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„Diese Tat ist abscheulich, sinnlos und feige“

Vereins-Bus in Birkenwerder angezündet „Diese Tat ist abscheulich, sinnlos und feige“

In Birkenwerder (Oberhavel) ist in der Nacht zu Freitag ein Kleinbus angezündet worden. Er gehörte dem Verein „Nordbahngemeinden mit Courage“, der gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aktiv ist. Sowohl der Vereinsvorsitzende als auch Birkenwerders Bürgermeister zeigen sich entsetzt über die politisch motivierte Tat.

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In der Nacht zu Freitag wurde dieser B 1000 des Vereins „Nordbahngemeinden mit Courage“ in Birkenwerder angezündet.

Quelle: Helgte Treichel

Birkenwerder. Auf einem Parkplatz am Rathaus Birkenwerder (Oberhavel) ist in der Nacht zu Freitag ein Kleinbus in Flammen aufgegangen. Das Fahrzeug gehört dem regional tätigen Verein Nordbahngemeinden mit Courage. Dieser ist Teil des Aktionsbündnisses Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Die Ermittlungen übernimmt der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizeidirektion Nord.

Zeugen hatten gegen 1.20 Uhr gemeldet, dass auf dem Parkplatz an der Hauptstraße ein abgestellter Kleinbus brennt. Auf dem Dach ist ein Schild mit der Aufschrift „Refugees welcome“ und „Willkommenskultur gestalten“ montiert. Der Brand wurde durch die Feuerwehr gelöscht. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit rund 4000 Euro.

Mobile Einsatzzentrale dient als Aushängeschild

Torsten Lindner, seit Mai Vorsitzender des Vereins Nordbahngemeinden mit Courage, reagierte entsetzt auf den vermutlichen Anschlag. „Wie schon so oft in den letzten Monaten stehen wir schockiert vor der Tatsache, dass der gesellschaftliche Diskurs zunehmend durch Gewalt, Intoleranz und Hass geprägt ist“, sagte er und kündigt im Namen des Bündnisses an: „Wir von Nordbahngemeinden mit Courage werden uns auch weiterhin für eine gewaltfreie, diskriminierungsfreie und demokratische Gesellschaft einsetzen, denn dies ist die Gesellschaft in der wir leben wollen.“

Bei dem Kleinbus der DDR-Marke Barkas handle es sich um die mobile Einsatzzentrale des Vereins für Veranstaltungen. Er diene zudem als „Aushängeschild“. Darin seien Materialien wie Flyer, Informationsmaterialien über Flüchtlinge sowie Aufsteller gelagert. Das Auto werde genutzt, um zu den jeweiligen Veranstaltungsorten zu gelangen und verbleibe meist noch ein paar Tage an Ort und Stelle. So auch in Birkenwerder, wo in der Woche zuvor die Aktion „Birkenwerder bleibt bunt“ stattfand – als Reaktion auf einen AfD-Bürgerdialog im Rathaus am selben Abend.

Den Schaden beziffert Lindner auf mehrere 1000 Euro, inklusive Neubeschaffungen und Abschleppdienst. Die Gemeinde habe angeboten, das Fahrzeugwrack zunächst auf dem Gelände des Gemeindebauhofes abzustellen, um möglicherweise noch brauchbares Material sichern zu können. Das Fahrzeug selbst stammt aus den 1980er-Jahren. Es handelt sich um ein Geschenk an den Verein, der 2007 als ein überparteiliches Netzwerk aus Vereinen, Schulen, Jugendzentren, Kirchen, Gewerkschaften und mehr als 1500 Privatpersonen gegründet worden war. Mit Veranstaltungen, Workshops, Projekten und ihrem „DEMOkratieMobil“ wollen die Akteure dazu beitragen, „dass sich ein lebendiges, offenes Gesellschaftsleben entwickelt, in dem sich jeder gewürdigt und gebraucht fühlt“.

Bürgermeister verurteilt Anschlag

Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok (Wählergruppe B.i.F.) verurteilt die Tat aufs Schärfste: „Diese Tat spiegelt nicht mein Bild unserer Gemeinde wider. Diese Tat ist wenig demokratisch, sie ist abscheulich, sinnlos und feige“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite. Er hoffe, dass sich damit nicht Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit in Birkenwerder etablieren. Parallel ruft er alle Einwohner dazu auf, „den Verein, der wertvolle Arbeit in der Integration und dem Vermitteln von Demokratieverständnis leistet, zu unterstützen“.

Zeugen berichteten laut Polizei, sie hätten in der Nähe einen augenscheinlich alkoholisierten Mann bemerkt, der mit einer dunklen Jogginghose, hellem Oberteil und hellen Schuhen bekleidet war. Der Mann habe lautstark herumgegrölt. „Da wir bisher nicht ausschließen können, dass dieser Mann mit der Tat in Zusammenhang steht, bitten wir Zeugen, die Angaben zu dem Unbekannten machen können oder weitere Hinweise zu dem Brand geben können, sich in der Polizeiinspektion Oberhavel unter der Telefonnummer 03301/8510 zu melden“, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs.

Der Kleinbus ist völlig ausgebrannt

Der Kleinbus ist völlig ausgebrannt.

Quelle: Helge Treichel

 

Von Helge Treichel

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