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Oberhavel Die wenigen Geschäfte sind schnell abgeklappert
Lokales Oberhavel Die wenigen Geschäfte sind schnell abgeklappert
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18:44 04.05.2016
Anika Kühn ist Verkäuferin der Bäckerei Janke. Die Arbeit in Liebenwalde macht ihr Spaß. Quelle: Andrea Kathert
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Liebenwalde

Für ein Städtchen wie Liebenwalde mit 2374 Einwohnern sind zwei Supermärkte kein schlechtes Angebot. Rechnet man allerdings die Ortsteile mit hinzu, handelt es sich um 4298 Menschen, die jeden Tag versorgt sein sollen. In Freienhagen, Kreuzbruch und Liebenthal gibt es gar keine Lebensmittelläden mehr. Der ehemalige Konsum in Hammer macht morgen zu. Dann haben nur noch die Neuholländer das Privileg, eine eigene kleine Einkaufsmöglichkeit im Dorf zu haben. Das finden etwa drei Viertel der von der MAZ in der Dorfserie befragten Einwohner nicht gut. Einige wünschen sich einen Lieferservice in ihren Ortsteil. Nur eben in der Kernstadt ist das Angebot besser. Das liegt aber auch an den beiden Discountern, die allerdings am Rande der Stadt liegen.

Die MAZ testete bei einem Einkaufsbummel, was die Liebenwalder eigentlich in ihrer Altstadt noch kaufen können. Nicht nur die Laufstrecke, sondern auch die Zahl der Geschäfte hält sich stark in Grenzen. Für Haushaltswaren jeglicher Art ist „Connys Container“ an der Hauptkreuzung zuständig. Gleich nach der Wende hat das Geschäft eröffnet, mit einem breit gefächerten Angebot.“ Die Liebenwalder sind froh, dass es den Laden gibt, wo sie auf kurzem Wege einkaufen können“, sagt Verkäuferin Monika Hauff. Die Kundschaft ist gemischt. „Von sieben bis Siebzig.“

Gleich um die Ecke in der Ernst-Thälmann-Straße 36 bei „Schreibwaren und Lotto“ hat Hannelore Buchholz ihr gesamtes Sortiment auf etwa 30 Quadratmetern untergebracht. Spielzeug jeglicher Art, Schulhefte, Füller, Geschenkpapier, Ansichtskarten. Die Chefin steht allein im Landen. „Im Sommer, wenn die Touristen kommen, ist dann mehr Betrieb.“ Seit der Blumenladen an der Ecke und der Fleischer nebenan dicht gemacht haben, fühlt sich Hannelore Buchholz etwas verlassen.

Über die Hauptkreuzung hinweg in Richtung Rathaus riecht es verführerisch nach frischem Kuchen. Das Haus ist gerade eingerüstet und mit Folie verfüllt. Dahinter verbirgt sich die Landbäckerei Janke, die am 12. April eröffnete. Der Bäcker kommt aus Flecken Zechlin. Etliche Monate davor hatte Bäcker Hase seinen Laden in Liebenwalde zugemacht. „Die alten Leute freuen sich am meisten, dass wieder ein Bäcker hier ist“, strahlt Verkäuferin Anika Kühn hinterm Verkaufstresen. Der Laden läuft prima. Am besten gehen die Schokospitzen, der Käsekuchen und der Bienenstich. Am Samstagmorgen ist richtig Betrieb. Aber auch viele Handwerker, Kraftfahrer und die Angestellten rundherum schauen vorbei. Denn auch belegte Brötchen, Suppe und Schnitzel mit hausgemachtem Kartoffelsalat bietet der Bäcker an.

Direkt am Marktplatz hängt wieder eine Lottofahne. Verkäuferin Bettina Plass hat die Post Agentur in ihrem Geschäft, das lockt etliche Liebenwalder an. Pakete und Briefmarken wandern über den Ladentisch. „Mein Chef lässt sich auch immer was einfallen“, sagt Bettina Plass. So kann man sich auch Passfotos in der Post Agentur machen lassen.

Immer mittwochs bauen einige wenige Händler ihre Stände vor dem Rathaus auf. Mittags sind sie aber schon wieder am Einpacken. Quelle: Bert Wittke

Mit einem ganzen Packen Briefe unterm Arm kommt Jennifer Kürbis ins Geschäft. Wie sie das Einkaufsangebot in Liebenwalde findet? „Ich finde das ausreichend“, antwortet sie prompt. Man käme überall mit dem Fahrrad gut hin, müsste nicht das Auto benutzen. „Ich kriege alles, und es gibt sogar zwei Bäcker“, sagt die junge Frau. Was sie sich noch wünschen würde in Liebenwalde? „Vielleicht noch ein Restaurant, wo man sich mal was für Zuhause holen kann.“ Schließlich hat man nicht immer Lust, selbst zu kochen.

Andrea Bleck ist ähnlich zufrieden. „Wir sind erst im Januar aus Schorfheide hierher gezogen.“ Es gebe eigentlich alles hier, Bäcker, Apotheke und sogar eine Tankstelle. „Was hier fehlt ist allerdings ein Drogeriemarkt“, sagt die junge Frau. Und eigentlich sei sie so ein „Kaufland-Gänger“. Aber daraus wird wohl nichts in Liebenwalde. Das einzige Geschäft, was es sonst noch gibt, ist der Blumenladen nebenan. Seit zweieinhalb Jahren führt Manuela Hempel das Geschäft. Vor 25 Jahren hat es ihre Mutter Ingrid Bauer aufgebaut. „Früher hatten wir hier noch einen Schuhladen und einen Jeansladen. Jetzt hat auch noch die Gaststätte zu“, zeigt Ingrid Bauer schräg über den Markt. Für ihre Tochter sind Klamotten nicht so wichtig. „Aber eine Drogerie und eine Gaststätte mitten im Ort, das wäre schön und nötig“, findet Manuela Hempel.

Eine Einkaufsmöglichkeit gibt es doch noch in Liebenwalde. Jeden Mittwoch ist Markttag. Dort bieten einige wenige Händler Fleisch- und Wurstwaren, Fischspezialitäten, Blumen, Gemüse, Strickwaren, Tischdecken und verschiedene Textilien, vorwiegend für ältere Herrschaften an. Für Berufstätige ist der Markt nichts. Zur Mittagszeit ziehen die Händler schon wieder von dann.

Von Andrea Kathert

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