschulen in Friedrichsthal, Germendorf, Lehnitz, Schmachtenhagen und Sachsenhausen. Die Malzer Kinder besuchen die Schule in Friedrichsthal. Die Schüler aus Zehlendorf und Wensickendorf fahren nach Schmachtenhagen. Darüber hinaus gibt es Schulen in freier Trägerschaft und vom Landkreis betriebene Einrichtungen.

Hat die Stadt irgendwelchen Einfluss auf die pädagogischen Konzepte oder die Lehrerschaft?

Michelczak: Nein, da ist die Stadt außen vor. Wir sind nur für die äußeren Schulangelegenheit zuständig, also für die städtischen Beschäftigten und die Ausstattung der Schulen. Für die Lehrer ist ausschließlich das staatliche Schulamt in Neuruppin zuständig. Durchaus beraten wir aber mit den Schulen über die eine oder andere Entwicklungsmöglichkeit.

Und wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Amt?

Michelczak: Insgesamt bemühen wir uns um eine gute Zusammenarbeit. Aber da die Schulangelegenheiten in innere und äußere Angelegenheiten getrennt sind, hat die Stadt auch nur begrenzte Mitspracherechte. Wir haben zum Beispiel nur eine Stimme in der Schulkonferenz und können bei der Beschulung nur Stellungnahmen einbringen.

Wie ist so Ihr persönlicher Eindruck, gibt es genug Lehrer an den Schulen?

Michelczak: Ich finde persönlich, die Klassen sind sehr voll. Manche Kinder könnten mehr Sonderpädagogen gebrauchen. Ich finde, kleinere Klassen würden allen gut tun. Etwa 23 Schüler pro Klasse, das wäre ein guter Schritt.

Wie sieht es aus mit Schulbezirken in Oranienburg?

Michelczak: Wir haben acht Schulbezirke und vier Überschneidungsgebiete, die in unserer Satzung festgelegt sind. Wir verfolgen das Motto „kurze Wege für kurze Beine“, das heißt die Kinder sollen wohnortnah beschult werden. Bei triftigen Argumenten, zum Beispiel wenn die Schule nicht mit dem Arbeitsweg der Eltern vereinbar ist oder wenn schon ein Geschwisterkind eine andere Schule besucht, dann kann ein Antrag beim Landesschulamt gestellt werden. Gibt es freie Kapazitäten, wird dem in der Regel stattgegeben.

Was kann die Stadt an den Schulen selbst steuern?

Michelczak: Eigentlich nur äußere Schulangelegenheiten. Wie die Ausstattung der Schulen, was passiert mit den Gebäuden oder alle Fragen der Hortbetreuung. Da wir hier auch der Träger der Einrichtungen sind und die Personalhoheit besitzen, nehmen wir natürlich Einfluss auf die gesamte Bandbreite der Themen.

Vor einiger Zeit gab es Sorgen in Friedrichsthal, die Schule könnte geschlossen werden. Wie steht es um die Zukunft der Oranienburger Schulen?

Michelczak: Fest steht, wir brauchen alle Grundschulen, auch in den nächsten zehn Jahren. Schließungen oder Zusammenlegungen sind nicht beabsichtigt. Im Gegenteil, wir brauchen auch alle Kapazitäten. Da wir ja sechs Jahre Vorlauf haben, wissen wir genau, wie viele Kinder beschult werden. In den letzten zwei Jahren sind die Zahlen exorbitant gestiegen. Wir haben überall viele Zuzüge und die konzentrieren sich nicht nur auf die Kernstadt. Mit vielfältigen Neubau-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an den Schulen reagieren wir auf die Entwicklung.

Wie sieht es im Moment an den einzelnen Schulen aus?

Michelczak: In Sachsenhausen bekommen wir durch den derzeitigen Hortanbau sicher eine tolle Kombination zwischen dem hochmodernen Anbau und den schönen alten Räumen im alten Schulhaus. Die Comeniusschule im Schlosspark wird durch den Neubau in der Jenaer Straße ersetzt und nächsten Sommer als Schulgebäude aufgegeben. Die Schule ist ja eine ehemalige NVA-Unterkunft und für die vielen Schüler zu klein. In dem hochmodernen Neubau werden dann bis zu 540 Kinder unterrichtet. Die Havelschule ist noch ein DDR-Bau vom Typ Erfurt. Die Aula haben wir neu gebaut, den Hort-, Schul- und den Mitteltrakt saniert, alles ist barrierefrei. Die Schule ist momentan fertig. Die Waldschule hat vor fünf Jahren einen Anbau bekommen, das war von vornherein so geplant. Dort haben wir die einzigen Flexklassen der Stadt. Die Räume wurden beim Neubau extra dafür angepasst. In Friedrichsthal haben wir inzwischen auch wieder viele Kinder. Es ist zwar ein altes Schulgebäude, da geht es noch viel treppauf und treppab. Aber es funktioniert alles und es geht sehr familiär zu. Es ist die kleinste Schule in der Stadt. Dafür kann die gesamte Schule zusammen auf Klassenfahrt gehen. In Germendorf wurde 2012 der Hort neu gemacht. Dieser Standort ist also auch fertig. Die Lehnitzer haben auch ein schönes Schulgebäude. Und es hat bisher immer ausgereicht, auch die durchgängige Zweizügigkeit schülerzahlenmäßig haben die Lehnitzer nie erreicht. Die Oberschule Sachsenhausen hat in den letzten Jahren einen Qualitätssprung gemacht in Richtung Berufsorientierung. Alles in allem sind unsere Schulstandorte auf einem guten Stand. Verschönerungsmaßnahmen liegen natürlich immer an.

Wie sieht es aus mit der Beschulung von Asylbewerberkindern?

Michelczak: Im Moment ist das alles gut kalkulierbar und organisierbar. Zurzeit kümmern wir uns um zwölf Asyl- und Flüchtlingskinder. Wir haben schon seit 2014 Kinder hier. Da in der Lehnitzer Schule kein Platz war, wurden Räume im Kulturhaus angemietet, dort haben spezielle Lehrer für Deutsch als Fremdsprache die Kinder unterrichtet. Wir haben an der Waldschule und der Havelschule die Möglichkeit einer Willkommensklasse geschaffen, bei Bedarf kann auch noch eine dritte Willkommensklasse an einer anderen städtischen Grundschule gebildet werden. Die Asyl- und Flüchtlingskinder stellen sich zunächst einer Koordinatorin des Landes vor, die sitzt in der Lindenschule und entscheidet gemeinsam mit ihrem Team auch, wie lange die Kinder in der Willkommensklasse bleiben. Wenn die ersten Sprachkenntnisse erworben sind, wechseln die Kinder sukzessive in die Regelklasse ihrer zuständigen Grundschule. Sie fangen erst mal mit nicht so sprachintensiven Fächern wie Sport, Musik, Schulgarten und Werken an, um Kontakte zu knüpfen. Parallel bekommen alle Kinder Deutschunterricht in den Willkommensklassen. Nach spätestens zwei Jahren besuchen dann alle Asyl- und Flüchtlingskinder die Regelklassen. Wir haben natürlich die Asyl- und Flüchtlingsproblematik immer im Blick. Aber im Moment gibt es zum Glück und dank guter Vorbereitung keine größeren Probleme.

In diesen Tagen werden in den Ortsbeiräten und den Ausschüssen ganz aktuell die Elternbeiträge fürs Schulessen diskutiert. Wie sehen die künftig aus?

Michelczak: Im Moment werden monatlich 33 Euro, 22 Euro oder 16 Euro gezahlt. Ab Januar 2016 ist eine Satzungsänderung geplant, wonach je nach Einkommen nur noch 31 Euro oder 16 Euro gezahlt werden. Die Stadt bezuschusst das Essen dabei weiterhin erheblich. Jetzt und zukünftig zahlen die Eltern weniger als das Essen kostet.

Schülerzahlen und Klassenstärken

Die Amtsleiterin für Bildung und Soziales ist für 290 Mitarbeiter zuständig. In der Kernverwaltung arbeiten 16. In der Bibliothek zwölf. Es gibt 15 Kita-Leiterinnen, mehr als 230 Erzieher, sechs Mitarbeiter im Bürgerzentrum und dem Elter-Kind-Treff sowie neun Schulsekretärinnen. In den Schulen arbeiten außerdem neun Schulsekretärinnen, neun Hausmeister und 21 technische Kräfte.

In Oranienburg gibt es in Trägerschaft der Stadt acht Grundschulen und eine Oberschule, alle sind integrative Einrichtungen nach dem Motto „Schule für alle“. Allen Grundschulen ist ein Hort angegliedert. Es gibt 1188 Hortplätze.

Zurzeit werden an städtischen Schulen 2415 Schüler in 108 Klassen unterrichtet. Zusätzlich gibt es an der Comenius-Grundschule zwei Sprachheilklassen und an der Jean-Clermont-Oberschule in Sachsenhausen zwei praxisorientierte Klassen. In diesem Jahr wurden 421 Abc-Schützen eingeschult.

Schulsozialarbeiter arbeiten an Comeniusgrundschule, der Havelschule und der Waldschule. Die Stadtverordneten haben beschlossen, je nach Haushaltslage einen weiteren Schulsozialarbeiter einzustellen.

Die Klassenstärken werden vom Land vorgegeben und liegen bei einer Bandbreite von 15 bis maximal 28 Schülern. Der Richtwert sind 23 Schüler pro Klasse. In Oranienburg liegen die Klassenstärke meist im oberen Bereich.

Die Zügigkeit der Schulen wird von der Stadtverwaltung vorgegeben und kann je nach Kinderzahlen und räumlichen Gegebenheiten variiert werden.

Außerdem betreibt der Landkreis in Oranienburg zwei Gymnasien, ein Oberstufenzentrum, eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, die Lindenschule als Förderschule und die Volkshochschule. Freie Träger unterhalten in Oranienburg drei Grundschulen, ein Gymnasium und eine Oberschule.

Von Andrea Kathert

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