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Diplomat und Prinzenerzieher

Oranienburg Diplomat und Prinzenerzieher

Anlässlich des 350. Todestages von Louise Henriette am 18. Juni las Kerry Gräfin von Schwerin am Sonnabendnachmittag im Orangesaal des Schlosses aus ihrer Publikation „Otto von Schwerin: Oberpräsident und Vertrauter des Großen Kurfürsten“. Von Schwerin galt auch als Freund und Berater der jungen Kurfürstin in Oranienburg.

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Kerry Gräfin von Schwerin recherchierte zur Familiengeschichte.

Quelle: Rorbert Roeske

Oranienburg. Er war Diplomat, Berater, Hofmeister, Kindererzieher und selbst Schlossherr. „Er war der kühle Kopf, der Kurfürst der Dickschädel. Schwerin hatte oft die Oberhand“, beschreibt Kerry Gräfin von Schwerin ihren Vorfahren. Am Sonnabendnachmittag las die Historikerin im Orangesaal des Schlosses auf Einladung des Kreismuseums aus ihrem Buch „Otto von Schwerin: Oberpräsident und Vertrauter des Großen Kurfürsten“ vor 20 Interessierten. Erschienen 2016, im Jahr des 400. Geburtstages des Freiherrn von Schwerin. Gräfin von Schwerin ist Historikerin, zwar für asiatische Geschichte, wie sie einräumte, aber „das Buch war für mich Familienpflicht und ich habe es mit großer Freunde geschrieben.“

Otto von Schwerin ist vier Jahre älter als der Kurfürst und steht ihm zeitlebens als enger Vertrauter zur Seite. Er beriet nicht nur bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden, er setzte auch für die Heirat des Kurfürsten mit der Prinzessin von Oranien den Ehevertrag auf. Auch hilft er der erst Anfang 20-Jährigen in den ersten Jahren in Oranienburg im Auftrag des Kurfürsten über Heimweh und den Verlust ihrer beiden erstgeborenen Kinder hinweg, in dem er sie als Amtshauptmann bei Schlossbauprojekten ebenso unterstützt wie beim Aufbau von Mustergütern, Meierei und Käserei. Bei Feldzügen mit dem Großen Kurfürsten macht er sich als geschickter Unterhändler einen Namen. Der Kurfürst machte ihn 1658 zum Oberpräsidenten und damit Kopf der zivilen Verwaltung.

Nachdem Louise Henriette drei Söhne geboren hat, beauftragt das Elternpaar drei Lehrer mit der Erziehung der Kinder: „Otto von Schwerin übernahm die des Kurprinzen Karl Emil. In Denkschriften legten die Eltern fest, wie sie sich die Erziehung vorstellten.“ Louise Henriette war überzeugt: „Kinder kann man nur mit Sanftmut gewinnen. Sie hatte ein liberale Auffassung von Erziehung.“ Nach dem Aufstehen um sechs Uhr wurde gelesen und geschrieben, Karten Europas gehörten ebenso zur Ausbildung wie das Tanzen. „Um 20.30 Uhr war Bettzeit. Schwerin schlief mit im Zimmer des Thronfolgers.“

Für sich selbst erwarb Schwerin das mehrfach niedergebrannte Städtchen Altslandsberg, schuf sich dort Schloss und Schlosskirche. „Er diente dem Kurfürsten bis zur völligen Erschöpfung.“ Mehrfach habe er um Ablösung gebeten, die nicht bewilligt wurde. „So starb er in seinem Schloss aus Schwäche“, so die Gräfin.

Otto von Schwerin und Louise Henriette stehen beide auf dem Schlossplatz – ohne Blickkontakt. Im Leben sah es anders aus.

Von Heike Bergt

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