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Oberhavel Drama auf dem Fußballplatz
Lokales Oberhavel Drama auf dem Fußballplatz
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00:18 15.11.2017
Auf dem Borgsdorfer Fußballplatz passierte das Unglück bei einem Trainingsspiel des FSV Forst Borgsdorf. Quelle: Sebastian Morgner
Borgsdorf

Dramatische Momente am Freitagabend während eines Freundschaftsspiels zwischen den Ü60-Senioren des FSV Forst Borgsdorf und dem VfB Hermsdorf. Es stand 1:0 für die Borgsdorfer Gastgeber, als in der 50. Spielminute ohne äußere Einwirkung ein 71-jähriger Spieler aus Hermsdorf plötzlich zusammensackte. „Ohne sich irgendwie abzustützen ist er einfach nach vorn weggekippt“, berichtet Achim Seeger. Der Borgsdorfer Spieler stand nur wenige Meter entfernt und eilte sofort zu Hilfe. „Wir haben ihn umgedreht. Er hat nicht geatmet, hat gekrampft“, berichtet Seeger, bei dem sofort ungute Erinnerungen wach wurden. „Wir haben so etwas 2004 schon einmal erlebt. Ein Spieler unserer Mannschaft ist damals umgekippt. Wir haben alles versucht, konnten ihn aber nicht retten. Er ist leider verstorben.“

Trotz Schrecksituation alles richtig gemacht

Reihum wechselten sich am Freitag die Spieler beider Teams mit Herzdruckmassage und Beatmung ab. Seeger, der als Co-Trainer auch die D-Junioren des FSV Forst Borgsdorf betreut, erklärt: „Vor einigen Jahren haben wir uns im Verein für die Trainer im Nachwuchsbereich Hilfe geholt, um genau für solche Fälle zu lernen, was zu tun ist.“ Zwei als Ersthelferinnen ausgebildete Kickerinnen der Frauenmannschaft des FSV, die bereits frühzeitig zu ihrem nach dem Ü60-Spiel angesetztem Training erschienen waren, eilten ebenfalls zu Hilfe. Mit gemeinsamen Kräften machten die Beteiligten alles richtig. Das merkte auch der wenig später eintreffende Notarzt im Nachhinein „voller Hochachtung“ an, wie FSV-Trainer Lutz Lange berichtet.

Bei Achim Seeger wurden sofort ungute Erinnerungen wach. Quelle: Sebastian Morgner

Lange, der sich zum Zeitpunkt des Notfalls gerade mit seinen Wechselspielern besprach, erinnert sich: „Plötzlich sah ich eine Rudelbildung, dachte, zwei Spieler sind zusammengestoßen. Als ich bemerkt habe, was da grad passiert, war mein erster Gedanke: Das haben wir doch schon mal gehabt.“ Der verständigte Rettungswagen „kam sehr schnell, das hat nur fünf, sechs Minuten gedauert“, war Lange froh, der an dem Abend das abspulte, „was ich damals 2004 schon gemacht habe: Ich bin sofort zum Tor, um den Rettungswagen einzuweisen, damit wir keine Zeit verlieren.“

Der 71-jährige Berliner wurde vom Rettungswagen schließlich ins Krankenhaus nach Bernau gebracht. Der VfB Hermsdorf meldete sich Sonnabend Vormittag bei den Borgsdorfern mit guten Nachrichten. Der Spieler lebe, sei bei Bewusstsein und habe schon mit seiner Frau sprechen können. Er müsse vorerst im Krankenhaus bleiben, wo in der folgenden Woche entschieden werde, wie er weiter behandelt werde. Er habe Glück gehabt „und fleißige Hände, die ihn nicht losließen“, so der Gästetrainer.

Alles gut gegangen, aber nicht alles gut

Großes Glück im Unglück. Nichtsdestotrotz umso ärgerlicher, dass am Freitagabend genau das passierte, was in solchen Fällen lebensgefährlich werden kann: Die Zufahrt zum Sportplatz – mit einem Halteverbot ausgeschildert, so Lutz Lange – sei von einem Auto zugeparkt gewesen. „Dessen Besitzer mussten wir erstmal auf der Anlage finden. Glücklicherweise gibt es am Platz ein zweites Tor, welches wir letztendlich genutzt haben, so dass es für die Anfahrt des Krankenwagens keine Verzögerung gab“, berichtet Lange. Gleichzeitig meint der 65-Jährige: „Es wird soviel über Defibrillatoren gesprochen. Ich finde, so ein Gerät gehört auf jeden Sportplatz. Dort kann so etwas immer wieder passieren.“

Bei Wind und Wetter

Das nächste Training der Borgsdorfer steht am Dienstag an. „Einmal in der Woche treffen wir uns, bei Wind und Wetter, da gibt es keine Ausrede“, so Lutz Lange, der die Mannschaft seit 1999 betreut. Auch Achim Seeger wird dann wieder dabei sein. Seit 50 Jahren jagt er dem runden Leder bereits hinterher, immer beim FSV Borgsdorf. Für die Ü60-Kicker gehört anschließend auch das gemütliche Zusammensitzen auf ein Bier nach dem Training dazu. „Und wer nicht mitkicken kann oder will, der stößt dann einfach erst nach dem Training dazu“, meint Lutz Lange schmunzelnd.

Von Nadine Bieneck

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