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Oberhavel Diskussion über ein Grundeinkommen für alle
Lokales Oberhavel Diskussion über ein Grundeinkommen für alle
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00:33 12.04.2018
Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen in der Alten Reederei in Fürstenberg/Havel. Quelle: Martina Burghardt
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Fürstenberg

Jeder soll in Würde leben können, das ist die wichtigste Aufgabe der Gemeinschaft. So fasst Götz Werner die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen zusammen. Der Gründer der Drogeriekette dm stellte sein Modell allerdings nicht persönlich bei der Diskussion am Freitagabend in Fürstenberg/Havel vor. Für ihn sprach Enric Lauer, seit zehn Jahren Wegbegleiter und Mitautor des Buches zum Thema.

Dokumentarfilm liefert Hintergrundwissen

Hintergrundwissen war den diskutierfreudigen Teilnehmern der Veranstaltung zuvor bei einer Filmvorführung vermittelt worden. Der österreichisch-deutsche Dokumentarfilm „Free Lunch Society“ hatte am 1. Februar seinen Kinostart und läuft im aktuellen Festivalprogramm der „Ökofilmtour“. Festivalleiter Ernst-Alfred Müller übernahm die Moderation des Abends, der vom Fürstenberger Verein Brückenschlag organisiert wurde.

Die anderthalb Stunden dauernde Diskussion in der Alten Reederei zeigte deutlich, wie schwer es fällt, sich das bedingungslose Grundeinkommen in der Praxis vorzustellen. Als ausgewiesene Skeptiker gaben sich allerdings nur wenige zu erkennen.

„Kaum einer legt die Füße hoch“

Neu für manch einen war die Tatsache, wie viele Experimente und Pläne es weltweit bereits gab und gibt, meist zeitlich und lokal begrenzt oder auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt, wie Enric Lauer erläuterte. Dabei sei die Hauptbefürchtung widerlegt worden, sagte er. „Kaum einer legt die Füße hoch.“

Umdenken erforderlich

1500, 2000 oder 2500 Euro im Monat für jeden Bundesbürger – vom Baby bis zum Rentner und ohne Bedingungen – eine interessante Vorstellung, die einerseits die Fantasie beflügelt, andererseits ein Umdenken erfordert, wie während der Diskussion deutlich wurde. „Seit der Sesshaftigkeit sind wir Selbstversorger und denken auch so“, stellte Enric Lauer fest. „Aber wir leben längst nicht mehr in dieser Welt. Arbeit ist Fremdversorgung.“

Wie ökonomische Werte geschaffen werden, wie die Gesellschaft sich verändert hat und wie sich die Arbeitswelt in naher Zukunft durch die Digitalisierung ändern wird – all das sind Fragen, mit denen sich die Vordenker für ein bedingungsloses Grundeinkommen beschäftigen.

Viel Stoff für Diskussionen

Umdenken – dazu forderte Enric Lauer mehrfach auf. Einfach ist das nicht, wie die zahlreichen Argumente und Fragen an dem Abend belegten. Finanzierung, Steuern, Inflation, Globalisierung, Kranken- und Rentenversicherung, Einwanderung in die Sozialsysteme, Ausbeutung von Ressourcen in anderen Ländern – jedes dieser Themen wurde angerissen. All dies seien jedoch Detaildebatten und nachgelagert, so Enric Lauer. Es fehle weder an Gütern noch an Leistungsbereitschaft. „Einkommen und Güter sind vorhanden“, sagte er, „sie werden nur unvernünftig bewegt.“ Geld sei nur künstlich vorhanden.

Die nächste Veranstaltung des Vereins Brückenschlag

Der Verein Brückenschlag Fürstenberg lädt am Mittwoch, dem 18. April, 19 Uhr, zur Diskussion über den Landesentwicklungsplan ein. Dazu wird Brandenburgs Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Kathrin Schneider erwartet.

Von Martina Burghardt

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