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Diebstahl vom Friedhof

Hennigsdorf Diebstahl vom Friedhof

Ein goldener Porzellanengel wurde in der vergangenen Woche vom Hennigsdorfer Waldfriedhof gestohlen. Rund 30-Mal schlugen Diebe seit 2015 auf Friedhöfen im Kreis zu, erwischt wird aber kaum jemand. Oft haben es die Diebe sogar auf abgestellte Autos der Angehörigen abgesehen.

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Der Engel wurde von einem Grab auf dem Hennigsdorfer Waldfriedhof gestohlen.

Quelle: Paetzel

Hennigsdorf. Zum Geburtstag des verstorbenen Vaters hatte eine junge Hennigsdorferin am 23. Mai einen vergoldeten Engel aus Porzellan auf das Grab auf dem Waldfriedhof gestellt. Doch lange wachte er nicht über den Toten – ein paar Tage später war der Engel von seinem Platz am Grab verschwunden. Zunächst war die Frau erschrocken und wütend über den feigen Klau. „Ich hoffe jetzt einfach nur, dass der Dieb ein schlechtes Gewissen bekommt und ihn zurückbringt“, sagt die Frau der MAZ.

Solche Diebstähle auf Friedhöfen kommen immer wieder mal vor, und zwar im ganzen Landkreis Oberhavel, erklärt Polizeisprecher Toralf Reinhardt. 17 Fälle gab es im Jahr 2015, ein Jahr darauf wurde zwölf- mal etwas von Oberhaveler Friedhöfen gestohlen. Oft handelt es sich dabei um Buntmetalldiebe, die etwa Einfriedungen oder Zaunteile an Gräbern abmontieren und noch irgendwie zu Geld machen wollen. Sogar Grabplatten würden mitunter gestohlen, wenn sie sich noch irgendwo verkaufen lassen könnten, erklärt Toralf Reinhardt. Im April 2016 etwa wurde gar der komplette Grabstein einer Verstorbenen in Nassenheide geklaut. Auch vor einfachem Blumendiebstahl machen die Kriminellen nicht Halt, so wurden im Juli 2016 auf dem Friedhof in Eichstädt von gleich vier Gräbern Geranien gestohlen. In Velten stahlen Unbekannte gar zwei große Pflanzschalen mit Blumen von einer Familiengrabstelle.

Im Kremmener Gemeindeteil Orion indes stiegen Unbekannte im Februar 2017 in den Keller der Kapelle ein, stahlen eine Motorsäge und richteten damit rund 470 Euro Schaden an. Auch Autos von Besuchern sind nicht sicher. Viermal kam es seit 2015 vor, dass in Autos vor dem Friedhof eingebrochen wurde, meist hatten es die Diebe auf die Brieftaschen abgesehen.

Die Aufklärungsquote sei gering, nur ein Fall wurde in den vergangenen beiden Jahren aufgeklärt. Es kann sich aber dennoch lohnen, den Diebstahl anzuzeigen. „Gerade in ländlichen Bereichen erinnern sich Leute daran, wer so alles auf Friedhöfen rumschleicht“, so Sprecher Reinhardt. Und manchmal seien die gestohlenen Gegenstände so einzigartig, dass die Diebe beim Verkauf auffliegen.

Von Marco Paetzel

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