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Diese Märkerin hat die halbe Welt auf der Haut

Miss Tattoo Brandenburg Diese Märkerin hat die halbe Welt auf der Haut

Ihr Körper ist ein Kunstwerk: Neun große Tattoos hat sich die Hennigsdorferin Ulrike Thiele in den vergangenen elf Jahren stechen lassen, die Stile sind international. Im August wurde die 29-Jährige zur „Miss Tattoo Brandenburg“ gekürt, im Dezember tritt sie im Hamburg zum Deutschland-Finale an. Doch sie war schon vorher bekannt – als heißes Nummerngirl im Boxring.

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Ulrike Thiele lässt sich Tattoos stehen, seit sie 18 ist. Mittlerweile finden auch ihre Eltern das gut.

Quelle: julian stähle

Hennigsdorf. Ihre Eltern sind die größten Fans. Dabei, sagt Ulrike Thiele, haben sie ihr als Teenager Tattoos streng verboten. Doch mit 18 Jahren durfte Thiele machen was sie wollte, der Weg führte sofort zum Tattoostudio in Oranienburg. Ihr erstes Motiv war eine Wasserlilie, die sie sich auf die rechte Pobacke stechen ließ. „Blumen sind vergänglich wie Menschen und werden welk, so wie menschliche Haut auch welk wird“, sinniert die Hennigsdorferin.

Heute, elf Jahre später, ist die 29-Jährige so etwas wie ein Kunstwerk. Auf ihre 1,74 Meter und 59 Kilogramm verteilen sich neun großflächige Tattoos – Elfen, Geishas, Schmetterlinge oder Blumen. Ulrike Thiele mag verschiedene Stile, zum Beispiel den asiatischen oder den Chicano-Stil, den die Spanier verwenden. Sie ist international aufgestellt, weil ihre Familie auf der ganzen Welt verstreut lebt. „Ein Teil der Familie lebt in Kalifornien und Belgien, ein anderer in Johannesburg“, so Thiele. Gerade von den Reisen in die USA hat sich die Hennigsdorferin inspirieren lassen, was die Kunst auf ihrer Haut angeht. Das scheint der Jury bei der Berlin-Brandenburgischen Tattoomeisterschaft gefallen zu haben, bei dem Wettbewerb in der Hauptstadt siegte die schöne Brünette im August. Seitdem darf sie sich Miss Tattoo Brandenburg nennen.

Zeit und Geld in den Körper investiert

Gerechnet hatte Ulrike Thiele mit diesem Erfolg nicht, immerhin war es ihr erster Wettbewerb überhaupt. „Eine Freundin hatte da mal gewonnen, also hab ich mich auch getraut“, sagt die Hennigsdorferin.

Miss Tattoo Brandenburg ist in Hennigsdorf zuhause

Miss Tattoo Brandenburg ist in Hennigsdorf zuhause.

Quelle: julian stähle

Für den Erfolg hat sie viel Zeit und Geld investiert. Es gab Jahre, da hat sich Ulrike Thiele alle zwei Wochen unter die Tätowiernadel gelegt. Kleinere Motive dauern nur ein paar Stunden, an großen Bildern sitzt ihre Tätowiererin „Biggy“ schon mal mehrere Monate. Eine Sitzung reiche meistens sowieso nicht, um ein Tattoo fertigzustellen, sagt Ulrike Thiele. Schmerzen empfindet sie nur selten, wenn die Tinte in die Haut gespritzt wird. Nur bei einer dunklen Schattierung in der Kniekehle habe es ganz schön gezwickt. „Ich lasse mir aber nie anmerken, wenn es mal wehtut“, sagt Thiele. Doch für die Verkäuferin ist das Tätowieren längst zur Passion geworden, aufhören kann sie damit wohl nie mehr. „Es schmückt die Haut und irgendwie fühlt man sich immer, als wäre man angezogen“, sagt die Brünette und lacht.

Thiele ist ein heißes Nummerngirl

Ob sie der Titel weiterbringt, weiß Ulrike Thiele noch nicht. Schon vor ihrem Sieg lief sie als Nummergirl für den Veltener Ex-Boxer Marco „Schulle“ Schulze durch den Ring oder posierte bei kleineren Fotoshootings. „Ich habe genug Tattoos für mehr Aufträge, aber mir fehlen noch die Kontakte“, sagt die Tattoofrau.

In diesen Tagen will sie nach einer längeren Pause wieder ins Fitnessstudio gehen, immerhin wird Ulrike Thiele im Dezember als amtierende „Miss Brandenburg“ im Deutschlandfinale in Hamburg dabei sein. Dort tritt sie gegen die Siegerinnen aus den anderen Bundesländern an. Die Brünette hat ein mulmiges Gefühl im Bauch. „Die Konkurrenz dort wird richtig stark sein“, sagt die 29-Jährige. Ein Tattoo will sie sich vor dem Finale noch stechen lassen, der rechte Arm soll es sein. Dort hat sie schon Schmetterling, Elfe und Blumen unter der Haut. Thiele will das Ganze noch ein bisschen aufpeppen lassen. Was das neue Tattoo genau wird, will sie nicht verraten. „Nicht dass mir die Konkurrenz meine Idee klaut.“

Von Marco Paetzel

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