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Diebe scharf auf Außenborder

Oberhavel Diebe scharf auf Außenborder

Einbruch in Bootsverleih, Außenborder gestohlen, Langfinger auf Hafengelände – regelmäßig vermeldet die Polizei Delikte dieser Art. „Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen“, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Er appelliert an die Skipper, ihr Eigentum besser zu schützen. Eine Möglichkeit: künstliche DNA.

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Objekt der Begierde von Diebesbanden.

Quelle: Enrico Kugler

Oberhavel. Einbruch in Bootsverleih, Außenborder gestohlen, Langfinger auf Hafengelände – regelmäßig vermeldet die Polizei Delikte dieser Art. „Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen“, sagt Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Neu sei in diesem Jahr auch, dass die Diebe nicht im Frühjahr oder Herbst aktiv werden, sondern bereits in der Hochsaison zuschlagen. Die Taktik: Die Boote werden zunächst auf dem Wasserweg entwendet, um an einem abgelegenen Ort dann die je nach Preislage zwischen 25 und 150 Kilogramm schweren Motore zu demontieren und abzutransportieren. Von organisierter Kriminalität will Reinhard nicht sprechen, eher von Bandenkriminalität und einem arbeitsteiligen Vorgehen.

36 Fälle von besonders schwerem Diebstahl

Allein in der vergangenen Woche sind binnen drei Tagen fünf Bootsmotoren im Bereich der Polizeidirektion Nord entwendet worden. Sachschaden: 23.000 Euro. Seit Jahresbeginn seien in der Direktion, also im Gebiet von Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz, 36 Fälle von besonders schweren Diebstählen von Booten, Bootsmotoren und Motorteilen aufgelaufen, sagt Reinhardt. In dieser Zahl nicht enthalten seien weniger schwerwiegende Fälle, bei denen lediglich Ruderboote sowie Zubehör wie Tanks, Benzin, Fender oder Angeln entwendet wurden. In sechs Fällen waren ganze Boote von den Langfingern mitgenommen worden. „Bootskörper ohne Motor hat man aber in allen Fällen in Tatortnähe wieder aufgefunden“, sagt der Polizeisprecher. Die Tatorte seien allesamt auf die Landkreise OHV und OPR verstreut. Mehrfach seien Gewässer bei Zehdenick, Fürstenberg, Hennigsdorf sowie Neuruppin betroffen. Der Sachschaden betrage deutlich mehr als 100.000 Euro.

Bootspass und Fotos helfen bei der Fahndung

Die Ermittlungschancen bei Bootsmotoren seien geringer als bei Autos. Schließlich sei das Boot gekennzeichnet und der Motor nur über seine Nummer identifizierbar. Deshalb appellieren die Beamten an Eigentümer, ihre Boote und Motoren besser zu schützen. Die Wasserschutzpolizei empfiehlt künstliche DNA oder eine Codierung, die unter anderem den verschlüsselten Herkunftsort enthält. Hilfreich und zeitsparend bei Fahndungen seien ein ordentlich ausgefüllter Bootspass sowie Fotografien vom Boot und seinen Kennzeichnungen.

Ansonsten seien Motornummern in einer zentralen Datenbank in Konstanz gespeichert. In Süddeutschland liege auch der bundesweite Schwerpunkt der Bootskriminalität. Brandenburg sei allerdings überproportional vertreten.

Täter geschnappt

Mit Hilfe einer zentralen Datenbank für Bootskriminalität konnte ein Täter vor Gericht gebracht werden, der in Rheinsberg gefasst worden war. Der Deutsche konnte mit dem Diebstahl hochwertiger Boote in Zusammenhang gebracht werden.

Dass ein wesentlicher Markt für Diebesgut auch in Osteuropa liegt, zeigt der Fall eines Litauers. Der war der Polizei im Februar bei Himmelpfort ins Netz gegangen, als er 20 Motoren abtransportieren wollte. Kurz zuvor war er in Nassenheide bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen – mit fünf Bootsmotoren auf der Ladefläche.

Von Helge Treichel

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