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Dietmar Buchberger (AfD) will Bürgermeister werden

Hennigsdorf Dietmar Buchberger (AfD) will Bürgermeister werden

Dietmar Buchberger (AfD) wird bei der Bürgermeisterwahl im September in Hennigsdorf antreten. Er ist bislang der einzige Konkurrent von Thomas Günther (SPD) bei der Wahl zum Nachfolger von Andreas Schulz. Die beiden Kontrahenten waren einst Fraktionskollegen in der Stadtverordnetenversammlung.

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Dietmar Buchberger war jahrelang SPD-Fraktionschef. Nun tritt er für die AfD an.

Quelle: Fotos: Helge Treichel, Marco PAetzel

Hennigsdorf. Bislang sah es aus, als ob der Bürgermeisterwahlkampf eine Ein-Mann-Show wird. Ende Februar kündigte Bürgermeister Andreas Schulz an, dass er nach 27 Jahren nicht mehr zur Wahl im September antreten will. Stattdessen schicken die Genossen Thomas Günther ins Rennen. Doch keine andere Partei stellte bislang einen Gegenkandidaten auf. Nun wird ausgerechnet ein Ex-Genosse Thomas Günther Konkurrenz im Wahlkampf machen. Am Sonntagabend nominierte der AfD-Ortsverband den Vorsitzenden Dietmar Buchberger, einst SPD-Fraktionschef, zum Bürgermeisterkandidaten.

Der Mediziner ist kein Mann der scharfen Töne, auf ausländerfeindliche Parolen scheint er nicht zu setzen. „Als Bürgermeister werde ich mich insbesondere für beitragsfreie Krippen- und Kitaplätze, Sicherheitspartnerschaften zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit sowie bezahlbaren Wohnraum einsetzen,“ erklärte der 59-Jährige nach seiner einstimmigen Wahl. Buchberger, der es 2014 bei der Landratswahl als AfD-Kandidat auf 6393 Stimmen (12,7 Prozent) gebracht hatte, gibt sich volksnah: Am 5.Juni, soll ein beim AfD-Stammtisch die erste Möglichkeit geben, dem praktizierenden Arzt Fragen zum Wahlprogramm zu stellen und ihn kennenzulernen.

Das muss Konkurrent Thomas Günther nicht mehr, die beiden Männer kennen sich aus gemeinsamen SPD-Zeiten. „Herr Buchberger war mein Fraktionschef, er ist ein ernstzunehmender Gegenkandidat“, so Günther. Damals habe er ein gutes Verhältnis zu Buchberger gehabt. Umso erstaunter sei Günther gewesen, als sein Ex-Genosse 2013 in die rechtspopulistische AfD eingetreten ist. „Dass er je zu einer Partei wie der AfD wechseln könnte war damals nicht abzusehen.“ Seitdem gab es nur noch ein flüchtiges Hallo auf der Straße, das Verhältnis der beiden Männer ist merklich abgekühlt. „Die Inhalte der AfD sprechen ja für sich“, so der 49-Jährige.

Der Stadtverordnete Horst Brandenburg (Bürgerbündnis) kennt Dietmar Buchberger ebenfalls noch aus gemeinsamen Zeiten im Gremium und habe ihn als SPD-Fraktionschef ruhig und besonnen erlebt. Gegen Günther habe Buchberger am Ende keine Chance, so Brandenburg. Ihn stört aber die Symbolkraft, die von dieser Kandidatur ausgeht. „Das Schrecklichste ist für mich, dass eine extreme Partei wie die AfD nach der SPD die einzige ist, die in Hennigsdorf eine Kandidatur auf die Beine stellt“. Für Brandenburg ist das ein Ergebnis der 27 Jahre unter Andreas Schulz. „Es gibt eine gewisse Politikmüdigkeit, die Parteien lassen die Flügel hängen lassen. Die AfD stößt in dieses Vakuum“

Anfang Juli will indes der Favorit Thomas Günther mit dem Wahlkampf beginnen. Es solle viele Termine geben, bei denen die Bürger ihn kennenlernen können. Günther gehe es darum, dass Hennigsdorf als Stadt im Wandel die traditionellen Industriezweige mit Stahlwerk und Bombardier pflegt, aber auch kleinere Unternehmen anderer Branchen fördert. Außerdem müsse es bezahlbaren Wohnraum für alle geben, Thomas Günther will auch verstärkt auf Zuzug setzen. „Denn die Sterberate ist immer noch sehr viel höher als die Geburtenrate.“ Wichtig sei für Günther auch, Eltern Kita- und Schulplätze in hoher Qualität zu bieten.

Von Marco Paetzel

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