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Lehnitzer fordert Soko „Einbruch“

Diebstahlopfer will besseren Schutz durch Polizei und Stadt Lehnitzer fordert Soko „Einbruch“

Die Gefahr von Einbrüchen ist mittlerweile ganzjährig zu spüren, so der Pressesprecher der Polizeidirektion Nord Toralf Reinhardt. Zuletzt gab es eine Einbruchserie in Lehnitz. Betroffen war auch Bodo Radtke, der sich nun in einem offenen Brief an den Bürgermeister Oranienburg sowie an den Polizeipräsidenten wendet.

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Zusätzliche Sicherungen, zum Beispiel an Türen, sind sinnvoll.

Quelle: Peter Geisler

Oranienburg. In den vergangenen Jahren warnte die Polizei vor allem in der dunklen und kalten Jahreszeit vor der Gefahr von Einbrüchen. Heute sei sie jedoch ganzjährig zu spüren, so der Pressesprecher der Polizeidirektion Nord Toralf Reinhardt. Zuletzt gab es eine Einbruchserie in Lehnitz. Betroffen war auch Bodo Radtke, der sich nun in einem offenen Brief an den Bürgermeister Oranienburg sowie an den Polizeipräsidenten wendet: „Wir sind in der Nacht vom 10. zum 11. Juli, während unser Abwesenheit, überfallen und ausgeraubt worden. Unser Haus war verwüstet und all unsere Ersparnisse und Wertgegenstände wurden entwendet.“ In diesem Brief fragt sich Bodo Radtke wie es sein kann, dass gleich an mehreren Tagen hintereinander die Täter zuschlagen konnten. „Warum wurden keine Maßnahmen zum Schutz von uns Bürgern ergriffen?“, heißt es da. Radtke fordert zudem, dass die Anwohner hätten „gewarnt werden sollen, und mehr Streifenwagen hätten eingesetzt werden müssen.“ Radtke ist dabei nicht zum ersten Mal ein Opfer eines Einbruchs geworden. Bereits im Januar wurden die Mieter seines Hauses im Mühlenbecker Weg in Lehnitz ausgeraubt. Der gestohlene Computer sei damals bereits am Abend in Polen geortet worden. „Nur leider wurden die Täter trotz Schengener Abkommen nie gefasst“, erklärt der Lehnitzer.

Seitdem verängstigt

Bodo Radtke fragt daher ganz offen: „Was ist das, was da passiert?“ Seine Partnerin und er sind seitdem verängstigt und haben sich in ihr Wochenendhaus geflüchtet. Bodo Radtke fordert von der Polizei und Oranienburgs Bürgermeister, dass die Bürger der Gemeinde geschützt werden müssen: „Für Geschwindigkeitskontrollen sind scheinbar genug Kräfte vorhanden, warum nicht zur akuten Kriminalitätsbekämpfung?“, fragt sich der Ausgeraubte.

Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Leasicke erfuhr auf MAZ-Nachfrage das erste Mal von dem Brief. „Ich bedauere den Vorfall. Ich wurde seitens der Polizei aber auch nicht über die Einbruchserie informiert.“ Laesicke gab dabei zu bedenken, dass Straftaten nicht in den kommunalen Aufgabenbereich fallen. „Ich begrüße aber die Haltung unseres Innenministers, die Polizeipräzens zu verstärken und damit das Polizeiaufkommen in Brandenburg zu erhöhen.“

Problematik der regelrechten Einbruchserien

Toralf Radtke kennt die Problematik von regelrechten Einbruchserien: „Wir sind uns dieser Problematik bewusst. Tun aber alles machbare, um die Täter zu überführen.“ Besonders die Gemeinden im Speckgürtel Berlins seien überwiegend der Gefahr von Einbrüchen ausgesetzt, so der Pressesprecher. Bei der Aufklärung gäbe es einige Erfolge zu verzeichnen, doch sie gelingt auch oft nicht: „Die Täter sind entweder Durchreisende oder regelrechte Banden aus Mazedonien oder Serbien.“ Hinzu kommen deutsche Täter, die im Rahmen der Beschaffungskriminalität zu Tätern werden, um sich zum Beispiel Drogen finanzieren zu können, so Toralf Reinhardt.

Die Polizei versucht demnach durch unterschiedliche Ansätze die Täter zu überführen. „Zum einen sei es wichtig mehrere Fälle aufklären zu können. Dann ist es uns möglich Banden zu zerschlagen“, erklärt der Polizeisprecher. Zum anderen werden am Tatort die Spuren gesichert. Seit 2011 gibt es zudem den sogenannten Kriminaldauerdienst, der im Rahmen der Polizeireform 2011 eingerichtet wurde. Zur Aufnahme der Anzeige sind seitdem also „spezialisierte“ Kriminalbeamte und Kriminaltechniker. Die Auswertung der Spuren dauere dabei jedoch mehrere Wochen. Da sind die Täter meist über alle Berge.

Forderung nach spezieller Einheit

Bodo Radtke fordert im Grunde eine Einheit, die sich speziell um diese Einbruchserien kümmert. Diese Ermittlungsgruppe besteht sogar zwischen Berlin und Brandenburg. Seit 2005 kümmern sie sich um „bandenmäßige Einbruchdiebstähle“. „Unsere Kollegen sind sowohl in Uniform, als auch in Zivil vor Ort und observieren“, sagt Reinhardt. Auch die Hubschrauberstaffel kommt zum Einsatz, um Täter zu überführen. Vor zwei Jahren wurde diese Ermittlungsgruppe personell aufgestockt.

Schwerpunkt Speckgürtel

Im vergangenen Jahr registrierten die Beamten, die für die Landkreise Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz zuständig sind, 1045 Haus- und Wohnungseinbrüche in der Region.

65 Prozent der Taten wurden im „Speckgürtel” registriert. Nur in gut einem Drittel der Fälle gelingt es den Beamten, die Taten aufzuklären.

Die professionell agierenden Einbrecher hinterließen oft nur wenige Spuren. Der einzige Schutz laut Polizei sind gut gesicherte Fenster und Terrassentüren.

Betrachtet man jedoch bei allen vorhandenen Maßnahmen die Aufklärungsquote für den gesamten Landkreis Oberhavel fällen die Reaktionen eher nüchtern aus. 2012 lag die Quote der aufgeklärten Fälle bei 21,5 Prozent, 2013 bei 18,2 Prozent und 2014 bei nur noch 13,8 Prozent. Vor wenigen Tagen wurde in Potsdam die Evaluierung der Polizeireform von 2011 vorgestellt. Der entsprechende Bericht des Lenkungsausschusses wurde vom Vorsitzenden des Ausschusses, Polizeiabteilungsleiter Herbert Trimbach, präsentiert. Demnach habe sich die Neuorganisation „im Wesentlichen bewährt“, jedoch „Nachbesserungs- und Veränderungsbedarf“ seien nötig. Als Konsequenz aus dem Evaluierungsprozess empfiehlt der Bericht eine Erhöhung der Personalausstattung der Polizei auf 8.216 Stellen. Derzeit verfügt die Polizei Brandenburg über knapp 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Von Juliane Weser

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