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Diskussion um Drogen im Skaterpark

Glienicke/Nordbahn Diskussion um Drogen im Skaterpark

Als die Sozialarbeiter vom Glienicker Jugendclub „First Floor“ die Jugendarbeit vergangenen anderthalb Jahre bilanzierten, gingen sie auch auf die Situation an der Skateranlage ein. Dort kommt es mitunter zu Alkohol- und Drogenmissbrauch. Bürgermeister Oberlack fordert nach der Debatte im Sozialausschuss einen zweiten Revierpolizisten für Glienicke.

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Die frisch angestrichene Skateranlage in Glienicke.

Quelle: Robert Roeske

Glienicke. Nicht nur der Jugendclub „First Floor“ in der Dreifeldhalle ist ein Anziehungspunkt für Jugendliche, sondern auch die nahe gelegene Skateranlage. Und genau dort bereiten betrunkene, pöbelnde und mitunter auch Drogen konsumierende Jugendliche Sorgen. Das Problem sei seit Jahren bekannt. „Wir schauen hin, lassen es nicht geschehen“, sagt Andreas Brandt mit Blick auf die jüngste Sitzung des Sozialausschusses, wo er die Jugendarbeit der zurückliegenden anderthalb Jahre bilanzierte.

Das dreiköpfige Team vom Club betrachte sich als Ansprechpartner, insbesondere für die Altersgruppe der Zehn- bis 17-Jähren, von denen es 1155 im Ort gibt. Wenn es gelingt, bereits zu den Fünft- und Sechstklässlern eine stabile Beziehung aufzubauen, dann halte diese auch im Jugendalter, schildert Brandt eine wichtige Erfahrung. Das Ausweichdomizil des Clubs werde gut angenommen, 40 bis 50 Besucher würden am Tag gezählt. Ein Drittel davon seien Mädchen. Geöffnet sei montags und freitags von 13.45 bis 20 Uhr, berichtet Brandt.

Kein Raum für vertrauliche Gespräche

Nach den Worten von Petra Knörck wollen die Jugendlichen über Probleme und ernsthafte Themen mit den drei Betreuern sprechen. „Sie vertrauen sich uns an“, sagt sie. Das Spektrum reiche von Ärger mit den Eltern, ungewollten Schwangerschaften bis hin zu Mobbing und Bedrohungen durch Ältere. Da immer erst eine ruhige Ecke zum Reden gefunden werden muss, sei das Ersatzdomizil mit nur einem Raum schon von Nachteil.

Überall auf der Glienicker Anlage gibt es Papierkörbe, damit Müll bequem entsorgt werden kann

Überall auf der Glienicker Anlage gibt es Papierkörbe, damit Müll bequem entsorgt werden kann.

Quelle: Robert Roeske

Offensiv würden die Probleme auf der Skateranlage angegangen. Die würden zwar zumeist von Gruppen verursacht, die nicht zum Jugendclub gehören, hätten aber großen Einfluss. So hätten durch die Nähe mancher Kinder nicht mehr in den Club gedurft. Einmal sei ein 13-Jähriger volltrunken auf der Anlage gefunden worden. Da aber Appelle Anfang April nichts bewirkten, habe man das Gespräch gesucht – und mit einem guten Dutzend Jugendlichen eine Abmachung getroffen, mehr auf Sauberkeit zu achten, so Brandt. Gemeinsam mit vier Jugendlichen habe man zudem „ein Statement gesetzt“ – mit frischer Farbe.

Die Jugendsozialarbeiter der Gemeinde leisteten „einen hervorragenden Job“, sagte Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP). Viele Probleme hätten durch Präventionsmaßnahmen bereits im Vorfeld gelöst werden können. Er bedauerte, dass sich die Diskussion um die Glienicker Jugendarbeit so auf die Skateranlage fokussiert hat.

Ordnungsamt hat nur begrenzte Möglichkeiten

Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien im Rahmen ihrer Möglichkeiten vor Ort. Sie hätten bei schweren Vergehen oder Gesetzesverstößen jedoch nur die Möglichkeit, die Polizei zu verständigen, da sie nicht befugt seien, Personalien festzustellen.

Allerdings sei von den eigentlich zwei Revierpolizisten im Ort längerfristig nur einer im Dienst. Eine Beamtin befinde sich in Elternzeit. Oberlack fordert nun, dass eine zusätzliche Polizeistelle im Rahmen der Elternzeitvertretung in Glienicke geschaffen wird. Eine Nachfrage beim zuständigen Hennigsdorfer Revierleiter Stefan Boyé ergab, dass es für diese Stelle voraussichtlich bis Sommer 2018 keine übergangsweise Besetzung geben wird. Der in Glienicke tätige Revierpolizist mache im Rahmen seiner Möglichkeiten eine sehr gute Arbeit, so der Bürgermeister. „Jedoch ist es an der Zeit, dass er die dringend benötigte Unterstützung erhält.“

Von Helge Treichel

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