Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Donnerwetter zum Jubiläum

20 Jahre Leegebrucher Luchschützen Donnerwetter zum Jubiläum

Mit Kanonendonner und Umzug haben die Mitglieder des Vereins der Leegebrucher Luchschützen am Sonnabend ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Und der alte Schützenkönig musste der neuen Schützenkönig weichen.

Voriger Artikel
Puhdys auf Abschiedstour
Nächster Artikel
Sport spricht alle Sprachen

Ein letztes Salutschießen für den alten König.

Quelle: Ulrike Gawande

Leegebruch. Wehmut und Stolz! Ein letztes Mal trägt Jörg Baumann am Sonnabendvormittag beim Festumzug durch Leegebruch die Königswürde als Schützenkönig 2014. Ein letztes Mal schreitet er mit seinen Adjutanten die Reihen ab. Und ein letztes Mal ist er strahlender Mittelpunkt beim Erinnerungsfoto. Festlich umrahmt von den, in edle Uniformen des 34. Infanterieregiments aus dem 18. Jahrhundert gekleideten Herren der Linumer Schützengilde.

Nur eine Dame stiehlt den Herren die Schau: Bettina Messow, anmutig ausgestattet mit Perücke, Schirm und elegantem Reifrockkleid, ist der Hingucker der Herren aus Linum, die mit ihren Kanonen beim Salutschießen, anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Leegebrucher Luchschützen, für ein ordentliches Donnerwetter im Ort sorgen. „Ganz ohne Frauen geht es eben nicht“, erklärt lächelnd ihr als Oberst gekleideter Mann, Werner Messow.

„Das war ganz schön laut!“ Verschreckt hält sich Lelia (4) immer noch die Ohren zu. Mama Janette Lehmpuhl ist hingegen begeistert: „Kanonenschießen und Uniformen, das war etwas fürs Auge!“ Vorher waren drei Generationen Lehmpuhl zünftig beim Festumzug der Schützen, dabei auch weitere befreundete Schützenvereine und der unzählige Märsche spielende Spielmannszug aus Schwedt, quer durch den Ort mitmarschiert. Bedauerlich sei nur, so Oma Karin Lehmpuhl, dass man das Jubiläum der Schützen nicht größer feiern würde. „Das wäre für Leegebruch toll gewesen!“

Aber das Schützenwesen – insgesamt gibt es rund 15 000 Vereine deutschlandweit _ habe eben im Osten nicht so eine große Tradition, wie im Westen Deutschlands, erklärt Jörg Baumann. So gab es zwar auch dort seit dem 18. Jahrhundert zahlreiche Schützenvereine, jedoch blieben diese nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR verboten. Sportschützen konnten nur in der Gesellschaft für Sport und Technik ihr Hobby ausüben. Nach 1990 wurden einige Schützenvereine wieder- oder neugegründet. Wie in Leegebruch.

Da er keine Lust mehr hatte, weiter zum Lehnitzer Schützenverein zu fahren, rief Horst Schütte 1995 die Leegebrucher Luchschützen ins Leben und ist bis heute deren Vorsitzender. 20 Mitglieder zählt heute der Verein, darunter fünf Frauen. Die Jüngste unter ihnen, Cindy Gahrmann, hat nun den gestandenen Herren gezeigt, wie man mit dem Schießeisen umgeht und wurde am Nachmittag als neue Schützenkönigin gekrönt. Bei drei Schüssen erreichte sie 26 von möglichen 30 Punkten. „Ich bin stolz auf meine Frau“, erklärt Ehemann Sven Gahrmann, der 2011 die Königswürde erlangte. „Durch Cindy bin ich in den Verein gekommen.“ Beim diesjährigen Königsschießen trat er laut Reglement außer Konkurrenz an.

Zeit zum Üben. Aufgrund fehlender Schießmöglichkeiten _ der Platz in Spandau wurde geschlossen _ gewinnt der Faktor des sozialen Miteinanders im Verein immer größere Bedeutung. Nachwuchs will man nun beim Fest mit einem Laser-Schießstand anlocken.

Von Ulrike Gawande

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg