Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Dieser Blitzer bringt Autofahrer auf die Palme
Lokales Oberhavel Dieser Blitzer bringt Autofahrer auf die Palme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 22.09.2017
Sorgt aufgrund von Fehlern bei der Fahrzeugerkennung immer wieder für Ärger bei Kraftfahrern: der Blitzer am Kreuz Oranienburg. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz – genauer gesagt mit dem Kreuz Oranienburg. Dort, wo sich die Autobahnen A10 (Berliner Ring) und A111 (Oranienburg-Charlottenburg) sowie die Bundesstraße 96 begegnen, müssen sich die Autofahrer noch bis Mitte Oktober dieses Jahres mit teilweise erheblichen Verkehrseinschränkungen infolge von Arbeiten zur Erneuerung der Asphaltdeckschicht und daraus resultierenden langen Staus herumplagen. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum das Kreuz Oranienburg vielen Verkehrsteilnehmern ein ziemlich großer Dorn im Auge ist.

Für einige Aufregung sorgt auch immer wieder der dort festinstallierte Blitzer. Das Geschwindigkeitsmessgerät, das auf der A 10 genau bei Kilometer 167,5 in Fahrtrichtung Hamburg platziert ist, macht sich nämlich mitunter auch Bilder von Autofahrern, die das erlaubte Tempolimit einhalten beziehungsweise sogar unterschreiten.

Kraftfahrer nehmen sich einen Anwalt

Erst im Juli dieses Jahres hatte die MAZ von einem Autofahrer aus Neuruppin berichtet, der am Kreuz Oranienburg, wo Pkw 120 km/h fahren dürfen, mit 110 km/h geblitzt worden war. Und so wie ihm muss es zuvor auch anderen Kraftfahrern ergangen sein. Recherchen des Neuruppiners hatten ergeben, dass eine Anwaltskanzlei in Berlin etliche Mandanten vertrete, die sich am Kreuz Oranienburg zu Unrecht geblitzt sahen.

Weitere Autofahrer melden sich bei der MAZ

Nun haben sich wieder Kraftfahrer zu Wort gemeldet, die am Kreuz Oranienburg Rot gesehen haben, sich aber sicher sind, die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten zu haben. Einer von ihnen ist Sascha Neumann. Er ist sich sicher, mit seinem Volvo V 40 in der vergangenen Woche nicht schneller unterwegs gewesen zu sein. „Ich fahre jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit über das Kreuz Oranienburg und weiß, dass dort ein Blitzer steht“, sagte er. Folglich halte er sich natürlich auch an das Tempolimit. Wer verschenke schon gerne freiwillig bares Geld.

Und noch ein „erwischter“ Autofahrer

Vier Wochen ist es jetzt ungefähr her, da erwischte es Steffen Blochel am Kreuz Oranienburg. „Ich habe den Blitz voll gesehen“, sagt er. Auch der Mann aus Birkenwerder ist ein Kenner der Szenerie, passiert er doch zwei bis drei Mal pro Woche bei Fahrten von seinem Heimatort bis zur Anschlussstelle Oberkrämer das Kreuz Oranienburg. „Ich habe 112 km/h auf dem Tacho abgelesen, als das Rotlicht aufleuchtete“, versichert Steffen Blochel. Er habe dann gleich in den Rückspiegel geschaut und ein Fahrzeug dicht hinter seinem Auto gesehen. Da habe er sich gefragt: Haben die jetzt mich oder meinen Hintermann geblitzt. Beweisen könne er die Tatsache, dass er nicht zu schnell gefahren ist, leider nicht, denn er saß allein im Auto. Bisher habe er aber noch keine Post mit einer Zahlungsaufforderung von der Bußgeldstelle bekommen. „Es ist ein unangenehmes Gefühl, wenn plötzlich ein rotes Licht aufblitzt“, sagt Steffen Blochel. Zumal, wenn man sicher sein kann, nicht zu schnell gewesen zu sein. Der Autofahrer aus Birkenwerder spricht in diesem Zusammenhang gar von einer Unfallquelle. Man gerate womöglich in die Versuchung, in Blitzernähe extra auf die Bremse zu treten, nur um ganz sicher sein zu können, dass man tatsächlich weit unter der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit unterwegs war.

Polizei räumt Probleme ein

Die Polizeidirektion Nord räumte am Dienstag gegenüber der MAZ erneut ein, dass das Messgerät mitunter Probleme hat, immer unzweifelhaft zwischen Pkw und Lkw zu unterscheiden. Zu Fehlern bei der Fahrzeugerkennung könne es beispielsweise bei einem Fahrstreifenwechsel im Messbereich oder einer bestimmten Fahrzeuggröße oder Fahrzeugart (Kombi) kommen. Im Blitzer am Kreuz Oranienburg seien unterschiedliche Auslösegeschwindigkeiten programmiert, denn während ein Pkw dort 120 km/h schnell sein kann, dürfe ein Lkw dort nur 80 km/h fahren.

Komme es infolge der genannten Fehlerquellen zur einer falschen Identifizierung des Fahrzeugs und damit womöglich zum Auslösen des Blitzvorgangs, führe das aber nach Auskunft der Polizei nicht zwangsläufig zu einem Bußgeldbescheid. Der vom Blitzgerät weitergeleitete Datensatz werde in der Bußgeldstelle kontrolliert. Werden Mess- oder Erkennungsfehler deutlich, würden die Dateien aussortiert und das Verfahren eingestellt.

Geblitzt wird am Kreuz Oranienburg übrigens mit einem digitalen Geschwindigkeitsmesssystemgerät. Der Messkopf des Blitzers erfasst Fahrzeuge in Entfernungen zwischen zehn und 75 Metern. Recherchen im Internet haben ergeben, dass dieses Messgerät in der Öffentlichkeit so heftig wie kaum ein anderes kritisiert wird. Dennoch wird am Kreuz Oranienburg weiter daran festgehalten.

Von Bert Wittke

Am kommenden Sonntag, 24. September, sind die Oranienburger an die Wahlurnen gerufen. Sie sollen zum einen ihren neuen Bürgermeister wählen und zum anderen den 16. Bundestag. Was dabei alles zu beachten ist, wie die Wahlzettel aussehen und was man als Wähler nicht tun sollte, hat die MAZ erfragt.

22.09.2017

Seit Mai 2017 lebt der Youtube-Star „Tanzverbot“ in Oranienburg. Es ist ein Umzug, der für ihn offenbar zum Verhängnis wird. Bei jungen Leuten ist er ein Star – auf Youtube hat er 480.000 Abonnenten. Als seine Adresse bekannt wurde, begann ein Spießrutenlauf, der offenbar mit der Kündigung seiner Mietwohnung endete.

22.09.2017

Hickhack um das neue Sommerfelder Feuerwehrauto. Das 85.000 Euro teure Kleinlöschfahrzeug sollte eigentlich zur Hälfte aus dem städtischen Haushalt finanziert werden – die Stadtverordneten hatten schon zugestimmt. Aber nun kommt doch alles ganz anders.

30.04.2018